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Dreisam, Freiburg: Neue Wege für die Pflege

Das Mobilitäts-Team: Fuhrparkleiter S. Janssen, Prokurist M. Lörcher, Geschäftsführerin A. Kössl-Janssen und M. Dossmann, Abteilungsleiter.
© Foto: Annemarie Schneider

Der Freiburger Sozialdienst hat mit dem Zuwachs an Firmenwagen sein Fuhrparkmanagement ganz neu aufgestellt und damit die Herausforderungen der Kfz-Nutzung in der Pandemie schnell bewerkstelligt.


Datum:
28.06.2021
Autor:
Annemarie Schneider
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Über 1,4 Millionen Kilometer legen die Mitarbeiter der Dreisam Sozialmedizinischen Pflegebetriebe und des Palliativnetzes Freiburg mit 80 Firmenfahrzeugen zurück. Die Gesamtlaufleistung entspricht einem Plus von mehr als 50 Prozent gegenüber 2013, als der Fuhrpark noch rund 50 Kfz gezählt hat.

Denn nicht nur die Tagespflege-Stationen sind von einer auf vier gestiegen, sondern auch ein Pflegeheim ist zu den weiteren vier Sozialstationen hinzugekommen. Aufgrund der Tagespflege befinden sich jetzt neben den 67 Pkw auch acht Kleinbusse und fünf Transporter im Bestand, mit denen Tagesgäste von und nach Hause gefahren werden respektive Material befördert wird. Bei den leichten Nutzfahrzeugen handelt es sich vorwiegend um Ford Transit und Ford Tourneo Connect mit 101 und 131 PS starken Selbstzündern. Die Pkw-Flotte für die Pflegekräfte setzt sich aus 52 Klein-, hauptsächlich Ford Fiesta mit 75 PS-Ottomotor, und 15 Kompaktklassewagen zusammen.

Dienstauto für Führungskräfte

Die Modelle dieser Kategorie rekrutieren sich aus Ford Focus als Kombi mit Benzinoder Dieselmotoren, die meist 120 PS leisten. "Diese Autos werden von Abteilungsleitern und Mitarbeitern des Palliativnetzes gefahren. Erstere, weil sie oft Besprechungsmaterialien und andere geschäftliche Dinge transportieren, und zweitens, weil sie sehr viele Pflegemittel mitführen müssen", sagt Antje Kössl-Janssen. Die Geschäftsführerin von Dreisam ergänzt:"Diese Autos können von Führungskräften auf Wunsch auch privat genutzt werden, weshalb aktuell zehn nach der Ein-Prozent- Regelung versteuert werden."

Optimierung mit Fuhrparkleiter

Mit der Flotte sind die Aufgaben rund um den Fahrzeugbetrieb gewachsen. Kössl-Janssen hat deshalb Stefan Janssen als Personal- und Fuhrparkleiter abgeworben und zum 1. Januar 2017 eingestellt. Der Speditions- und Personalfachkaufmann, der zudem Dekra-zertifizierter Fuhrparkmanager ist, nutzt seither einen Teil seiner Arbeitszeit, um die Stellschrauben im Management anzuziehen oder neu zu justieren.

Kürzere Leasingzeiten

Eine Maßnahme: die Laufzeit der reinen Finanz-Leasingverträge mit jedem Neuabschluss von 36 auf 24 Monate zu verringern. Hintergrund ist, dass der Abschluss einjähriger Anschlussgarantien nicht mehr möglich war, sondern nur noch eine deutlich teurere für fünf Jahre.

Die Laufleistungen sind gleich geblieben. Sie betragen bei den Pkw 20.000 Kilometer sowie bei den Transportern und Bussen 15.000 Kilometer pro Jahr. "Trotz der höheren Leasingraten sparen wir nun aufgrund des Wegfalls der Garantie und des großen Kundendienstes pro Jahr um die 600 Euro pro Fahrzeug", sagt Janssen. Es sind allerdings nicht alle Fahrzeuge geleast. Rund 20 sind gekauft oder sogar gespendet. Diese werden meist verkauft, wenn sich die Gesamtlaufleistung den 100.000 Kilometern nähert. Daran hat der Fuhrparkleiter nichts geändert. Bei Leasing sowie Kauf greift er nach wie vor auf den Rahmenvertrag des Deutschen Roten Kreuzes zurück.

Janssen hat aber noch andere Bereiche umgekrempelt. So hat er beispielsweise die DKV-Karte eingeführt, so dass die Mitarbeiter im Vergleich zur vorherigen Lösung ein größeres Tankstellennetz mit mehr Anbietern anfahren können und niedrigere Tankkosten entstehen. Außerdem ist jetzt neben dem Markenhändler vor Ort ein Smart-Repair-Unternehmen für die Instandsetzung an Bord.

Versicherungskosten gesenkt

Einen großen Brocken hat Janssen zusammen mit dem Makler durch die Neuverhandlung der Flottenversicherung eingespart. Nachdem Dreisam vor zwei Jahren den langjährigen Versicherer gewechselt hat, ist dieser ein halbes Jahr später wieder auf den Sozialdienst mit einem neuen Angebot zugekommen. Dieses hat die Beiträge und Konditionen noch mal verbessert. Alle Kfz sind nun für einen jährlichen Pauschalbetrag mit einer Selbstbeteiligung von jeweils 150 Euro in der Teil- und 300 Euro in der Vollkasko eingedeckt, der um fast 40 Prozent unter dem vorherigen liegt. "Zusätzlich geht der Beitrag um maximal fünf Prozent hoch, egal wie viele Schäden wir haben", sagt Kössl-Janssen. Trotzdem werde der eine oder andere Schaden zurückgekauft, damit die Schadenquote bei 75 bis 80 Prozent bleibt und dies die künftigen Verhandlungen nicht belastet. So fährt das Unternehmen unterm Strich deutlich besser.

