Umfrage: Umweltzonen nur langsam im Kommen

29.07.2008 10:11 Uhr

Die Einführung weiterer Umweltzonen in Deutschland zur Verringerung des krebserregenden Feinstaubs aus Diesel-Autos kommt nur allmählich voran. Die Zahl der seit Jahresanfang in zwölf Städten eingeführten Zonen, die für Altwagen mit hohem Rußpartikel-Ausstoß ohne Plaketten tabu sind, dürfte in diesem Jahr auf 22 bis 25 anwachsen. Das ist das Ergebnis einer dpa-Umfrage in den 16 Bundesländern und von Experten-Schätzungen. Nach Berlin, Köln, Dortmund, Hannover sowie Stuttgart und acht anderen Städten in Baden-Württemberg werden zum 1. Oktober Frankfurt am Main, München und mehrere Städte im Ruhrgebiet mit Umweltzonen hinzukommen. Der Feinstaub-Ausstoß hält sich der Umfrage zufolge im Vergleich zu den Vorjahren zumeist in Grenzen. Zusätzliche Aktionspläne werden deshalb zumeist trotz des Luxemburger Feinstaub-Urteils nicht für nötig gehalten. Der Europäische Gerichtshof hatte Anwohnern stark belasteter Straßen das Recht zum Einklagen von Aktionsplänen zur Verbesserung der Luft eingeräumt. Feinstaub ist offensichtlich an der norddeutschen Küste - mit Ausnahme der Großstädte Bremen und Hamburg im Hinterland - wegen der frischen Luft und nur weniger Ballungszentren beinahe ein Fremdwort. Das zeigen insbesondere Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, wo überwiegend keine zusätzlichen Maßnahmen geplant sind. An verstärkte Fahrverbote in Umweltzonen wird in den Kommunen bisher kaum gedacht. Die Ausnahmen liegen in Berlin, Hannover und im Südwesten: Von 2010 an will das Vorreiterland Berlin nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette in seine innerstädtische Umweltzone lassen, die mit den gelben und roten Plaketten wegen der erheblich schlechteren Euro-Normen nicht mehr. In Hannover dürfen 2009 Autos mit roter Plakette nicht mehr in die Umweltzone fahren, ab 2010 auch nicht mehr die mit gelber Plakette. In Stuttgart und anderen Städten des Südwestens ist ein Ausschluss der Autos mit roten Plaketten von 2012 an geplant. Bisher gilt ein absolutes Fahrverbot nur für die größten "Stinker"-Fahrzeuge, die gar keine Plakette erhielten. Die bessere Stufe und damit die "Eintrittskarte" lässt sich durch Dieselfilter-Nachrüstung erreichen. (dpa)

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