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"Der Fuhrparkmanager hat eine enorme Aufgabe"

Die Fleetpool-Group ist Pionier und großer Player im Auto-Abo-Geschäft. Allein in unserer Übersicht haben wir vier Marken der Kölner aufgeführt, die unterschiedlichen Ansprüchen gerecht werden. Fleetpool agiert auch als Universallösung für Anbieter, die auf eine etablierte Software-Infrastruktur aufbauen wollen. Im Interview beantwortet Geschäftsführer Gert Schaub einige Fragen zum Auto-Abo.


Datum:
01.04.2021
Autor:
mb
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Herr Schaub, Sie haben Fleetpool vor zwölf Jahren gegründet. Wo lag damals der Kern Ihres Geschäfts?

Gert Schaub: Am Anfang drehte sich bei uns alles um die Fahrzeugbeschaffung für Firmenkunden. Und das lief wegen der Banken- und Wirtschaftskrise und der daraufhin gewährten Abwrackprämie nicht so einfach und es war eher der Privatkunde, der bei Herstellern und Händlern im Fokus stand. Vor acht Jahren haben wir mit der Fleetpool-Group für die vermehrt aufkommenden Kundenanfragen nach flexibler und einfacher Mobilität ein Nutzungsmodell bereitgestellt, das heute als'Auto-Abo' in aller Munde ist. Im B2B-Segment entwickelten wir für unseren ersten großen Partner, der Zurich-Gruppe, die erste Auto-Abo-Marke eazycars. Ursprünglich als Überbrückungslösung ins Leben gerufen, haben wir seinerzeit bei Händlern Autos gekauft und stellten mit eazycars den Agenturen der Zurich-Group schnell und einfach Fahrzeuge für den kurzfristigen Bedarf zur Verfügung. Dieser Use Case hatte großen Erfolg und so haben wir ihn zum vollständigen Auto-Abo als nachhaltiges Geschäftsmodell weiterentwickelt mit knapp 15.000 aktiven Verträgen in 2020.

Und nun gibt es über der Fleetpool Group die Fleetpool Holding. Was hat es damit auf sich?

G. Schaub: Fleetpool wurde bei Gründung nicht strategisch aufgebaut, um nach drei Jahren an den nächsten Investor weitergereicht zu werden. Wir sind organisch gewachsen, haben hier und da eine neue Firma aufgebaut und neue Geschäftsbereiche erschlossen wie zuletzt mit dem Aufbau unserer eigenen Logistik-Center. Alles hat sich primär an den operativen Erfordernissen orientiert und da bedarf es in der Dimension, in der wir mittlerweile angekommen sind, einfach mehr Struktur und diese wurde nun mit der Holding geschaffen. Weitere Unternehmens-Entwicklungen werden bei uns sicherlich folgen, denn der Auto-Abo-Markt nimmt gerade erst richtig Fahrt auf.

Welche Marken gehören zu Fleetpool?

G. Schaub: Die Marke eazycars gab den Auftakt für zahlreiche Weiterentwicklungen der Auto-Abo-Idee. Wir erkannten schnell: Kundenbedürfnisse unterscheiden sich je nach Zielgruppe.'Eine Lösung für alle' reicht nicht. Die Angebotsstruktur muss differenziert aufgebaut werden, denn der Nutzer erwartet in unserer datengetriebenen Welt eine personalisierte Ansprache. Daher entwickelten wir maßgeschneiderte Mobilitätslösungen in verschiedenen Markenwelten für unterschiedliche Kundengruppen, sog. Customized Mobility Solutions. Um diese Flexibilität abzubilden, werden die IT-Systeme wie Mobilitätswebshop bei Fleetpool inhouse entwickelt. Somit betreiben wir mit 140 Mitarbeitern eigene Mobility Brands wie eazycars, like2drive, dbb autoabo und eazyway, in Kooperation mit sonnen das E-Auto-Abo sonnenDrive, mit Toyota KINTO Flex und mit Seat Conqar sowie demnächst noch für einen weiteren OEM.

Wie hebt sich Ihr Angebot von Mitbewerbern ab?

G. Schaub: Die Zahl der Anbieter wächst und oberflächlich betrachtet sind die Angebote gleich oder ähnlich. Im Detail finden sich aber brutal viele Unterschiede. Einige erkennt der Nutzer bereits bei der Modellübersicht, andere erst bei der Buchung und sehr viele erst im tatsächlichen Betrieb. Eine verschachtelte Aufpreis-Politik gibt es bei uns nicht. Die Buchung ist bei uns volldigital ohne Systembrüche. Die Abholung und der Tausch sind bei uns automatisiert und durchorganisiert. Das sieht bei vielen noch anders aus. Wir haben eine Folgequote von 78 Prozent durch unser Prozess-Know-how. Unser Vorsprung an Erfahrung und Infrastruktur ist so schnell nicht aufzuholen.

Ist das Auto-Abo Katalysator für die E-Mobilität?

G. Schaub: Absolut! Noch sehen wir beim Thema E-Mobilität viel Verunsicherung bei Kunden. So haben wir zusammen mit dem Speicherhersteller und Energieanbeiter sonnen bereits vor eineinhalb Jahren das reine E-Auto-Abo sonnenDrive entwickelt, um dessen Kunden die enorme Unsicherheit und auch das immer noch vorhandene Misstrauen gegenüber der Alltagstauglichkeit dieser Technologie zu nehmen. Oftmals verfügen Kunden über die nötige Ladeinfrastruktur, wollen sich aber noch nicht an ein rein elektrisches Modell binden. Den Kunden nehmen wir die Angst und machen den Einstieg einfach.

Was sehen Sie als größten Benefit des Auto-Abos für Fuhrparkbetreibende?

G. Schaub: Für alle kleinen und mittleren Unternehmen ist das Abo definitiv eine große Hilfe. Unfälle, Halterhaftung, Überbrückungsfahrzeuge, Neuanschaffungen, Reifenersatz usw. sind komplexe Themen und Zeitfresser, die der Kunde komplett an uns auslagert. Wenn aber 20 und mehr Autos im eigenen Betrieb laufen, muss alles professionalisiert werden. Der Fuhrparkmanager im Unternehmen hat eine enorme Aufgabe und eine große Verantwortung, eine professionelle Aus- und Weiterbildung ist unbedingt erforderlich. Dann ist das Auto-Abo eine sinnvolle Ergänzung bei Neueinstellungen oder temporärem Bedarf. Wir merken aber, dass viele Unternehmen sich von reinen Motivations-Dienstwagen trennen und den Mitarbeitern ein Mobilitätsbudget geben, mit dem sie sich dann selbst ein Fahrzeug organisieren. In diesen Fällen ist das Auto-Abo wiederum bei allen Unternehmensgrößen erste Wahl.

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