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So sicher wie die Bank

E-Transporter bergen eigene Risiken. Wir haben nachgeforscht, ob es bei den Flottenversicherern entsprechende Tarife für die surrenden Lastesel gibt.


Datum:
03.05.2021
Autor:
Fabian Faehrmann
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Mit der E-Mobilität ist es ja immer so eine Sache. Es ist nicht damit getan, eben mal schnell ein Auto zu kaufen und ab geht's. Viele Flottenbetreiber haben sich schon mit dem Gedanken auseinandergesetzt, viele geben es aber auch wieder auf, ob der vielen Dinge, die es zu beachten gibt. Wir widmen uns hier dem Thema Versicherung, denn diese ist, ebenso wie eine Lademöglichkeit, essentiell wichtig für ein Elektrofahrzeug. Konkret behandeln wir das Thema "Versicherung für E-Transporter".

Was haben wir gemacht?

Der Weg ist einfach: Wir haben uns die gängigen Flottenversicherer genommen und nachgefragt: Bieten Sie Versicherungen für Elektrotransporter an - und wenn ja, in welchem Umfang? Die gute Nachricht ist: Von den 20 Unternehmen, die wir angefragt haben, bieten 15 entsprechende Angebote an. Drei Versicherungen wollten nicht an der Umfrage teilnehmen und nur zwei (Basler, DEVK) bieten keine Möglichkeit für die Absicherung eines E-Flottenfahrzeuges.

Umfang entscheidend

Worauf müssen Sie bei der Wahl der Versicherung achten? Es gibt ein paar Basics, die auf jeden Fall mit dabei sein sollten. Tierbisse beispielsweise gehören zum festen Portfolio. Nichts ist ärgerlicher, als ein Marder, der ein Stromkabel zerknabbert und am Ende müssen Sie für den Schaden selbst aufkommen. In der Regel gehören Tierbisse auch zum Standard-Repertoire einer Flotten-Kaskoversicherung.

Mitunter am wichtigsten, sagt auch der Bundesverband Fuhrparkmanagement (siehe Kasten), ist unserer Meinung nach der Akku. Dieser sollte zwingend zu den versicherten Objekten am E-Fahrzeug gehören. Dazu gehören auch technische Probleme, die den Akkumulator betreffen, also beispielsweise ein Ladefehler, der schließlich zu einem Schaden führt. Vorsicht: Oft ist der Akku nur zu einem gewissen Betrag abgesichert! Da eine Reparatur oder der Ersatz gerne mal 1.500 bis 2.000 Euro kostet, sollten Sie hier genau in die AVB (Allgemeine Versicherungsbedingungen) schauen.

Kabel oder nicht Kabel?

Wer sich in der E-Mobilität schon etwas auskennt, der weiß, dass auch ein Ladekabel nicht unbedingt billig ist. Auch dieses können Sie versichern lassen. Hier kommt es jetzt auf Ihre individuelle Ausgangslage und Ihre Wünsche an. Verbleibt das Kabel im Auto, weil auch unterwegs geladen wird? Dann empfiehlt es sich einen Tarif zu wählen, bei dem auch ein Diebstahl mitversichert ist. Hängt das Kabel fest an der Wallbox oder verbleibt es in der Firma? Dann braucht es den Diebstahlschutz nicht unbedingt. Achten Sie aber darauf, dass das Kabel allgemein im Versicherungsumfang enthalten ist. Manchmal, beispielsweise bei der Allianz, ist das nur der Fall, wenn ein aktiver Ladevorgang stattfindet. Heißt: Zerstören Sie das Kabel, wenn es abgesteckt auf dem Boden liegt und Sie mit dem Auto darüberfahren, gibt es im Zweifelsfall kein Geld zurück.

Wo wir schon bei der Ladeinfrastrukur sind: In fast allen Fällen ist die Wallbox, an der das Auto geladen wird, nicht Teil des Versicherungsumfanges. Hier möchten wir die Helvetia und die HDI Global als positive Beispiele hervorheben, denn bei diesen Anbietern gehört eine Wallbox bis zu einer Entschädigungshöchstgrenze von 1.000 Euro mit zum Programm.

Was, wenn der Akku leer ist?

