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Wandel, Wachstum und wechselnde Form der Mobilität

Wandel, Wachstum und wechselnde Form der Mobilität

Der Flottenmarkt bleibt auf Rekordniveau, das SUV wird zur neuen Mittelklasse. Andererseits lässt sich die Skepsis gegenüber dem Diesel in Zahlen belegen und Fuhrparkbetreiber setzen vermehrt auf Job-Tickets.


Datum:
15.12.2017
Autor:
rs
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_ Die Fachvorträge des Autoflotte Wirtschafts-Treffs standen in diesem Jahr im Zeichen des Wandels. Wie sich die Gesellschaft und damit deren Mobilitätsverhalten verändern, machte Benjamin Kickhöfer deutlich. Der Experte vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sieht einerseits Potenzial für neue Flottenbetreiber, die beispielsweise künftige autonome Taxis betreiben könnten - werden heute weniger als ein Prozent der Verkehre über konventionelle Taxis abgewickelt, könnten diese selbstfahrenden Einheiten bis zu zehn Prozent der zurückgelegten Wegstrecken übernehmen. Auf der anderen Seite sieht Kickhöfer die Gefahr, dass zwar neue Zielgruppen mobilisiert werden können, der städtische Verkehr dadurch aber nicht entlastet, sondern eher aufgestockt werde. So würde am Ende mehr - laut ihm könnte das Verkehrsaufkommen um bis zu zehn Prozent wachsen - statt weniger Verkehr stehen.

Beispiel SAP

Den Wandel im Kopf des Dienstwagenfahrers begleitet Markus Falk als Fuhrparkverantwortlicher beim Softwareanbieter SAP. Seit Kurzem zählt neben der Flotte - allein in Deutschland sind es nahezu 17.000 Einheiten - auch das Travelmanagement zu Falks Aufgabenbereich. Entsprechend experimentierfreudig geben sich die Walldorfer, wenn es um Alternativen zum klassischen Dienstwagen geht. Neben Elektrofahrzeugen (nahezu 1.000 Hybride und Stromer zählt die Flotte), Bahncards und Job-Rädern (rund 2.600 Leasing-Bikes) geht es auch um das Bündeln von Fahrten. Eine eigens entwickelte Plattform für Mitfahrgelegenheiten unter den Mitarbeitern bringt diese zusammen und spart nachweislich Ressourcen ein. Dennoch bleibt der Dienstwagen an vielen Standorten immer noch ein wichtiger Bestandteil der Mitarbeitermotivation, wie Falk betont. Als Head of Global Car Fleet verantwortet Falk die Dienstwagen- und Dienstreisepolitik für weltweit 20 Länder. Hier sieht er im zentralen Einkauf den größten Stellhebel, um neue Standards durchzusetzen. Denn das Walldorfer Dax-Unternehmen hat ehrgeizige Pläne. Bis 2025 will man als Gesamtunternehmen CO2-neutral sein - und die Flotte trägt hierzu rund ein Viertel zur Konzernbilanz bei.

Kaufvorgaben

Hier kommt dann die Car Policy zum Tragen. Und auch diese betriebliche Vereinbarung zum Umgang mit den Dienstfahrzeugen untersteht einem steten Wandel, wie Professor Roland Vogt von Fleetcompetence belegte. In einer aktuellen Car-Policy-Studie, für die die Autoflotte als Medienpartner Pate stand, verglich Vogt Veränderungen in den Flotten in den vergangenen drei Jahren - 2014 entstand die erste Studie von Fleetcompetence zum Thema. So zeigen die aktuellen Zahlen, dass beispielsweise deutlich mehr Firmen auf Wunsch des Mitarbeiters die Kosten für den öffentlichen Nahverkehr tragen, anstatt einen Dienstwagen zu stellen. Job-Ticket statt Dienstwagen lautet also ein Trend. Auch innerhalb der Unternehmenshierarchien gab es bei der Wahlmöglichkeit eines Dienstwagens Veränderungen. So ist das Top-Management inklusive der Geschäftsführung mittlerweile deutlich freier in der Fahrzeugwahl als noch vor drei Jahren. Allgemein entscheidet heute die Stellung im Unternehmen mehr über den wählbaren Dienstwagen als früher die reine Gehaltsklasse.

Dass diejenigen, die auf das eigene Fahrzeug setzen, vermehrt einen SUV bestellen, ist längst mehr als ein Trend. Das ist eher gelebte Realität, wie Marc Odinius von Dataforce mit aktuellen Zahlen aus dem Flottenmarkt belegte. Das Segment der Hochbeiner wächst im Angebot und in der Nachfrage weiter bis 2021, so die Prognose. Was Anfang der 2000er-Jahre die Mittelklasse im Fuhrpark war, könnte dann das SUV werden - marktbeherrschend. Die unvermindert boomenden SUV-Segmente treiben den relevanten Flottenmarkt wohl zum dritten Rekordjahr in Folge, wie der Datenexperte prognostiziert. Eine Schlagzahl von 850.000 Einheiten ist nicht unwahrscheinlich und würde den deutschen Flottenmarkt - vor Großbritannien - zur europäischen Nummer eins machen.

Dieselnachfrage

Frei von Sorgen ist der Markt allerdings nicht. In einer Umfrage unter 1.790 Fuhrparkverantwortlichen gaben 44 Prozent an, dass mögliche Einfahrverbote die Kaufentscheidung beeinflussen. Dies zeigt sich schon aktuell am Dieselbestand in den Gewerbeflotten, der sinkt. Waren noch 2015 drei Viertel aller Dienstwagen Selbstzünder, sank dieser Wert 2016 auf zwei Drittel. Diese Tendenz wird sich fortsetzen, ist Odinius überzeugt.

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