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Von Autoflotte getestet: Mitsubishi Eclipse Cross PHEV

Zwei Elektromotoren machen den Eclipse Cross zum Allradler.
© Foto: Michael Blumenstein/Autoflotte

Der Mitsubishi Eclipse Cross Phev ist nicht bei allen auf dem Radar - warum eigentlich nicht? Denn Plug-in-Hybride erfreuen sich bei Dienstwagenfahrern größter Beliebtheit. Die Gründe sind bekannt.


Datum:
23.05.2022
Autor:
mb
Lesezeit: 
7 min
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Wir haben uns heute einen der meistverkauften Plug-in-Hybride (Phev) Europas geschnappt. Das glauben Sie nicht? Na gut, konkretisieren wir die Aussage: Der meistverkaufte Hybrid-Antrieb war es. Und zwar so lange, wie es den Mitsubishi Outlander noch gab. Der wurde kürzlich eingestellt, denn der Nachfolger ist bereits gestartet. Bei uns kommt er in ein paar Monaten. Deswegen kümmern wir uns um den kleineren Eclipse Cross Phev, der denselben elektrischen Antrieb hat wie einst der Outlander.

Zwei E-Motoren = Allrad

Zwei Elektromotoren machen den Eclipse Cross zum Allradler, der mit einer Bodenfreiheit von 19 Zentimetern auch abseits der Straßen bewegt werden könnte. 82 E-PS werden auf die Vorderachse übertragen, 95 auf die Hinterachse. Die Batterien, die brutto 13,8 kWh speichern, befinden sich zwischen den E-Motoren. Im Bug hilft ein dicker 2,4-Liter-Benziner weitere Kraft bereitzustellen. Alles in allem vermelden die Japaner 188 PS Gesamtleistung, 36 weniger als im Outlander, die beim Verbrenner abgezwackt wurden. Die elektrische Antriebsleistung bleibt identisch. Wir haben bei unseren frühlingshaften Ausfahrten etwas mehr als 50 fast lautlose Kilometer geschafft. Danach hat der Akku an der Wallbox in vier Stunden elf kWh bekommen.

50 Kilometer möglich

Zwischen vier und gut acht Liter Superbenzin flossen bei gemischter Fahrweise in die vier Brennkammern - je nachdem, ob mit vollem Akku gestartet wurde und wir rund 100 Kilometer fuhren oder ob der Akku leer war und man mit dem 43-Liter-Benzintank lange Strecken auf der Autobahn abrollt. Wer Strom sparen möchte, drückt 1x auf die Save/Charge-Taste und von da an wird nur noch Benzin verfeuert. Wer 2x drückt, lädt den Akku mit dem Verbrenner. Sinnvoll? Nein. Denn der Verbrauch steigt die kommenden 45 Minuten spürbar an - so lange dauert es, um benzinfahrend 80 Prozent Akkukapazität zu generieren. Der Vorteil: Man kann anschließend mit gedrückter EV-Taste lautlos und emissionsfrei in die City cruisen. Rechnerisch benötigt der Plug-in somit rund 22 kWh für 100 Kilometer. Das ist für einen Plug-in-Hybriden sparsam. E-Profis nutzen die Rekuperation, um noch weiter zu kommen. Im Japaner wird der Spieltrieb in Form von sechs Rekuperationsstufen geweckt. Oder aber Nichtspieler werden überfordert. Der B-Modus "im Schalthebel" reicht aus.

Beeindruckend ist die Kombination der Antriebe beim Zwischenspurt, da setzt die Kraft direkt und vehement ein. Überholvorgänge gelingen ähnlich schnell wie mit einem E-Auto. Jedoch leidet die Akustik in diesem Aggregatzustand. Mitsubishi installiert eine Eingang-Automatik, die den Benziner nicht ganz so hoch drehen lässt wie eine stufenlose Automatik (CVT). Ist das schön? Nein, aber es erzieht zum entspannten Fahren. Das passt, denn die Standard-Fahrwerte spiegeln mit elf Sekunden bis Tempo 100 und maximal 162 km/h nicht das wider, was man eben noch beim Zwischenspurt erlebte. Schön, dass Mitsubishi das SUV-Fahrwerk dementsprechend komfortabel ausgelegt hat.

