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Scheiben-Kalibrierung: Immer topaktuell

Kameras in der Windschutzscheibe liefern Bilddaten für die Assisetenzsysteme.
© Foto: Carglass

Mittels eines markenübergreifenden Online-Zugangs ermöglicht Carglass die rechtskonforme Kalibrierung von Fahrerassistenzsystemen fast aller neuen Fahrzeugmodelle.


Datum:
21.10.2021
Autor:
Dietmar Winkler,Rocco Swantusch
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Mehr und mehr Autos verfügen über Frontkameras, die hinter der Windschutzscheibe installiert sind und sicherheitsrelevante Fahrerassistenzsysteme mit den notwendigen Bildinformationen versorgen. Nach einem Frontscheibenaustausch müssen diese Systeme jedoch wieder ordnungsgemäß kalibriert werden, damit sie einwandfrei funktionieren.

Dazu sind Kalibriersysteme mit entsprechenden "Targets" verfügbar. Bereits 2019 eröffnete Carglass in München das "European Technology Center" als Kompetenzzentrum im Bereich Kalibrierung. Es dient als dedizierter Forschungs- und Entwicklungsstandort und spielt eine entscheidende Rolle für die Erprobung neuer Werkzeuge und Prozesse sowie die Optimierung der Fehlerdiagnostik.

Ein Experten-Team vor Ort dient als zentrale Anlaufstelle im Unternehmen für die frühzeitige und flächendeckende Diagnostik von Problemen bei der Kalibrierung einzelner Fahrzeugmodelle. Jede einzelne Kalibrierung bei Carglass erfolgt zu 100 Prozent nach Herstellervorgaben und wird mit einem Protokoll dokumentiert. Dieses ist im Zweifel ein wertvolles Indiz im Fall eines Unfalls, um falsch eingestellte Assistenzsysteme als Ursache ausschließen zu können. Kunden erhalten mit ihrer Rechnung einen Nachweis über die erfolgreiche Kalibrierung.

Erst reparieren, dann ersetzen

Kostenseitig heißt es auch hier: Jede Flotte ist anders. Daher werden gemeinsam mit Partnern individuelle Maßnahmen und Leistungen zu den vereinbarten Konditionen zusammengebracht. Dabei gilt die "Repair-First-Strategie". Zum Thema Preise heißt es aus Köln:"Auf Basis unserer Expertise sind wir in der Lage, die Prozesse sehr effizient und verlässlich umzusetzen. Unsere Leistungen sind daher speziell auf die Anforderungen unserer Partner aus der Versicherungswirtschaft und der Flottenkunden vor allem in Bezug auf die Flottengröße und Fuhrparkstruktur abgestimmt". So weit, so gut.

Abdeckung neuer Modelle

Jetzt geht Carglass noch einen Schritt weiter, um auch für die ganz aktuellen Fahrzeugmodelle stets die neuen Herstellervorgaben bei der Kalibrierung erfüllen zu können. Dank eines markenübergreifenden Online-Zugangs mit den Datenexperten von "AsTech" gewährleisten nun die Kölner die rechtskonforme Kalibrierung von erweiterten Fahrerassistenzsystemen (ADAS) bei nahezu allen neuen Fahrzeugmodellen direkt zur Markteinführung. Bisher waren die notwendigen Informationen für die Kalibrierung ausgewählter

Modelle insbesondere in den ersten Monaten nach dem Marktstart aufgrund von Datensicherheitsbarrieren ausschließlich für die Serviceorganisationen der jeweiligen Hersteller zugänglich. Diese Lücke nach dem Marktstart neuer Fahrzeugmodelle kann mit AsTech jetzt geschlossen werden. Wie dies funktioniert, berichtet Roland Wilkes, Technical Research & Development Manager bei Carglass, im Interview.

Roland Wilkes über die neuen technischen Helfer beim Kalibrieren

Welche Systeme zur Kalibrierung kommen bei Carglass zum Einsatz?

