Jetzt hat auch Suzuki endlich einen „echten“ Stromer im Programm. Mit dem vollelektrischen eVitara bringen die Japaner ein Modell in die Autohäuser, das in Europa bereits im November 2024 erstmals öffentlich gezeigt wurde. In den Showrooms soll das Auto noch im Januar 2026 stehen.
Preislich geht es bei 29.990 Euro los: Dann gibt es den Fronttriebler mit kleiner Batterie in der Basisausstattung "Club". Wer die große Batterie, Allrad und die Toplinie Comfort+ möchte, muss laut Liste 42.900 Euro einplanen. Gebaut wird der eVitara auf der Heartec-e-Plattform im indischen Suzuki-Werk Gujarat – technisch eng verwandt mit dem Toyota Urban Cruiser.
Optisch setzt Suzuki auf einen kernig gezeichneten Offroader mit großen Rädern und kräftig beplankten Radhäusern – und damit ganz bewusst auf Abstand zum austauschbaren Elektroauto-Design.
Suzuki eVitara (2026)
Innen geben sich die Japaner betont pragmatisch: Schon in der Basis lassen sich die Rücksitzlehnen 40:20:40 geteilt umklappen. Die Rückbank ist um 16 Zentimeter längs verschiebbar, die Lehnenneigung verstellbar. Mit umgelegten Rückenlehnen entsteht eine ebene Ladefläche mit bis zu 1052 Litern Stauraum.
Suzuki e-Vitara: So geht es innen zu
Vorne sitzt man luftig und bequem, auch wenn der eVitara mit rund 4,30 Metern Länge zur Kompaktklasse zählt. Auffällig: Die Sitzposition ist sehr hoch, der Fahrersitz dürfte gern noch etwas weiter nach unten verstellbar sein. Das großzügige Raumgefühl hat jedoch einen Preis – der Kofferraum fällt mit 238 Litern unterdurchschnittlich aus.
Die Verarbeitung ist solide und klapperfrei, die schweben scheinende Mittelkonsole trägt schwarzen Klavierlack, dazu kommt viel Hartplastik. Instrumente und Zentraldisplay (jeweils um die zehn Zoll) überzeugen mit logisch nachvollziehbarer Bedienung. Die kabellose iPhone-Kopplung klappt problemlos und ist bereits in der Basisausstattung vorgesehen.
Klimatisierung und Scheibenheizung lassen sich wahlweise per Touchscreen oder über sechs Wipptasten steuern – die Lautstärke bei Bedarf klassisch per Drehknopf. Weniger elegant: Die dreistufige Rekuperation ist im Bordmenü versteckt, und ein echtes One-Pedal-Fahren erreicht der eVitara nicht.
Suzuki e-Vitara: Eher Cruiser als Racer
Bei den Assistenzsystemen macht Suzuki vieles richtig: Der Geschwindigkeitswarner meldet sich angenehm dezent (und lässt sich stumm schalten), auch Spurwarner, aktiver Spurhalter und adaptiver Tempomat arbeiten unaufdringlich. Kritik gibt’s im Detail: Die Taste zum Öffnen der Heckklappe sitzt sehr weit unten – dreckige Finger sind damit praktisch vorprogrammiert.
Der Fronttriebler mit rund 174 PS vermittelt einen erfreulich unspektakulären Gesamteindruck. Der Antrieb lässt sich gut dosieren, doch der eVitara will kein Sportler sein: Er fährt am liebsten ruhig, komfortabel und eher geradeaus. Der Federungskomfort ist ordentlich, ohne Glanzpunkte zu setzen. Bei 150 km/h ist Schluss. In schnelleren Kurven bleibt er sicher, aber Spaß ist nicht sein Kernthema.
Suzukis klassisches Alleinstellungsmerkmal bleibt der Allrad – auch elektrisch. Optional gibt es „Allgrip-e“ mit zusätzlichem Motor an der Hinterachse (Systemleistung rund 183 PS). Auf einer kurzen Testfahrt zeigte sich der eVitara damit geländetauglich und unproblematisch, inklusive Trail-Modus, simuliertem Sperrdifferenzial (per Bremseingriff) und Bergabfahrhilfe, die allerdings etwas ruppig arbeitet.
Hier patzt der Suzuki eVitara
Beim Laden bleibt ein Fragezeichen: AC sind 11 kW möglich. Für DC nennt Suzuki keine klare Maximalangabe, sondern nur die Zeit von 10 bis 80 Prozent in 45 Minuten. In der Praxis bedeutet das: Geduld am Schnelllader – die Ladeleistung liegt je nach Batteriegröße bei maximal rund 68 kW (LFP-Akku). Schnellladen dürfte damit eher die Ausnahme bleiben. Suzuki zielt offenbar nicht auf Vielfahrer, sondern auf eher gesetzte Kunden, die überwiegend zu Hause an der Wallbox laden und keinen Zeitdruck haben.
Auch der Verbrauch sorgt nicht für Ruhm: Bei Kälte und Minusgraden sind im Alltag etwa 25 kWh/100 Kilometer realistisch – ohne schnelle Autobahnetappen.
Fazit Suzuki e-Vitara
Der Suzuki eVitara ist ein sympathisch pragmatisches E-SUV für Menschen, die keinen Technik-Zirkus wollen: gutes Platzgefühl, clevere Variabilität im Fond, angenehme Assistenzsysteme und auf Wunsch ein für Suzuki typisches Allrad-Konzept mit brauchbaren Offroad-Extras.
Gleichzeitig bremst er sich beim entscheidenden E-Thema selbst aus: Schnellladen ist langsam, der Winterverbrauch hoch, der Kofferraum klein. Unterm Strich passt der eVitara am besten zu Wallbox-Ladern mit entspanntem Fahrprofil – wer häufig lange Strecken fährt oder regelmäßig DC-schnellladen möchte, wird sich woanders leichter tun.