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Toyota Kinto

Mobilität nach Bedarf

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Toyota will im Mobilitätsgeschäft wachsen.
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Auch Toyota macht sich auf den Weg vom Autobauer zum Mobilitätsanbieter. Zahlreiche neue Services – vom Full-Service-Leasing über ein Abo-Modell bis hin zur Car-Pool-App – bündeln die Japaner jetzt unter der neuen Marke Kinto.

Von Michael Gebhardt/SP-X

Die Automobilbranche ist im Wandel, von vielen Herstellern ist zu hören, dass man vom Fahrzeugbauer zum Mobilitätsanbieter werden müsse. Nun ist auch der Toyota-Konzern auf diesen Zug aufgesprungen: "Kinto" nennt sich das Mobilitätskonzept, mit dem die Japaner uns zukünftig in Bewegung halten wollen.

Der Name Kinto stammt aus der japanischen Manga-Serie Dragon Ball. Kintoun steht dort für eine fliegende Überschallwolke, welche die Protagonisten durch die animierte Welt transportiert. Daran will sich der neue Mobilitätsservice ein Beispiel nehmen, Kinto soll "immer und überall für die Kunden verfügbar sein", wie Tom Fux, Vice President Mobility und Chef der Fleet-Mobility-Sparte bei Toyota Europa, erklärt. Ganz neu ist der Service allerdings nicht, in Japan und auch den USA hat Toyota damit schon erste Erfahrungen gesammelt. Jetzt aber soll Kinto im großen Stil ausgerollt werden.

Kinto One

Geplant sind mehrere Bausteine: Kinto One will in die Fußstapfen des klassischen Leasings treten. Dieses sogenannte Full-Service-Angebot richtet sich an Kunden, die ein Fahrzeug mehrere Jahre lang fahren wollen ohne sich um irgendetwas kümmern zu müssen – die Kosten für Service und Versicherung sind im Preis inbegriffen. Zunächst werden über Kinto One, das in Deutschland im April an den Start gehen soll, Toyota- und Lexus-Fahrzeuge vermarktet, allerdings schließt der Anbieter nicht aus, künftig auch andere Marken mit ins Angebot aufzunehmen. Damit würde Kinto in direkte Konkurrenz zu etablierten Leasinganbietern wie ALD treten.

Kinto Flex

Auf neue Abo-Modelle wie Care by Volvo zielt dagegen Kinto Flex: Ähnlich dem schwedischen Angebot zahlt der Kunde für ein bestimmtes Lexus- oder Toyota-Modell eine monatliche Mietgebühr, in der bis auf den Treibstoff alle Kosten inbegriffen sind. Wie flexibel Kinto Flex am Ende ist, wird gerade in Pilotprojekten unter anderem in Norwegen, Großbritannien und den Niederlanden erprobt. Denkbar ist, dass Kunden von Monat zu Monat die Möglichkeit haben, das Fahrzeug zu wechseln. Alternative Konzepte sehen vor, dass man sich für ein Jahr für ein Modell entscheidet und mehrmals die Gelegenheit bekommt, übers Wochenende zum Beispiel auf einen Sportwagen umzusteigen. Gegen Ende des Jahres hofft Toyota genug Erkenntnisse erlangt zu haben, um dann ab 2021 mit Kinto Flex offiziell an den Start zu gehen.

Kinto Share

Ebenfalls noch in den Kinderschuhen steckt Kinto Share: Grundsätzlich ähnelt der Dienst klassischen Carsharing-Angeboten, allerdings richtet er sich in erster Linie an Firmenflotten. Statt für jeden Mitarbeiter ein eigenes Auto bereit zu stellen, können die Angestellten auf eine Sharing-Flotte zurückgreifen, die unter Umständen auch privat genutzt werden kann. Dort, wo es lohnenswert erscheint, will Toyota mit Kinto Share aber auch direkt ins Carsharing für Privatkunden einsteigen. In Dublin etwa betreiben die Japaner bereits eine Flotte nach dem bekannten Free-Floating-Prinzip.

Kinto Join

Überhaupt nicht mehr als Fahrzeughersteller treten Toyota und Lexus bei Kinto Join in Aktion. Hierbei handelt es sich um eine Car-Pooling-Software, die Unternehmen dabei helfen soll, ihren Mitarbeitern den Weg zur Arbeit und wieder nach Hause zu erleichtern. Im Grunde ist die Plattform nichts anderes, als eine firmeninterne Mitfahrzentrale, über die sich Mitarbeiter mit ähnlicher Pendelstrecke zusammenfinden können. Das Konzept soll dazu beitragen, dass Autos mit nur einem Passagier auf den Firmenparkplatz rollen, in Ländern mit schlechterer Infrastruktur aber können Angebote wie Kinto Flex sicherstellen, dass überhaupt alle Mitarbeiter problemlos zur Arbeit kommen. Dass sich Toyota für solche Lösungen einsetzt, wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich. Allerdings wollen die Japaner zum einen mit der Software selbst Geld verdienen. Zum anderen werden solche Dienste künftig auch von automatisiert fahrenden Autos übernommen – was dann wiederum Toyota- und Lexus-Modelle sein könnten.

Kinto Ride

Genau in diese Kerbe schlägt auch Kinto Ride, ein weiterer geplanter Ride-Hailing-Dienst nach Uber-Manier. Per App können Fahrten gebucht werden, die dann zunächst wahlweise von privaten oder professionellen Fahrern durchgeführt werden. Toyotas Vision freilich lässt die Person hinterm Steuer über kurz oder lang überflüssig werden, dann sollen fahrerlose Fahrzeuge den Auftrag entgegennehmen, die Fahrgäste einsammeln und ans Ziel bringen. Bis das soweit ist, wird allerdings noch einige Zeit vergehen, und auch bis alle Kinto-Services reibungslos zusammenarbeiten dauert es noch etwas. Vorerst beispielsweise bedarf es für jedes Kinto-Angebot einer eigenen App. Später sollen allen Dienste in der Kinto-Go-App gebündelt werden, die dann je nach Bedarf die beste Mobilitäts-Form vorschlägt.

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