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Bike-Neuheiten 2022: Ausliefern ohne Auto und Stress

Das Transport-Fahrrad kann vor allem innerstädtisch die Auto-Nutzung obsolet machen. Parkplatzprobleme schwinden, Spaß steigt.
© Foto: Riese & Müller

Einspurig, mehrspurig, Long John oder Longtail - die Auswahl an elektrischen Lastenrädern hat sich in den vergangenen Jahren vervielfacht. Wir betreiben etwas Typenkunde und stellen spannende Saisonneuheiten vor.


Datum:
01.04.2022
Autor:
Paul-Janosch Ersing
Lesezeit:
5 min
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Im vergangenen Jahr fanden hierzulande tatsächlich zwei große Messen statt, die sich mit der Welt des Fahrrads auseinandersetzten: die Eurobike in Friedrichshafen und die IAA Mobility in München. Ein Gang durch die Messehallen zeigte: Der E-Bike-Boom ist ungebrochen und ein weiterer Trend startet gerade so richtig durch - elektrische Lastenräder. Dank der kraftvollen Tretunterstützung durch den Elektromotor können mit E-Cargobikes auch schwere Güter und Waren über steile Strecken transportiert werden, ohne dabei ins Schwitzen zu kommen. Sie eignen sich in vielen Fällen als kostengünstige und umweltfreundliche Ergänzung von Fuhrparks.

Vor dem Kauf eines Lastenrads steht zunächst eine wichtige Entscheidung an: Sollen es zwei oder drei Räder sein? Ein Vorteil der einspurigen Modelle ist ihre Geschwindigkeit, die Platzeffizienz und die Möglichkeit, sich am Stau vorbeizuschlängeln. Dreiräder sind schwerfälliger, bieten dafür mehr Stauraum, eine höhere Zuladung und können auch im Stand nicht kippen.

Bäcker- und Postrad

Die Idee, Waren auf dem Fahrrad zu transportieren, ist alles andere als neu. Zahlreiche historische Schwarzweiß-Fotografien zeigen Bäckergesellen, Handwerker und Briefträger auf teilweise recht abenteuerlich zusammengeschweißten Lastenrädern durch die Stadt balancieren. Bei früheren Bäcker- oder Posträdern war das Vorderrad meistens kleiner ausgeführt als das hintere Rad. Dadurch wurde auf der vor dem Lenker platzierten Ladefläche mehr Platz geschaffen und der Schwerpunkt etwas abgesenkt, was der Fahrdynamik zuträglich ist. Aktuelle Neuinterpretationen dieses Fahrradtyps verfügen in der Regel über zwei gleich große Räder.

Flyer Gotour3

Ein zulässiges Gesamtgewicht von 180 Kilogramm zählt zu den Stärken des Gotour 3 (ab 3.739 Euro netto) der schweizerischen Firma Flyer. Der fest mit Steuerrohr verschraubte Frontgepäckträger nimmt bis zu zehn Kilogramm auf, der Heckgepäckträger ist für bis zu 27 Kilogramm freigegeben. Der Mittelmotor GX Power Plus (75 Nm) stammt von Panasonic und gibt seine Unterstützung über einen wartungsfreien Riemenantrieb ans Hinterrad ab. Ein praktischer Vorteil, wenn öfter verschiedene Menschen mit dem Rad fahren: Das Gotour3 lässt sich schnell und ohne Werkzeug an verschiedene Körpergrößen anpassen und hat einen niedrigen Einstieg.

Midtail

Eine Art Mittelweg zwischen konventionellem Fahrrad und Lastenrad befahren die so genannten Midtails, also Modelle mit leicht verlängertem und verstärktem Gepäckträger. Sie gestatten die Mitnahme einer weiteren Person bis zirka 60 Kilogramm Körpergewicht oder von entsprechend schwerem Ladegut.

Ahooga Modular

Ein echter Verwandlungskünstler ist hier das Modular des belgischen Herstellers Ahooga: Je nach Bedarf können ein Frontgepäckträger (max. 20 kg) und ein langer Heckgepäckträger (max. 50 kg) montiert werden. Dank des Hinterradmotors (60 Nm) gibt es bei ausgeschalteter Unterstützung - anders als bei Mittelmotoren - keinen Reibungsverlust. Das vergleichsweise geringe Gewicht von 18,5 Kilogramm macht auch Ausfahrten mit reiner Muskelkraft zu einem spaßbringenden Erlebnis. Bei der Übersetzung haben Kunden die Wahl zwischen einer Ein-Gang-Version, einer neu entwickelten Drei-Gang-Schaltung von Efneo oder einer Sram-Kettenschaltung mit Acht-Gang-Kassette. Das Modular (ab 1.731 Euro netto) ist in zwei Rahmenformen erhältlich: klassisch oder mit niedrigem Einstieg.

