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Holman: Über Kollegen und Firmenkultur

Markus Stumpp (links) und Thilo Widmayer im Büro in Stuttgart Vaihingen; Geschäftsführer Majk Strika ist online zugeschaltet.
© Foto: Michael Blumenstein/Autoflotte

Holman will auch 2023 gesund und profitabel wachsen. Zusätzliche Mitarbeiter, eine neue Digitalstrategie und die echten Belange der Kunden stehen auf der Agenda des Finanzierungsspezialisten.


Datum:
22.12.2022
Autor:
Michael Blumenstein/Autoflotte
Lesezeit:
4 min
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In den letzten Jahren hat sich bei Holman einiges getan. Nicht nur der Name Ari Fleet wurde im Frühjahr 2022 gegen den der US-Mutter Holman getauscht, man hat während der Coronazeit auch viele neue Mitarbeiter eingestellt - 70 um genau zu sein. 240 teilen sich nun auf die Standorte in Eschborn und Stuttgart auf. Einer der neuen Kollegen ist Markus Stumpp, der zuletzt beim Schadenregulierer Innovation Group (IG), die seit Kurzem zur Allianz gehören, und davor unter anderem für Fleet Logistics tätig war. Er verstärkt Holman seit Sommer 2022. Wir treffen Markus Stumpp, Director Operations, und Thilo Widmayer, Director Finance, im Stuttgarter Büro.


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Holman: Analog und digital Hand in Hand

Managing Director Majk Strika ist online zugeschaltet. Eine perfekte Verknüpfung aus analog und digital:"Wir haben seit gut zwei Jahren eine gelebte Homeoffice-Policy. Seit Juni 2022 sind wir nun in der Regel zwei Tage die Woche im Büro. Es gibt Abteilungen, da ist Homeoffice perfekt umsetzbar, bei anderen ist es etwas schwieriger." Strika und sein Führungsteam wissen, welche Möglichkeiten die Digitalisierung bietet und was sie gewinnen können. "In der Vergangenheit waren wir auf die Arbeitsmärkte an den Standorten Stuttgart und Eschborn beschränkt. Jetzt eröffnet sich uns die Möglichkeit, bundesweit Talente einzustellen", so Strika.

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Dennoch sind sich alle einig, dass man sich auch im Arbeitsleben kennenlernen muss und dass dies nach wie vor am besten in Präsenz passiert. "Der erste Kontakt gelingt auf digitalem Weg schneller und ist unverbindlicher. Keiner ist stundenlang angereist. So bekommen auch wir mehr Erstkontakte. Aber der zweite Schritt muss in Präsenz stattfinden", ist Widmayer nach wie vor überzeugt. Und auch Stumpp meint:"Es ist etwas anderes, ob du Fußball auf dem Rasen spielst oder ob man sich in 2 D zum Spiel trifft. Ja, die Arbeitswelt hat sich verändert. Aber ein Stück der alten Welt ist noch wichtig. Es geht sonst das Menschliche verloren."

Das Menschliche ist bei Holman einer der wichtigsten Aspekte, denn, da ist sich Widmayer sicher: "Kunden wollen, dass man sich persönlich um sie kümmert. Es begeistert Menschen, wenn man sich Zeit für deren Belange nimmt. Selbst dann, wenn nicht immer alles gelöst werden kann. Der Wille und das Engagement zählen. Man muss Vertrauen aufbauen, das geht persönlich doch am besten." Und Strika ergänzt:"Das Flottenmanagement ist ja nichts anderes als das normale Leben. Um sich zu verstehen, muss man sich tatsächlich kennenlernen. Und wir haben in den letzten Jahren davon profitiert, dass wir so sind, wie wir sind, im fairen Umgang mit Mitarbeitern und Kunden. Und ich glaube, wer uns erlebt hat, nimmt uns anders wahr, als wenn er uns nur im Prospekt sieht."

Holman mit Digitalstrategie

Trotz all der Nähe geht es bei Holman sehr digital zu. Auch dafür wurde Markus Stumpp geholt: "Unternehmen müssen in Zukunft ein digitales Produkt in der Tasche haben - nicht ausschließlich. Der Arbeitgebermarkt wird trotz steigender Digitalisierung immer schwieriger. Man ist gezwungen, alles mit weniger Menschen hinzubekommen. Nicht, weil Du nicht die Bereitschaft hast, Menschen einzustellen. Man findet sie schlichtweg nicht mehr. Das Problem ist aktuell, dass Deutschland maximal an der Stufe zum digitalen Schwellenland steht. Hinzu kommt der Entwicklungsstand in den Unternehmen. Der ist so heterogen, dass es ganz schwierig ist, mit einer generellen digitalen Lösung darauf aufzusetzen. Ich bin aber davon überzeugt, dass Unternehmen, die Dienstleistungen in fünf Jahren nicht auf dem Smartphone abbilden können, weg sind." Strika bestätigt: "Flottenmanagement ist jedoch auch ein Business für und von Menschen. Diese komplett zu ersetzen, sollte und darf nicht passieren."

