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Elektroautos im Winter: So können Flottenmanager die Reichweite realistischer einschätzen

Bei tiefen Temperaturen ist die Reichweite von Elektroautos stark reduziert.
© Foto: Mercedes-Benz

Ein Experte erklärt, worauf es ankommt – es hängt nämlich gar nicht unbedingt allein von der Außentemperatur ab. Das sind die besten Tipps.


Datum:
07.02.2022
Autor:
Autoflotte
Lesezeit:
3 min
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Niedrige Temperaturen wirken sich auf die Leistungsfähigkeit von Lithiumbatterien aus, diese reagieren dann träger, können also weniger Energie abgeben. Tatsächlich wirkt sich dieser Effekt allerdings auf die Reichweite weniger stark aus als Zusatzlasten. Dieser Überzeugung ist Klaus Böckers, Vice President Nordics, Central and Eastern Europe bei Geotab.

Heizen ist sehr energieintensiv

Zusatzlasten sind zum Beispiel Systeme, die speziell dafür entwickelt wurden, um Batterien im optimalen Temperaturbereich zu halten. Hinzu kommt noch die Heizung, beziehungsweise Klimatisierung des Innenraumes. Heizen mit Elektrizität ist immer ein sehr energieintensiver Vorgang. Die elektrische Fahrzeugheizung kann unter Volllast auf bis zu 5.000 Watt, beziehungsweise 5 kW kommen. Beispiel: Bei einer durchschnittlichen Batterie von 60 kWh würde das bedeuten, dass nach einer Heizdauer (unter Volllast) von zwölf Stunden die Batterie leer wäre – ohne auch nur einen Meter gefahren zu sein.

Das Unternehmen Geotab wertete Daten von 5,2 Millionen Fahrten von 4.200 Elektrofahrzeugen durch. Darunter befanden sich 102 verschiedene Kombinationen von Hersteller und Baujahr. Es zeigte sich, dass die meisten Fahrzeuge unabhängig vom Hersteller einer ähnlichen Reichweitenkurve folgen. Das Optimum dieser Kurve liegt bei 21,5 Grad Celsius wobei die Ausschläge nach unten größer sind. Das bedeutet, dass niedrige Temperaturen die Reichweite stärker beeinflussen.

Interessant: Im Optimum konnte die angegebene Nennreichweite sogar übertroffen werden kann. Dafür können aber bei minus 15 Grad dagegen durchschnittlich nur 54 Prozent der Nennreichweite erreicht werden. In der Praxis heißt das: Ein Auto, das für 402 Kilometer ausgelegt ist, kommt dann nur 217 Kilometer weit. Selbst bei moderaten null Grad fällt die Reichweite des Beispielfahrzeugs auf etwa 320 Kilometer. Das ist ein Faktum, das Flottenmanager und Endverbraucher unbedingt bei ihrer Routenplanung bedenken müssen.

Tipps für sparsames Fahren

  • Besonders viel Energie geht verloren, wenn die Kabinenluft aufgeheizt werden muss. Dabei können Leistungen zwischen 3.000 und 5.000 Watt erreicht werden.
  • Wesentlich effizienter sind die Systeme der Sitz- und Lenkradheizung, diese benötigen lediglich etwa 75 Watt. Wenn immer möglich sollten Fahrer also bevorzugt darauf zurückgreifen.
  • Eine weitere wirksame Maßnahme ist, das Fahrzeug bereits vor Fahrtantritt auf die gewünschte Temperatur zu bringen, solange es also noch am Stromnetz angeschlossen ist.
  • Generell sollten E-Autofahrer darauf achten, ihr Fahrzeug keinen extremen Temperaturen auszusetzen, also nach Möglichkeiten immer in einer Garage oder an heißen Tagen zumindest im Schatten zu parken.
  • An extrem heißen oder kalten Tagen empfiehlt es sich zudem, ungenutzte Fahrzeuge am Netz zu lassen. Allerdings nicht, um diese zu laden, sondern um die Temperaturregulierung der Batterie aus dem Netz zu speisen.
  • Neben diesen Aspekten hat natürlich auch die Fahrweise maßgeblichen Einfluss auf die Reichweite – ebenso wie bei Verbrennern. Statt abrupt zu beschleunigen und zu bremsen, sollten auch die Fahrer von E-Autos möglichst gleichmäßig fahren.
  • Außerdem sollte nach Möglichkeit die Rekuperationsbremse ("One-Pedal-Driving") genutzt werden, um beim Verzögern möglichst viel Energie zurückzugewinnen. (AF)
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