Staus verursachen nicht nur Zeitverluste, sondern treiben auch die Betriebskosten gewerblicher Flotten in die Höhe. Nach Berechnungen des Fuhrparkmanagement-Spezialisten Geotab verbrauchten vernetzte Fahrzeuge im Jahr 2025 in sieben europäischen Hauptstädten mehr als 1,58 Millionen Liter Kraftstoff allein im Leerlauf. Die dadurch entstandenen Kosten beziffert das Unternehmen auf rund 2,6 Millionen Euro.
Die Ergebnisse stammen aus dem Geotab-Index zur Frachteffizienz in europäischen Städten. Dafür wertete das Unternehmen über einen Zeitraum von zwölf Monaten Daten vernetzter Fahrzeuge in sieben Metropolen aus.
In Berlin lag der Anteil des Leerlaufverbrauchs bei Lastwagen bei 8,5 Prozent. Gemeint ist damit das Verhältnis zwischen dem Kraftstoffverbrauch im Stand und dem gesamten Kraftstoffverbrauch. Nach Einschätzung von Geotab trägt das polyzentrische Straßennetz der Hauptstadt dazu bei, die Verkehrsströme stärker zu verteilen und ausgeprägte Stop-and-Go-Situationen zu begrenzen.
Bei Personenwagen fiel die Leerlaufquote in Berlin mit 13,2 Prozent deutlich höher aus. Geotab sieht darin einen Hinweis darauf, dass professionell gesteuerte gewerbliche Flotten das bestehende Straßennetz effizienter nutzen als privat oder weniger systematisch eingesetzte Fahrzeuge.
Erhebliche finanzielle und ökologische Belastungen
"Stau wurde bisher vor allem unter zeitlichen Gesichtspunkten gemessen: Wie lange Fahrten dauern, wie stark Straßen ausgelastet sind und wie sich Verzögerungen auf den Betrieb auswirken", sagt Fabian Seithel, AVP Sales EMEA bei Geotab. Die Analyse mache jedoch deutlich, dass sich hinter den Verzögerungen zusätzlich erhebliche finanzielle und ökologische Belastungen verbergen. Entscheidend sei deshalb, transparent zu machen, wo und wann diese Kosten entstehen.
Die Berechnung basiert auf den durchschnittlichen europäischen Kraftstoffpreisen des Jahres 2025. Angesichts des zwischenzeitlich auf mehr als zwei Euro je Liter gestiegenen Dieselpreises würden vergleichbare Leerlaufzeiten nach Geotab-Berechnungen inzwischen Kosten von rund 3,6 Millionen Euro verursachen.