Preislich startet der Eclipse Cross Phev bei 33.613 Euro (netto). Die empfehlenswerten Ausstattungslinien heißen Plus (ab 36.630 Euro netto) oder Top (ab 39.571 Euro). Abziehen kann man bei den genannten Preisen die Förderungen (7.500 Euro brutto). Derzeit gibt Mitsubishi nochmals einen Obolus obendrauf und wirbt mit einem Elektrobonus von 9.000 Euro. Die 0,5-Prozentversteuerung gibt es immer und lässt mehr im Portemonnaie.

Dass man dieses dann dick gefüllt nicht in die hintere Hosentasche stecken sollte, liegt an der auch ohne Geldbörse bereits hohen Sitzposition. Die Einstellmöglichkeiten der Frontsitze sind ausbaufähig, die Schenkelauflage dürfte länger sein. Wer die richtige Position am Volant gefunden hat, wundert sich vielleicht über die Lenkradheizung. Warm wird es nur zwischen drei und neun Uhr - griffseitig betrachtet. Immerhin: Die Sitzheizung mit ihren rustikalen Wippschaltern ist ein Frühglüher und serienmäßig. Apropos rustikal: Die Gestaltung des Interieurs ist "bunt". Diverse Materialien samt kratzempfindlichem Klavierlack verbinden sich mit vielen Tasten, haptisch greifbaren wie virtuellen. Das Auge findet nur wenig Ruhe. Wer sich dran gewöhnt hat, hangelt sich schnell durch die Menüs oder weiß ohne hinzuschauen, wo sich die passende Taste befindet. Die Verarbeitung ist indes ordentlich.

Sicht nach außen?

Digital Natives, und mittlerweile fast alle anderen, werden das induktive Handyladen genauso vermissen wie das kabellose Smartphone-Spiegeln. Denn auf das astrein ablesbare Acht-Zoll-Mattdisplay des Infotainments schaut man nur zu gern. Weniger zu sehen gibt es, wenn man den Hals nach rechts hinten dreht, um Radfahrer und Fußgänger zu erspähen. Die Übersicht des Eclipse Cross ist - wie bei fast allen Kompakt-SUV - mies.

Das Platzangebot ist hinten und vorne dafür auch zu viert entspannt. In den Kofferraum, der von einem billig wirkenden Sichtschutzrollo bedeckt wird, passen im Normalfall 360 Liter, da sind Wenigpacker im Vorteil. Entschädigen kann vielleicht der Stromanschluss im Laderaum, der bis zu 1.500 Watt rauslässt und auch mal größere Elektrogeräte in Gang bringt. Der Strom kommt aus dem Fahrakku, nicht aus der Starterbatterie.

Alles in allem wirkt also auch der Mitsubishi Eclipse Cross Plug-in-Hybrid "rund". Es gibt wenig Kritikpunkte und viele Dinge macht er gut. Vor allem dann, wenn er mit Strom unterwegs ist. Und den Akku könnte man an vielen Autobahn-Ladesäulen via Chademo-Schnelllader sogar während einer Mahlzeit komplett laden. Das können nicht viele Plug-in-Hybride. Und die leise Reise beginnt von vorn.

Von Autoflotte getestet

+- Komfortables Fahrwerk- Leiser Reisewagen- Kurze Überholwege

-- Kofferraumklappe öffnet zu niedrig- Laderaum-Sichtschutz labbrig- Unübersichtlich

Mitsubishi Eclipse Cross

Testwagenpreis: 38.908 EuroR4/2.360 | 72 kW/98 PSE-Motor (vorn): 60 kW/82 PSE-Motor (hinten): 70 kW/95 PSSystemleistung: 138 kW/188 PS 10,9 s | 162 km/h | Batteriekapazität (brutto): 13,8 kWh | Ladezeit DC (Chademo): etwa 45 MinutenAC: 4 Std | Verbrauch (WLTP): 2 l Super + 16 kWh auf den ersten 100 km 46 g/km | Reichweite (WLTP): 45 km 4.545 x 1.805 x 1.685 mmKofferraum: 359 bis 1.108 lWartung: jährlich/20.000 kmGarantie: 5 Jahre/100.000 km bzw. 8 Jahre/160.000 km auf den AkkuAlle Preise netto zzgl. Umsatzsteuer


Mitsubishi Eclipse Cross PHEV (Fahrbericht)

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