Automarkt im April: Kleines Plus, klare Verschiebung

09.05.2026 02:45 Uhr | Lesezeit: 3 min
Neufahrzeuge von Volkswagen stehen zur Auslieferung in den Autotürmen der Autostadt am Stammwerk von Volkswagen (Luftaufnahme mit Drohne). Am 10. März fand die Jahrespressekonferenz der Volkswagen Group statt.
VW-Neuwagen in Wolfsburg
© Foto: ju

Der deutsche Pkw-Markt legt im April leicht zu, verliert aber an Dynamik. Gleichzeitig verschiebt sich die Nachfrage deutlich: E-Autos gewinnen weiter kräftig hinzu, während klassische Verbrenner weiter unter Druck geraten.

Der deutsche Automarkt hat im April an Tempo verloren. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Donnerstag mitteilte, wurden in dem Berichtsmonat 249.163 Pkw neu zugelassen. Das sind 2,7 Prozent mehr als im April 2025. Seit Jahresbeginn summieren sich die Neuzulassungen damit auf 948.567 Einheiten – ein Plus von 4,5 Prozent.

Weiter an Bedeutung gewinnen elektrifizierte Antriebe. 64.350 Neuzulassungen entfielen auf batterieelektrische Pkw (BEV), was einem Marktanteil von 25,8 Prozent entspricht. Im März hatte der Anteil noch bei 24 Prozent gelegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat legten die E-Auto-Zulassungen sogar um 41,3 Prozent zu.

ZDK: Nachfrageschub seit Ostern

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) wertet diese Entwicklung als klares Signal für eine wachsende Akzeptanz der E-Mobilität, vor allem im privaten Fahrzeugmarkt. Seit Ostern sei ein deutlicher Nachfrageschub zu verzeichnen, sagte ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. "Dieser dynamischere Hochlauf ist vor allem auf die gestiegenen Kraftstoffpreise und das inzwischen breitere Fahrzeugangebot der Hersteller zurückzuführen."

Nach Einschätzung von Peckruhn wird die aktuelle Dynamik zudem durch Erwartungen der Kunden verstärkt: "Hätten wir normale Marktverhältnisse, dann wäre die Nachfrage nach Elektroautos vermutlich nicht so stark, wie sie sich aktuell zeigt. Da wirkt sich noch nicht einmal negativ aus, dass die Kaufprämie noch nicht offiziell am Markt ist. Viele Kunden planen die Prämie mit ein und erwarten, diese Finanzierung dann auch zu bekommen."

Auch Plug-in-Hybride (PHEV) konnten im April zulegen. Mit 27.546 Fahrzeugen kamen sie auf ein Plus von 13,3 Prozent und einen Marktanteil von 11,1 Prozent. Damit konnten rund 37 Prozent der im April neu zugelassenen Pkw zumindest längere Strecken rein elektrisch fahren. Rückläufig war hingegen die Nachfrage nach klassischen Verbrennern: Die Zahl der neuen Benziner (53.420 Einheiten) sank um ein Fünftel, Dieselautos (32.437) verloren 13,8 Prozent.

Der wachsende Anteil elektrifizierter Fahrzeuge lässt auch den durchschnittlichen CO₂-Ausstoß der neu zugelassenen Pkw weiter sinken. Im April lag dieser bei 97,6 Gramm pro Kilometer, was einem Rückgang um 10,7 Prozent entspricht.

Audi wächst kräftig

Unter den deutschen Herstellern gab es Licht und Schatten. Audi verbesserte sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 19 Prozent, für Opel (plus 6,6 Prozent) und Mercedes-Benz (plus 4,9 Prozent) ging es ebenfalls aufwärts. Rückläufige Zahlen registrierte das KBA hingegen bei BMW (minus 0,5 Prozent), VW (minus 6,7 Prozent), MAN (minus 8,5 Prozent), Ford (minus 18,5 Prozent) und Porsche (minus 26,1 Prozent).

Bei den großen Importeuren stach erneut Primus Skoda mit einem Zuwachs von 12,2 Prozent und einem Marktanteil von 8,5 Prozent heraus. Die Schwestermarke Seat verlor dagegen deutlich an Boden (minus 13,9 Prozent). Zu den weiteren Verlierern zählten im April Fiat (minus 9,9 Prozent), Kia (minus 6,0 Prozent) und Toyota (minus 11,2 Prozent). Besser lief es für Hyundai (plus 6,1 Prozent), Renault (plus 28,7 Prozent), Dacia (plus 5,6 Prozent) und Peugeot (plus 2,8 Prozent).

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