Podiumsdiskussion: Vernetztes Fahrzeug als Chance

26.05.2011 12:49 Uhr
Die Diskussionsrunde zum Thema "Vernetztes Fahrzeug – Smartphone auf Rädern?" (v.l.): Arnd Weil (Nuance Communications), Stefan Bratzel (Center of Automotive), Matthias Braun (Automobilclub von Deutschland), Thomas Kade (ToMS Computersysteme), Eckhard Steinmeier (BMW) und Jörn Watzke (Navigon).
© Foto: Nuance

Welche Services kommen durch das Internet ins Auto? Inwiefern nützt die Vernetzung dem Autofahrer? Und gefährden die Dienste seine Sicherheit, weil er abgelenkt wird? Diese Fragen beschäftigten Vertreter der Automobilbranche, der Forschung, von Verbänden sowie Autofahrer bei einer Diskussionsrunde in München. Nuance, der Anbieter von Sprachlösungen, hatte verschiedene Experten zum Thema "Vernetztes Fahrzeug – Smartphone auf Rädern?" an einen Tisch gebracht. Vernetztes Fahren bezieht sich dabei auf jegliche Interaktion zwischen dem Fahrer und seinem Fahrzeug sowie zu anderen Personen, Einrichtungen oder Verkehrsteilnehmern. Bei dem Thema unterscheidet man zwischen den fest installierten In-Car-Lösungen, den Quasi-In-Car-Lösungen (Navis oder Smartphones) oder auch den Zusatzdiensten mithilfe von Apps. Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer darin, dass es durch das Internet und die Vernetzung nun einiges gebe, was Autofahren sicherer und komfortabler gemacht hätte. Dazu zähle beispielsweise der automatische Notruf. Auch im Bereich Infotainment habe sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Viele sinnvolle Dienste Viele Dienste, die mit dem Internet ins Auto gekommen sind, möchten viele Autofahrer nicht mehr missen: Aktuelle News, der Wetterbericht sowie Google oder Google-Street-View versorgen den Autofahrer fortlaufend und zielgerichtet mit Informationen. Die Anzeige von freien Parkplätzen oder der nächsten Tankstelle spart oft Zeit oder Ärger. "Menschen, die beruflich viel im Auto unterwegs sind, können die Zeit so sinnvoll nutzen", sagte Eckhard Steinmeier, Projektleiter Vernetztes Fahrzeug bei BMW. Dabei dürfe man allerdings keinesfalls alle Kunden über einen Kamm scheren. Berufliche Vielfahrer hätten hier andere Ansprüche als Schönwetter-Cabriofahrer. "Bei den Lösungen kommt es immer auf den Mehrwert für den Nutzer an", sagte Jörn Watzke von Navigon. So seien die vom Navihersteller entwickelten Apps "Find to Park" und "Traffic" gut nachgefragt. Daher sollten Dienste, die es bereits gibt, nicht eins zu eins für das Auto kopiert werden, sondern als Inspiration dienen. Herausforderung und Chance zugleich Apps hatte die Runde zuvor grundsätzlich als sinnvolle Informationsquelle für Autofahrer herausgearbeitet. "Ich würde die App weiter fassen, indem komplette Softwarepakete ins Auto geladen werden, was ein Update fürs Auto bedeutet", sagte BMW-Mann Steinmeier. Dafür müsse allerdings noch die Elektronik geschaffen werden. "Es gibt noch keine Killer-App fürs Auto, mit der sich ein Auto generell gut verkaufen lässt", sagte Stefan Bratzel vom Institut Center of Automotive. In Untersuchungen zum vernetzten Fahren hatte er herausgefunden, dass die 18- bis 25-Jährigen einen Monat lang gut aufs Auto verzichten könnten, jedoch nicht auf ihr Handy oder aufs Internet. Alle Diskussionsteilnehmer sahen die Vernetzung im Auto als Herausforderung und gleichzeitig als Chance. "Natürlich muss auch sichergestellt sein, dass die Dienste den Fahrer nicht ablenken und seine Sicherheit im Straßenverkehr nicht eingeschränkt wird", gab Matthias Braun vom Automobilclub von Deutschland zu bedenken. Mehr zu diesem Thema finden Sie in der Juli-Ausgabe der Autoflotte. (sn)

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