Noch ein Punkt, der mit auf die Liste sollte: Fast jeder ist mit seinem Auto schon bis an die bittere Reserve gefahren. Was beim Diesel manchmal noch gut gehen kann, ist beim E-Auto so eine Sache. Denn wenn hier der Akku leer ist, steht das Fahrzeug und lässt sich nicht mehr bewegen. Die Folge: Sie müssen mit einem speziellen Liftkran abgeschleppt werden - und das kann teuer werden. Unter Umständen bietet Ihnen die Versicherung einen entsprechenden Schutzbrief dafür an. Ob Sie diesen brauchen, ist Ermessenssache und auch ein wenig eine Frage Ihrer Risikobereitschaft.

Rare Rabatte

Zu guter Letzt möchten wir noch darauf hinweisen, dass die Wahl der Versicherung auch davon abhängig sein kann, ob diese einen Rabatt anbietet. Manche Unternehmen versuchen die Gunst der Stunde zu nutzen und bieten attraktive Angebote für Einsteiger der Elektromobilität. So sind bis zu 20 Prozent Nachlass (Allianz, VGH, Württembergische) auf den Tarif möglich. Eine gute Nachricht noch zum Schluss: Bei allen Versicherungen, die grundsätzlich Angebote für E-Fahrzeuge bieten, ist es ohne Probleme möglich, das Auto in die bestehende Flottenversicherung zu integrieren. Ansonsten gilt wie immer: Machen Sie sich ein Bild, vergleichen Sie Tarife, fragen Sie individuelle Angebote an. Mit einer Stunde Arbeit können Sie hier viele hundert Euro sparen.

Tipps von Axel Schäfer, Geschäftsführer Bundesverband Fuhrparkmanagement, für E-Flotten

Bei allen alternativen Antriebsarten werden in der Regel zusätzliche Risikoinformationen notwendig. Elektrofahrzeuge benötigen aufgrund ihrer Technik besonderen Versicherungsschutz. Zwar beeinflusst die Antriebsart nicht die Schadenhäufigkeit, sie kann aber im Schadenfall Einfluss auf die Schadenhöhe haben. Insbesondere dann, wenn der Akkumulator betroffen ist.Es sollte bei der Versicherung von Elektrofahrzeugen generell darauf geachtet werden, dass der Akkumulator mitversichert ist. Zu prüfen wäre, ob Fälle bei Teil- oder Vollkasko nicht abgedeckt sind, die aber genutzt werden oder eintreten könnten. Zum Beispiel ein Schaden, welcher beim Laden zu Hause beim Mitarbeiter passiert. Auch das Diebstahlrisiko des Ladekabels bei Ladevorgängen sollte möglichst eingeschlossen sein. Hier gibt es Besonderheiten je nach Versicherung.Im Schadenfall ist zu beachten, dass man das Fahrzeug nicht mehr in jede beliebige Werkstatt bringen kann, da nicht alle die Ausrüstung oder die Befähigung besitzen, die man für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben benötigt.Diskussionen gibt es öfters, was genau eine versicherte Panne ist. Liegenbleiben mit leerem Akku sollte als Panne gelten. Auch das Abschleppen von reinen E-Autos bei leerem Akku sollte abgedeckt sein. Im Rahmen eines entsprechenden Schutzbriefes wird das Kundenfahrzeug zum Beispiel bis zur nächsten Stromtankstelle abgeschleppt. Bei einer Panne oder einem Unfall darf das Elektrofahrzeug ausschließlich von Unternehmen abgeschleppt werden, welche eine besondere Zertifizierung für das Abschleppen von Fahrzeugen mit elektronischen Antrieben haben.Im Rahmen der Kaskoversicherung sollten standardmäßig Schäden durch eventuelle Bedienfehler beim Aufladen mitversichert sein, insbesondere wenn der Fahrerkreis wechselt (Poolfahrzeuge). Auch die beste Ein- und Unterweisung kann da manchmal nicht helfen. Einige Versicherer geben inzwischen besondere Rabatte bei der Versicherung von den Elektroautos. Sie nennen es Ökorabatt. Im Rahmenvertrag für die Flotte sollten E-Fahrzeuge günstiger eingestuft werden. Das ist Verhandlungssache mit dem Versicherer. Tarife müssen aber selbstverständlich immer verglichen und mit den Mobilitätsanforderungen des Unternehmens abgestimmt werden. Empfehlenswert ist auch eine Neuwertentschädigung bei Totalschaden oder Diebstahl für die ersten 24 Monate.

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