Fast Lane heißt seit Frühjahr 2022 das Holman-Projekt, womit sie in den kommenden zwei Jahren die Firma "auf den Kopf stellen" möchten. Konkret bedeutet es, dass künftig noch mehr auf Digitalisierung gesetzt wird und zwar dort, wo mehr Digitalprozesse und -lösungen Sinn ergeben und einen Mehrwert für die Kunden darstellen. Zudem werden die Dienstleistungen und Services weiter optimiert, um auch als Generalist die Qualitätsanforderungen der Kunden immer zu treffen.

Laut Stumpp werden aber die unabhängigen Spezialisten in Zukunft rarer - was der Kauf von IG durch die Allianz vor Augen führt. Und Strika ergänzt: "Markus ist an Bord, weil er aus der Vergangenheit die Erfahrung eines Generalisten mitbringt. Dann hat er den Spezialisten gesehen, um jetzt unsere Schwerter zu schärfen, damit wir noch besser filetieren können, was unsere Kunden wünschen, und trotz unseres breiten Angebots mehr wie ein Spezialist gesehen werden können. Denn wir wollen am Markt als die Company gelten, die den besten Service und die beste operative Qualität bietet - entweder in Eigenregie oder durch einen Spezialisten, den wir an der Hand haben. Ein Siloansatz wird in Zukunft immer schwieriger."

Laut Strika kommen zu Holman die Kunden, die Mobilität betrieblich benötigen, da sie damit Dienstleistungen erbringen können und auch erkannt haben, dass sie durch die gängigen geschlossenen Produkte am Markt eingeschränkt sind: "Der Leasingmarkt spielt gerade verrückt. Kunden werden benötigte Fahrzeuge aufgrund des Leasingendes entzogen, da Leasinggesellschaften im Moment überproportionale Margen mit gebrauchten Leasingfahrzeugen erzielen. Unabhängig davon, ob diese von den Kunden noch benötigt werden oder nicht. Die Situation wird durch die Lieferkettenproblematik noch verschärft. Und nun erkennen viele Kunden, in welch starrem Konstrukt sie gefangen sind. Das spielt uns in die Karten. Unsere Kunden haben keine Probleme mit Laufzeiten. Die fahren die Fahrzeuge, solange sie wollen. Da spielt es keine Rolle, ob sie noch einen Satz Reifen benötigen, den zahlen sie ja sowieso, aber eben nur das, was tatsächlich konsumiert wird."


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Holman: 100.000 Autos in der Verwaltung

Holman Deutschland verwaltet derzeit rund 100.000 Autos. Vor vier Jahren hatte (damals noch) Ari Fleet rund 20.000 Autos. "Wir wollen nicht nur der Allrounder sein, der gefühlt bei allem irgendwie mitmischt - aber in keiner Disziplin besonders heraussticht", betont Strika. "Deshalb möchten wir unter unserem Dach den besten Service selbst bieten - beziehungsweise uns auf dem Markt mit den besten Partnern zusammentun. Wir geben unseren Kunden die volle Transparenz und den Input, wo und wie sie Geld sparen können. Kunden lernen uns mit einem Produkt kennen und verstehen, wie wir arbeiten." Einer der großen Kunden ist die EnBW, die derzeit 1.500 Fahrzeuge über Holman least.

"Dort begann es - wie bei vielen anderen Kunden - lediglich mit einem Produkt und mittlerweile hat das Unternehmen einen Mix an Services und Finanzierungen unter Vertrag", so Strika. "Viele Marktteilnehmer und vor allem Hersteller und Leasinggesellschaften sind aufgrund der derzeitigen wirtschaftlichen Situation mit Preiserhöhungen beschäftigt. Dies geht zulasten der Planungssicherheit von Kunden."

Hier kommt wieder der Finanzprofi Widmayer ins Thema:"Wir verzichten lieber mal auf einen Euro und sind uns sicher, dass wir langfristig einen interessanten Business Case mit dem Kunden aufbauen können. Ich habe zehn Jahre im Private-Equity-Bereich gearbeitet. Da ist die Philosophie eine andere. Man schaut, wie das Kräfteverhältnis ist, und je mehr der Kunde in der Abhängigkeit ist, desto mehr wird er ausgepresst. Das leben wir hier komplett anders. Ich bin nach den vier Jahren an Bord überzeugt, dass unser Modell am Ende sogar das profitablere ist und das bessere sowieso."

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