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Erste Probefahrt im neuen VW-Transporter

Caddy cool

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Den neuen VW Caddy gibt es als Cargo (ohne seitliche hintere Fenster), als Kombi und als Van.
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VW Nutzfahrzeuge schickt Ende des Jahres die Neuauflage des Caddy an den Start. Die fünfte Generation basiert auf der MQB-Plattform des Golf 8. Dies macht den kleinen Transporter in allen Bereichen zum modernsten Vertreter in seinem Segment. Eine erste Probefahrt in einem Vorserienmodell.

Von Michael Specht

Handwerker und Kurierfahrer lieben ihn genauso wie Familienväter und Freizeitsportler. Er ist ein Universaltalent, vielseitig, funktional und mit einem riesigen Raumangebot. Kein Wunder also, dass er unter den Stadtlieferwagen in Deutschland auf der Pole Position fährt, der Caddy. Seit 1979 gibt dieses VW-Modell. Angefangen hat er als kleiner Pick-up auf Golf-I-Basis. Heute ist der Caddy ein durch und durch professionell gemachtes Multifunktionsfahrzeug. Es gibt ihn als Cargo (ohne seitliche hintere Fenster), als Kombi und als Van. Letztere Karosserieversion kann bis zu sieben Personen transportieren.

Ende des Jahres schickt Volkswagen Nutzfahrzeuge nun die fünfte Generation an den Start. Sie ist eine komplette Neuentwicklung. Kein Stück Blech wurde vom Vorgänger übernommen. Grund: Caddy Nummer fünf basiert auf der MQB-Architektur des Golf VIII. Und das schließt nicht nur die Antriebe mit ein, sondern auch die gesamte Elektronik inklusive der Assistenzsysteme, 18 an der Zahl. Kein Konkurrent kann hier mithalten. Zu den zwölf aus der letzten Generation sind sechs hinzugekommen, unter anderem der Travel Assist. Er ermöglicht bereits teilautonomes Fahren (Level 2).

Eintauchen in eine digitale Welt

So quadratisch, praktisch, gut der Caddy äußerlich daherkommt, so cool präsentiert er sich im Interieur. Wer nicht gerade die Basisversion in der Preisliste ankreuzt, taucht in eine digitale Welt ein: hinter dem Lenkrad ein konfigurierbares Cockpit (10,25 Zoll), in der Armaturenbrettmitte der große Infotainment-Touchscreen. Darunter der sogenannte Touch-Slider für Lautstärke und Temperatur, wie ihn auch der neue Golf hat. Der Slider lässt sich zwar nicht so gut bedienen wie ein klassischer Drehregler, spart dem Hersteller aber Geld.

Sprit sparen dagegen soll der Kunde. Daher bekam der Caddy die jüngsten Antriebsentwicklungen unter die Haube gepackt. Weil fast 90 Prozent der Kunden den Caddy mit Dieselmotor wählen, liegt der Schwerpunkt hier klar auf dem Selbstzünder. Die Bandbreite des Zweiliter-TDI reicht von 55 kW (75 PS) bis 90 kW (122 PS). Alle Diesel verfügen über die sogenannte Twindosing-Abgasreinigung. Mit diesem zweifach angeordneten SCR-Kat inklusive AdBlue-Einspitzung werden die Stickoxide (NOx) auf einen kaum noch messbaren Wert reduziert.

Bildergalerie

Ausgewogener Kumpel

Auf einer ersten Testfahrt – es handelte sich hierbei noch um Vorserienmodelle – zeigte sich der Caddy als ausgewogener Kumpel. Antrittsstark, agil, geräuscharm und mit handlichen Fahreigenschaften. Die Lenkung wurde direkter ausgelegt, das Fahrwerk verstärkt und für das Heck eigens eine neue Hinterachse konstruiert, die in der Lage ist, zum einen die hohe Zuladung ohne Murren wegzustecken, zum anderen eine sichere Kurvenlage zu garantieren.

Neben den Diesel-Aggregaten gibt es den Caddy noch mit dem bekannten 1,5-Liter-TSI. Er leistet 84 kW (114 PS). Um die allerdings zu mobilisieren, bedarf es eines munteren Gasfußes, zumal der Vierzylinder maximal nur 220 Newtonmeter ins Getriebe schickt. Eine wirkliche Empfehlung ist der TSI daher nicht. Besonders bei voller Beladung fehlt es an Elastizität. 

Fragen nach alternativen Antrieben beantwortet Volkswagen mit Erdgas und Plug-in-Hybrid. Beides soll jedoch erst 2022 in den Markt gehen, wobei der eHybrid noch kippen kann, wie aus der Entwicklungsabteilung zu hören war. Sicher ist zumindest: Einen vollelektrischen Caddy der neuen Generation wird es nicht geben. Diese Aufgabe übernimmt derzeit eine von Abt umgerüstete Caddy-4-Version und in zwei Jahren der ID Buzz als Van und Cargo.

Sehr gute Funktionalität

Die Note 1+ verdient der Caddy, geht es um Funktionalität. Die Ingenieure scheinen das Optimum herausgeholt zu haben, was auf 4,50 Meter (Normalversion) und 4,85 Meter (Langversion) möglich war. Ob Fahrräder oder Surf-Board, so gut wie jede Art von Sport-Equipment findet Platz im Laderaum VW-Lasters. Bei Gewerbetreibenden dürften besonders bei der Maxi-Version die Daumen nach oben gehen, kann doch ein Gabelstabler eine Euro-Palette sowohl übers Heck, als auch durch die offene Seitentür in den Wagen schieben. 3.300 Liter an Stauvolumen fasst der normale Caddy, 4.000 Liter sind es beim Maxi.

Weil es noch ein knappes halbes Jahr bis zur Markteinführung dauert, gibt VW noch keine Preise bekannt. Orientieren sollte man sich daher an den heutigen Modellen, plus den üblichen Aufschlag für den Generationswechsel. So dürfte der Cargo-Caddy bei knapp 17.000 Euro netto starten, die Kombiversion bei rund 21.000 Euro netto.

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