Riese & Müller Multicharger 750

Ganz ähnliche Kundenwünsche möchte der deutsche Hersteller Riese & Müller mit dem Multicharger 750 (ab 4.159 Euro netto) erfüllen. Obwohl das zulässige Gesamtgewicht bei 175 Kilogramm liegt, soll sich das mindestens 24,8 Kilogramm schwere Rad so agil fahren wie ein normales E-Bike. Der elektrische Schwung kommt vom leistungsstarken Bosch-Antriebssystem namens Performance Line CX (85 Nm). Beim Getriebe gibt es reichlich Auswahl vom Zehn-Gang-Kettenschaltwerk über die stufenlose Enviolo-Nabenschaltung bis zur 14-Gang-Nabe von Rohloff. Angenehmer Komfort in Form einer Federgabel gehört zur Serienausstattung.

Longtail

Weil sie in der Breite nicht mehr Platz benötigen als gewöhnliche Fahrräder, fallen so genannte Longtail-Lastenräder im Stadtverkehr kaum auf. Die Cargobikes mit einem auf den ersten Blick überdimensionierten Gepäckträger unterscheiden sich auch in Sachen Fahrgefühl kaum von klassischen Drahteseln. Der vordere Teil sieht völlig normal aus, der Hinterbau ist allerdings deutlich verlängert und das Hinterrad nach hinten versetzt - um eine halbe bis ganze Radlänge.

Xtracycle eStoker

Das neue Xtracycle-Modell eStoker bietet jede Menge Ladekapazität und rollt nicht nur über Asphalt, sondern auch über unebenes Gelände. Bei Transportfahrten über Feldwege zahlen der niedrige Schwerpunkt und die robusten 24-Zoll-Reifen auf das Handlingkonto ein. Die elektrische Unterstützung kommt vom Shimano-EP8-Antrieb (85 Nm), der sich besonders für den Schwerlastverkehr in hügeligen Gegenden eignet. Zwei große Seitentaschen, die gleichzeitig als Speichenschutz dienen und bei Nichtbenutzung eingefaltet werden, gehören zur Serienausstattung. Das Lastenrad soll ab Mitte Mai in den Handel kommen (ab 4.958 Euro netto).

Long John

Die wohl bekannteste Ausprägung des Lastenrads sind die sogenannten Long-John-Modelle mit einem extrem langen Radstand. Ihre schwerpunktgünstig tiefe Ladefläche befindet zwischen Lenker und Vorderrad. Ja nach Verwendung können Kisten, Körbe oder auch Aufnahmeplatten für Euro-Paletten montiert werden, die übliche Zuladung liegt bei bis zu 100 Kilogramm. Meist ist das Vorderrad deutlich kleiner, etwa 20 Zoll. Weil die Lenkbewegung über Bowdenzüge oder ein Gestänge zum Vorderrad übertragen wird, ist das Fahrgefühl auf den ersten Metern gewöhnungsbedürftig. Mit etwas Übung lassen sich Long-John-Räder jedoch auch flott bewegen. Ein stabiler Ständer ermöglicht eine sichere Be- und Entladung im Stand.

Urban Arrow

Neben dem Bullit der dänischen Kultmarke Larry vs. Harry zählen die Cargobikes der niederländischen Hersteller Bakfiets und Urban Arrow zu den Klassikern der jüngeren Lastenrad-Historie. Anlässlich des zehnten Jubiläums legt Urban Arrow nun ein Long-John-Sondermodell (ab 6.378 Euro netto) mit Enviolo-Automatikschaltung und dem Bosch-Antrieb Cargo Line Gen 4 (85 Nm) auf. Das Airbrush-Finish in Aluminium-Silber ist als Hommage an die erste Urban-Arrow-Studie zu verstehen. Das einspurige Urban Arrow Cargo steht in zwei Längen zur Verfügung.

Dreirad

Bei mehrspurigen Lastenrädern gilt: Dreirad ist nicht gleich Dreirad. Denn das einzelne Rad kann entweder vorne oder hinten montiert sein. Wenn sich vorn zwei Räder befinden, kommt bei einigen Modellen eine Pendelachse zum Einsatz - damit die Kurvenfahrten ähnlich elegant gelingen wie bei einspurigen Fahrrädern.

Winora F.U.B. 3W

Zunächst für den Kindertransport konstruiert, könnte Winoras neues Lasten-Dreirad F.U.B. 3W (Familiy Utiliy Bike) in Zukunft auch für die Warenauslieferung genutzt werden. Das mattgrau lackierte F.U.B. 3W (ab 4.453 Euro netto) bietet ein zulässiges Gesamtgewicht von 250 Kilogramm und trägt eine schockabsorbierende Box aus umweltverträglichem Hartschaum zwischen den Vorderrädern. Die elektrische Unterstützung besorgt ein Bosch Performance CX Cargo Line (85 Nm).

Radkutsche Musketier

Ein handgeschweißter robuster Stahlrahmen bildet die Basis für bis zu 300 Kilogramm Zuladung. Auf die Ladefläche zwischen die Hinterräder des Musketier passt eine Europalette oder eine von vielen modularen Aufbauten. Der schwäbische Hersteller Radkutsche hat Handwerker und Citylogistiker im Blick des mindestens 3.672-Euro-Geräts (netto). Das Vorderrad wird von einem 250-Watt-Nabenmotor der Firma eZee angetrieben. Ein 5:1-Planetengetriebe dosiert die Kraft so, dass der Motor beim Anfahren früher in einem effizienten Bereich arbeitet, als es ohne Untersetzung der Fall wäre.

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