suchen
Ausgabe 05/2019

Das Quintett an Warnern

1180px 664px

© AUTOFLOTTE

Fahrerassistenzsysteme sind nicht in jeder Fahrzeugklasse erhältlich oder gar Serie. Das Mobileye-Paket mit gleich fünf Helferlein kann nachträglich diese Sicherheit an Bord bringen.

"Jede Flotte ist anders. So muss unser Produkt an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden, um erfolgreich zu sein. Hier ist Kreativität gefragt", erklärt Anatoliy Reinhardt, Director D-A-CH Aftermarket Division bei Mobileye. Was Reinhardt schon im Architektur-Studium half, ist auch im Umgang mit Flottenkunden von Vorteil. "Zudem interessierten mich damals speziell die IT-Lösungen für Bauprojekte. Beide Ebenen finden sich in unserer Aftermarket-Lösung wieder", betont Reinhardt im Gespräch mit Autoflotte. Neben der Nachrüstlösung ist die Intel-Tochter OEM-Partner und verbaut Kamerasysteme für die Steuerung von Fahrerassistenzsystemen. Weltweit haben mehr als 27 Millionen Fahrzeuge diese Technik ab Werk beziehungsweise als Nachrüstung an Bord, erklärt der Deutschlandchef stolz. Und diese helfen dabei, Unfälle zu vermeiden und den Straßenverkehr sicherer zu machen.

Präventionsarbeit gehört leider oft zu den stiefmütterlich gepflegten Pflichten in den Flotten. Mit einem Paket aus insgesamt fünf Helfern will Mobileye auch die Fahrer von Pkw- oder Transporterflotten sensibilisieren. Das Präventions-Bundle umfasst den Kollisionswarner, Fußgänger- und Radfahrererkennung, Abstandswarner, Spurhaltewarnung und Verkehrszeichenerkennung. Technisch wird das Quintett mit Infos von der nachgerüsteten Frontkamera gefüttert. So wird das Geschehen vor dem Auto überwacht. Droht beispielsweise ein Auffahren auf ein Hindernis, warnen ein Piepton und ein optisches Signal bis zu 2,7 Sekunden vor einem möglichen Aufprall den Fahrer.

Helfer aus der Oberklasse

Selbst aktiv werden kann und darf die Nachrüstlösung aus rechtlichen Gründen nicht. Reinhardt nimmt hier eh vor allem die Fahrer in die Pflicht:"Wir richten uns direkt an den Fahrer und wollen ihn schnell warnen. Denn die Erfahrung zeigt, dass Werkslösungen, die in höherklassigen Fahrzeugsegmenten verbaut sind, oft ausgeschaltet werden und damit im Zweifel wirkungslos bleiben." Ein Reizthema ist der Mindestabstand, der im stressigen Berufsverkehr fälschlicherweise oft als reine Empfehlung verstanden wird, aber im Ernstfall jene Knautschzone definiert, die zwischen Fast- und richtigem Unfall unterscheidet.

"Der Fuhrparkleiter kann bei unserer Lösung den relativen Mindestabstand zum Vordermann definieren, den der Fahrer einhalten muss, um nicht permanent vom System gewarnt zu werden. In der Regel sind dies 1,6 Sekunden relativer Abstand nach vorn", berichtet der Manager. Hält der Fahrer diesen ein, ist alles in Ordnung. Sonst ertönt ein Warnton. Was ein bisschen nach Bevormundung klingt, ist speziell in der Transportbranche oft der letzte Strohhalm, um seine Schadenquote in den Griff zu bekommen. "Viele Anfragen erreichen uns von Flotten, denen die Versicherung droht, die Fahrzeuge nicht mehr zu versichern. So dass der Handlungsdruck vorhanden ist." Ein zweiter Punkt ist hier die Arbeitssicherheit. Deren Umsetzung oft auch in den Aufgabenbereich des Flottenverantwortlichen fällt. Spätestens dann gewinnt das Wort "Prävention" an Gewicht. Damit dieser Gedanke bald von mehr Fuhrparks aufgegriffen wird, arbeitet Mobileye gegenwärtig an einem Kooperationsmodell mit einem Versicherungspartner. Details konnte Reinhardt noch nicht nennen, er ist aber zuversichtlich, dass ein Abschluss kurz bevorstehe. So könnte der Klassiker aus Präventionsarbeit und Prämie wieder an Fahrt gewinnen.

360px 106px



Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2021 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Fiktive Abrechnung von Reparaturkosten

Keine Pflicht zur Schadensbehebung

Wer als Geschädigter bei einem Pkw-Unfall seinen Schaden selber oder vielleicht gar nicht behebt, kann dennoch auf die Zahlung der im Sachverständigengutachten veranschlagten...


img
E-Mobilitätsspezialist Reev

Monitoring für Ladestationen

Die Elektromobilität ist mit wachsender Dynamik und zum Teil steigender Komplexität verbunden. Das erschwert vielen Firmen den Einstieg in die eigene Ladeinfrastruktur....


img
Fokus E-Mobilität

Neues Lifestyle-Portal für Dienstwagenfahrer

Neben Informationen zu Elektrofahrzeugen und Technik will Mydienstwagen.de mit verständlich aufbereiteten Rechts- und Steuerbeiträgen sowie abwechslungsreicher Unterhaltung...


img
Bio-Hybrid Pick-up

Für Singles mit Gepäck

Der Marktstart für das Vierrad-Pedelec Bio-Hybrid rückt näher. Mittlerweile kann man zwischen zwei Typen wählen. Preise gibt es außerdem.


img
Mercedes-Benz Bank

Gute Geschäftschancen für 2021

Im zweiten Pandemie-Jahr soll das Mercedes-Volumenmodell C-Klasse für Impulse sorgen. Im Leasing setzt die Herstellerbank auf die Einführung neuer Hybrid- und Elektrofahrzeuge.