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BVF: Koalitionsvertrag nachbessern

BVF-Geschäftsführer Axel Schäfer: "Anbieter nutzen staatliche Mittel in beachtlicher Höhe, verlangen auf der anderen Seite aber utopische Preise. Das kann nicht angehen."
© Foto: BVF

Der Fuhrparkverband bezieht Stellung zum Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung. Grundsätzlich hält die Branche die Maßnahmen für sinnvoll, sieht aber durchaus noch Handlungsbedarf.


Datum:
08.12.2021
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Der Koalitionsvertrag zwischen SPD, Grünen und FDP bietet aus Sicht des Bundesverbands Fuhrparkmanagement (BVF) zwar gute Ansätze für eine Mobilitätswende. Die Branche fordert aber weitere Maßnahmen, um dem Klimawandel endgültig entgegenzuwirken. Bemängelt wird vor allem der starke Fokus der neuen Bundesregierung auf die Elektromobilität. Andere alternative Antriebsformen würden dadurch in den Hintergrund geraten.

Wie berichtet, will die Ampel-Koalition zur Veränderung der Mobilität vor allem den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und den Hochlauf der E-Mobilität forcieren. Das Ziel: Deutschland als Leitmarkt für E-Mobilität mit mindestens 15 Millionen Elektro-Pkw im Jahr 2030 etablieren. "Ein ambitioniertes Ziel auf dem Weg zur Klimawende – aber wichtig. Allerdings kann Elektromobilität auf lange Sicht nur funktionieren, wenn die entsprechende Ladeinfrastruktur gegeben ist. Und da sehen wir noch immer Probleme", sagte BVF-Geschäftsführer Axel Schäfer in Mannheim. In erster Linie müsse man den Tarifdschungel und die damit verbundene Monopolstellung der Stromanbieter bekämpfen.

Das Ziel im Koalitionsvertrag, bis 2030 eine Million öffentlich zugängliche Ladepunkte zu haben, sei zwar wichtig, um die Elektromobilität attraktiv zu halten, zu den Schwierigkeiten des Ladens zähle aber nicht nur die Anzahl an Ladesäulen, so Schäfer weiter. Die Anreize für E-Autos würden vor allem durch die Vielfalt an Tarifen und den teilweise fehlenden Wettbewerb gehemmt.

Die neue Regierung setzt auf Transparenz der Preise und will das Laden durch einen öffentlich einsehbaren Belegungsstatus vereinfachen. Dem Tarifdschungel wirkt das aber noch nicht entgegen. Schäfer: "Wir haben in Deutschland mehrere hundert verschiedene Tarife, deren preisliche Spannweite sehr weit auseinandergeht. Um dem entgegenzuwirken, halten wir eine Preisdeckelung in einem ersten Schritt für sinnvoll. Anbieter nutzen staatliche Mittel in beachtlicher Höhe, verlangen auf der anderen Seite aber utopische Preise. Das kann nicht angehen."

Fördermittel überdenken

Ein großes Manko besteht laut Schäfer noch immer in der Förderung von Plug-in-Hybriden. Diese ist auch bei der Verlängerung der Ende 2021 auslaufenden Innovationsprämie um ein weiteres Jahr vorgesehen. "Wir halten das für falsch, da sie in den meisten Fällen nicht elektrisch gefahren werden. PlugIn-Hybride sollten aus der Förderung rausfallen, da es bei der Mobilitätswende nicht um den Ausbau der Elektromobilität, sondern um die Reduzierung der CO2-Emissionen geht. PlugIn-Hybride leisten daran aber keinen großen Anteil", kritisierte Schäfer.

Generell sei es wünschenswert, wenn die Koalition den Fokus stärker auch auf andere alternative Möglichkeiten lege, so der BVF-Geschäftsführer weiter. Das Thema der alternativen Kraftstoffe bleibe immer noch unscharf – positive Signale in Richtung eFuels würden sich aber abzeichnen. Die Koalition müsse den Blick für Alternativen öffnen und diese gezielt fördern.

Schäfer abschließend: "Wir blicken gespannt in die Zukunft und wünschen uns, dass wir gemeinsam die Mobilitätswende erreichen. Der Fuhrparkverband unterstützt dabei." (red)

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