Roland Wilkes: Wir setzen seit 2015 das Multimarkentool CSC von Hella Gutmann mit den Originaltafeln für die einzelnen Fahrzeugmarken ein. In allen Filialen steht für die Kalibrierung ein ebener und gut beleuchteter Arbeitsplatz zur Verfügung und Mitarbeiter sind entsprechend geschult. Wir kalibrieren immer zu 100 Prozent nach Herstellervorgaben und protokollieren das auch.

Wie hoch ist der Anteil der Fahrzeuge bei Carglass, bei denen Kameras kalibriert werden müssen?

R. Wilkes: Wir hatten 2016 einen Anteil von neun Prozent von Fahrzeugen, die mit Fahrerassistenzsystemen ausgestattet waren und daher im Falle des Scheibenwechsels kalibriert werden mussten. Ende 2020 lag dieser Anteil bereits bei 28 Prozent - also nahezu ein Drittel der Fahrzeuge benötigt eine Kalibrierung, die Tendenz ist weiter steigend.

Wie lang dauert der Vorgang jeweils?

R. Wilkes: Das ist je nach Herstellervorgabe ein vorgegebener Prozess und dauert im Schnitt 35 bis 40 Minuten bei der statischen Kalibrierung. Für die dynamische Kalibrierung ist es schwer, einen Wert anzugeben, weil das auch immer von der gefahrenen Strecke abhängt.

Machen Sie grundsätzlich eine Achsvermessung oder nur wenn es den Verdacht auf eine verschobene Fahrgeometrie gibt?

R. Wilkes: Grundsätzlich ist eine Achsvermessung nicht vom OEM vorgeschrieben. Es muss aber laut Vorgabe überprüft werden, ob die Achsgeometrie in Ordnung ist. Daher schauen wir auf Hinweise wie einseitig abgefahrene Reifen oder Beschädigungen an der Felge. Wenn die geometrische Fahrachse der Hinterräder verzogen wäre, würde das mit dem CSC-Gerät ohnehin auffallen.

Wie erreicht Carglass für sich und seine Kunden Rechtssicherheit nach der Kalibrierung?

R. Wilkes: Es ist nicht möglich, eine Rechnung zu schreiben, wenn das Fahrzeug eine Kalibrierung benötigt, diese aber nicht erfolgreich durchgeführt wurde. Nur wenn die ordnungsgemäße Kalibrierung erfolgte, kann eine Rechnung geschrieben werden. Damit erreichen wir eine sehr hohe Rechtssicherheit.

Welche Aufgabe erfüllt die Zusammenarbeit mit AsTech?

R. Wilkes: 97 Prozent aller Fahrzeuge, die in die Werkstatt kommen, können wir mit dem Hella-Gutmann-System kalibrieren. Aber eine zunehmende Zahl von Fahrzeugen ist so neu, dass die Daten noch gar nicht im HGS-Diagnosegerät hinterlegt sind. Einige Hersteller haben begonnen, die OBD-Schnittstelle mit einem Security Gateway abzusichern, um unbefugten Zugriff zu verhindern. Das ist beispielsweise bei neueren Fahrzeuge von FCA der Fall oder beim Golf VIII. Um diese Lücke zu füllen, arbeiten wir zusätzlich mit Geräten der Firma AsTech. Wir haben derzeit 150 Geräte im Einsatz, die über die Online-Schnittstelle direkten Zugang zu Herstellerdaten haben. Konkret arbeiten die Techniker bei AsTech auf den jeweiligen Herstellerportalen. Abgedeckt sind dabei so gut wie alle neuen Modelle. Insofern ist dies die perfekte Ergänzung zum bewährten Hella-Gutmann-System.Vielen Dank, Herr Wilkes, für das Interview. Dietmar WinklerRoland Wilkes ist Technical Research & Development Manager bei Carglass

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