Digitale Neuerungen

Daneben ist seit gut drei Jahren die elektronische Führerscheinkontrolle plus jährliche Fahrerunterweisung mittels Lap ID verpflichtend. "Die Fahrerunterweisung können die Mitarbeiter zuhause oder im Betrieb am PC inklusive eines kleinen Tests in etwa einer Stunde absolvieren", sagt Janssen. Des Weiteren ist das Fuhrparkmanagement großteils digitalisiert. Dreisam hat ein Softwaremodul im Einsatz, das Teil des Gesamtprogramms für die Pflege ist. Darüber werden nicht nur die Touren geplant und dokumentiert, sondern auch die Fahrzeuge verwaltet. Der Flottenverantwortliche hat darin digitale Akten für jedes Fahrzeug angelegt, um unter anderem Termine für Inspektionen, TÜV und Auslauf der Leasingverträge zu überwachen, Vertragsmodalitäten abzulegen und Kraftstoff- sowie Schadenkosten zu monitoren.

Den Corona-Vorgaben angepasst

Zugleich hat die Corona-Krise neue Herausforderungen nach sich gezogen, welche die Firmenwagen betreffen. Eine sind die Hygiene-Vorschriften, die es zu erfüllen gilt. "Die Fahrzeuge im Personentransport wurden deshalb dauerhaft mit Plastiktrennscheiben ausgerüstet, die fest verbaut, vom TÜV abgenommen und in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 eingetragen sind", so Janssen. Dies ergänzt Maßnahmen wie die Mitarbeitertests zwei Mal pro Woche, Impfungen und Desinfektionsvorgaben. "Durch die getrennten Fahreinheiten schaffen wir größere Sicherheit vor Virenzirkulation."

Bike-Leasing = Infektionsschutz

Die Pandemie hat bei Dreisam auch den Anstoß gegeben, das Leasing von Fahrrädern und E-Bikes für die Belegschaft zu ermöglichen."Viele unserer Mitarbeiter wohnen in der Nähe der Stationen. Damit wir die Infektionsrisiken senken und diejenigen ohne Dienstauto so mobilisieren, dass sie keine Bahn mehr nutzen müssen, haben wir 2020 eine Partnerschaft mit Jobrad gestartet", sagt Kössl-Janssen.

Der Arbeitgeber bezuschusst das Angebot mit einem Prozent des Bruttolohnes und übernimmt die Versicherung. Die Leasing- sowie die Servicerate wird dem Nutzer dann vom Bruttobetrag abgezogen. Ein Beispiel: Verdient der Mitarbeiter 3.200 Euro brutto, zahlt der Sozialdienst 32 Euro drauf. Von den 3.232 Euro wird dann die Leasingrate plus fünf Euro für den Service abgezogen. Variable Gehaltsbestandteile wie Zuschläge werden nicht mit einbezogen. "Rund 50 Mitarbeiter haben schon Fahrräder für drei Jahre geleast. Die meisten sind E-Bikes", berichtet die Geschäftsführerin.

Zukunftsplan: Elektrifizierung

Für die kommenden Jahre steht nun ein Projekt ins Haus, das den Fuhrpark und das Management wieder auf ein neues Fundament stellen soll. "Wir feilen daran, schrittweise auf Elektrofahrzeuge umzustellen", erläutert Kössl-Janssen. Sie listet die Gründe in Stichpunkten auf:"Steuerliche Vorteile, Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz, günstigere Mobilität, positive Werbung."

Da Dreisam die Geschäftsräume hauptsächlich angemietet hat, laufen Gespräche mit den vermietenden Unternehmen, ob und wie die Infrastruktur dafür an den einzelnen Standorten geschaffen werden kann. "Außerdem müssen wir den dienstwagenberechtigten Mitarbeitern Lösungen für Zuhause bieten. Hierfür schauen wir ebenfalls gerade nach Lösungen, möglichen Zuschüssen und Finanzierungsmöglichkeiten", ergänzt der Flottenverantwortliche Janssen.

Für die Pflege hat er nach verschiedenen Probefahrten schon ein Auto im Visier: den E-Smart, der sich aufgrund der Größe gerade innerstädtisch anbietet. Bei Dienstwagenberechtigten werden die Angebote noch ausgelotet. Beide Führungskräfte schätzen, dass sie künftig rund 80 Prozent der Kfz mit Elektro- oder Hybrid-Antrieb ordern können.

Dreisam Pflegebetriebe

Die Dreisam Sozialmedizinische Pflegebetriebe gGmbH beschäftigt an insgesamt neun Standorten in und um Freiburg über 300 Mitarbeiter. Diese verteilen sich auf vier Sozialstationen, vier Tagespflegen und ein Pflegeheim. Des Weiteren ist die gemeinnützige Organisation Gesellschafter des Palliativnetzes Freiburg, dessen Fahrzeuge mitverwaltet werden. Die Leistungen umfassen folglich Kranken-, Alten- sowie Intensivpflege mit dem Schwerpunkt Palliativmedizin und 24-Stunden-Dienst. Dreisam wurde 1991 von der AWO Freiburg, des DRK Kreisverbandes Freiburg und des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg gegründet.

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