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70 Jahre Mercedes-Benz S-Klasse-Pioniere: Rock ’n‘ Roll in der Oberklasse

12.05.2024 05:07 Uhr | Lesezeit: 3 min
Einspritz-Express – Der Mercedes 220 SE beeindruckte ab 1958 mit mehr Leistung und Effizienz dank neuartiger Benzin-Injektion.
© Foto: Mercedes-Benz

Plötzlich bekam das deutsche Wirtschaftswunder ein neues Symbol: Vor 70 Jahren avancierte der S-Klasse-Pionier Mercedes 220 zum Aufsteiger-Modell von Politikern und Firmenchefs. Ob BMW „Barockengel“, Opel Kapitän oder Cadillac: Der neue Sechszylinder-Stern überstrahlte alle in Status, Komfort und Sicherheit.

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Vor 70 Jahren trug der neue Mercedes-Benz 220 (W180) trotz moderner Pontonform einen stolz erhobenen Stern auf seinem damals noch fast senkrecht stehenden Chromkühler. Prompt fühlten sich manche Journalisten an die hoch aufragenden, qualmenden Schlote von Zechen und Fabriken des deutschen Wirtschaftswunders erinnert – und tatsächlich könnte es vielen Firmenbossen und Politikern ähnlich ergangen sein.


70 Jahre Mercedes-Benz S-Klasse-Pioniere

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Jedenfalls avancierte der S-Klasse-Pionier zum Statussymbol der Arrivierten, und der barocke BMW 501, der Borgward 2400, der pompöse Cadillac und der billige Opel Kapitän spielten plötzlich in einer anderen Liga. Was dem altertümlich designten Mercedes 220 der vorhergehenden Baureihe W187 nicht gelang, schaffte nun die fortschrittliche Typen-Familie von 220, 220 S und 220 SE: Überlegene Klasse zeigen.

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Die Bürger verdienten im Schnitt knapp 4.000 Mark im Jahr, das reichte vielleicht, um sich einen Volkswagen zu leisten. Der Sechszylinder-Benz kostete so viel wie drei Käfer, auch deshalb genoss der 220 das Image eines Leitsterns, der nur von Kanzler Adenauers 300er getoppt wurde.


Mercedes-Benz G 580 EQ

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Mercedes S-Klasse "rassig wie eine schnittige Yacht"

Schon lange vor der 1972 offiziell eingeführten Bezeichnung S-Klasse bildeten luxuriöse Modelle einen Schwerpunkt im Mercedes-Programm. Das „S“ debütierte 1949 mit dem 170 S und bekam die Bedeutung „Super“ oder „Spezial“, wird jedoch erst seit dem 1956 eingeführten, 4,72 Meter langen 220 S (W180) konsequent in der Oberklasse verwendet. Denn die Baureihe W180 machte damals alles anders im automobilen Oberhaus, zeigte sich revolutionär wie Bill Haley und Elvis Presley, die neu entdeckten Rock-‘n‘-Roll-Stars des Jahres 1954.

Vorbei die Formen der Vorkriegszeit, der frische Ponton-Stil sollte „eine Freude für das Auge“ sein, „rassig wie eine schnittige Yacht“, jubelte die Werbung, die sogar meinte, der Typ 220 sei „ein Wagen für alle, die sich in ihr Automobil verlieben können. Er ist schneller… liegt dank guter Bodenhaftung und Kurvenfestigkeit auf der Straße, dass es Freude macht, die gestoppte Spitzengeschwindigkeit von 150 km auszunutzen“.

"Hochleistungsmotoren mit geschmeidigem Temperament"

So viel Emotionalität und Stolz auf sportliche Talente kannte man sonst von Jaguar oder Alfa Romeo, aber nicht von den eher steifen Schwaben.Hinzu kam eine leistungsstarke Bremsanlage mit verrippten Trommeln. Nicht zu vergessen die „Hochleistungsmotoren mit geschmeidigem Temperament“, wie Fachmedien die zwischen 63 kW/85 PS und 85 kW/115 PS abgebenden 2,2-Liter-Sechszylinder in den Typen 220 bis 220 SE lobten.


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Welche Preise ein Mercedes 220 S heute erzielt, erklärt Martin Heinze von der Bewertungsorganisation Classic Analytics: „Mit den Ponton-Sechszylindern rückte Mercedes ab vom Vorkriegsdesign der Vorgängermodelle, gleichzeitig behielt man aber die optische Nähe zu den günstigeren Vierzylinder-Modellen – wer repräsentieren wollte, musste daher zwangsläufig zum exorbitant teuren 300er ‚Adenauer‘ greifen. Diese dezente Form des Luxus hat durchaus noch Liebhaber, die für einen 220 S im guten Zustand mindestens 36.900 Euro zahlen.“

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