suchen
Unfall mit Neuwagen

Vollen Preis gibt es nur bei Neukauf

1180px 664px
Unfall mit Neuwagen: Der BGH hält an seiner bisherigen Rechtsprechung fest.
©

Der BGH bleibt seiner Linie treu: Ein Autobesitzer, dessen neues Fahrzeug bei einem Unfall erheblich beschädigt wurde, kann den Schaden nur dann auf Neuwagenbasis abrechnen, wenn er einen Neukauf tätigt. Eine fiktive Abrechnung ist unzulässig.

Wird ein neues Auto bei einem Unfall erheblich beschädigt, steht dem Eigentümer der volle Kaufpreis zu – aber nur, wenn er sich mit dem Geld auch wirklich einen gleichwertigen Neuwagen anschafft. Anders sei eine Entschädigung, die den Reparaturaufwand übersteige, nicht zu rechtfertigen, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Streit aus Hessen. Das Urteil von Ende September wurde jetzt in Karlsruhe veröffentlicht. (Az. VI ZR 271/19)

Der Kläger hatte sich 2017 für gut 37.000 Euro einen neuen Mazda gekauft. Keinen Monat nach der Zulassung kam es zu dem Unfall – das Auto hatte erst 571 Kilometer auf dem Tacho. Ein Darmstädter Senat des Oberlandesgerichts Frankfurt hatte den Unfallverursacher trotzdem nur zur Zahlung von gut 6.000 Euro für die Reparatur verurteilt. Dabei war eine Wertminderung des Autos um 1.000 Euro mitberücksichtigt.

Das ist laut BGH richtig so. Nach früheren Entscheidungen der obersten Zivilrichter kann einem Autobesitzer zwar ausnahmsweise der volle Kaufpreis zustehen, wenn er nicht mehr als 1.000 Kilometer gefahren und der Schaden erheblich ist – denn der Makel des Unfallwagens lässt sich durch eine Reparatur nicht beheben. Er muss sich dann aber auch ein neues Auto kaufen.

Alles andere sei mit dem Wirtschaftlichkeitsgebot und dem Bereicherungsverbot nicht zu vereinbaren, heißt es in dem neuen BGH-Urteil. Die Richter bestätigten damit ein Urteil von 2009, an dem es vereinzelt Kritik gegeben hatte. (dpa)

360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema BGH:






Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2020 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Markenausblick VW

Unter Strom

Volkswagen setzt auf E-Mobilität. Und das mit einer fast schon erschreckenden Konsequenz. Unsere Vorschau auf die nächsten Jahre zeigt: Die Volumenmarke bringt jede...


img
Personalie

Führungswechsel bei Vergölst

Frauke Wieckberg übernimmt von 2021 an die Leitung des Reifen- und Autoservicespezialisten. Vorgänger Lars Fahrenbach verlässt den Continental-Konzern.


img
China-Transporter

Maxus-Importeur will durchstarten

Bislang war die SAIC-Marke Maxus mit dem EV80 hierzulande vertreten. Der chinesische E-Transporter lief unter anderem beim Langzeitmiet-Anbieter Maske Fleet. Nun...


img
ASA-Verband

Digitalisierung und Corona im Fokus

Der Fachbereich "B2B Smart Services" des Bundesverbands der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen hat sich zu seiner Jahreskonferenz getroffen.


img
Podcast Autotelefon

Mit Mesut Özil ans Cap Formentor?

Stefan Anker und Paul-Janosch Ersing unterhalten sich im Autotelefon-Podcast am Telefon über kleine und große Autos und alles, was dazu gehört. Die beiden Journalisten...