suchen
Fahrbericht Lexus IS

Teuflisch erneuert

7
1180px 664px
Die sportliche Limousine erhält ein noch grimmigeres Gesicht und wurde auch unterm Blech auf noch mehr Sportlichkeit getrimmt.
©

Lexus, die feine Tochter von Toyota, spendiert ihrem IS eine Verjüngungskur. Die sportliche Limousine trägt jetzt ein noch grimmigeres Gesicht, verwöhnt mit einem verfeinerten Innenraum und wurde auch unterm Blech auf noch mehr Sportlichkeit getrimmt.

Von Peter Maahn/SP-X

Lexus hat die Mittelklasselimousine IS überarbeitet. Vor allem die Front wurde auf mehr Sportlichkeit getrimmt. Der Antrieb des mindestens 36.800 Euro Premiummodells blieb unverändert. Die geplanten 300 Einheiten im Jahr in Deutschland, dürften Audi, BMW und Mercedes keine Kopfschmerzen machen.

"Wir haben Kunden aus Europa gefragt, welche Veränderungen wir vornehmen sollen und was wir auf keinen Fall ändern dürfen", erläutert Chefingenieur Naoki Kobayashi. Interviewt wurden IS-Fans aus Russland, England, aber auch Italien und Spanien. Allerdings keine aus Deutschland. Die Auswahl der Interviewpartner war rein zufällig. Vielleicht aber hätten die Fragesteller den Grund erfahren, warum der IS, von dem immerhin schon über eine Million Stück verkauft wurden, ausgerechnet in Deutschland bislang nur wenige Freunde fand. Eine Tatsache, die sich wohl auch mit der Neuauflage nicht ändern wird.

Dabei geht es vor allem um das "Gesicht", dessen "Diabolo"-Grill nun noch grimmiger daherkommt. Das "teuflische" Antlitz, Kennzeichen aller Lexus-Modelle, wird jetzt durch zwei deutlich vergrößerte Lufteinlässe umrahmt. Beim Grill rutschte die Taille weiter nach oben, so dass der nunmehr tiefer reichende Sockel noch martialischer wirkt. Da der IS jetzt mit LED-Technik in die Welt leuchtet, wurden die Scheinwerfer schmaler und ergänzen durch einen Schuss Heimtücke im Blick den Gesamteindruck.

Der Lexus will polarisieren

Ein deutlicher Gegensatz zu den germanischen Platzhirschen, die ihrer konservativen Kundschaft zuliebe bei aller Modernität eher auf Gediegenheit setzen. Der Lexus will polarisieren, solvente Menschen ansprechen, die einfach nicht im Mainstream mitschwimmen wollen. Das Gesichtslifting ist denn auch das auffallendste Erkennungszeichen des Neuen. Außen unsichtbar bleiben die Veränderungen unter dem zumindest den Fans vertrauten Blechkleid. Feinarbeit an beiden Achsen, Stoßdämpfern und sonstigen Bauteilen verbessert die Steifigkeit des IS um gut 50 Prozent. Getestet wurde auf japanischen Rennstrecken, auch auf dem Formel-1-Kurs von Suzuka, der eigentlich Honda zugeordnet wird. "Das Ergebnis ist höhere Stabilität auch bei besonders sportlicher Fahrweise", berichtet Naoki Kobayashi.

Auf einer Kurvenhatz über kleinere Landstraßen bei Rom bestätigte sich die Arbeit der Techniker und Testfahrer im Alltag. Kaum Seitenneigung dank sportiver Straffheit ohne Komfortverlust, direkte Lenkung, überzeugende Bremsen. Und jetzt sind auch mehr elektronische Helfer mit an Bord. Eine Notbremsfunktion, die nicht nur massive Hindernisse erkennt, sondern auch Fußgänger im Blick hat. Der Spurhalteassistent lenkt selbsttätig bei Erreichen einer Straßenmarkierung zurück ins richtige Gleis, wenn der Fahrer es nicht tut. Auch Toter-Winkel-Warner, Abstandradar oder Kameras, die beim Rangieren bei Querverkehr hinterm Auto Alarm schlagen, können bestellt werden. Deutlich vergrößert wurde der breite Monitor für Navigation und Entertainment. Beim Thema "Vernetzung" mit der Umwelt halten sich die Japaner allerdings zurück.

Apropos Innenraum: Hier zeigt Lexus, warum die junge Marke zu Recht als Premium gilt. Takumi nennen die Japaner ihre ganz besondere Art sorgfältiger Handwerkskunst. "Im IS steckt viel Takumi drin", berichtet Kobayashi und meint besondere Holzapplikationen, feine Steppnähte an Ledersitzen und Verkleidungen oder fast kunstvoll angeordnete Alu-Zierteile. Wohlfühlklima, wohin man schaut.

Nicht Neues dagegen im Motorraum: Es kann unter zwei Versionen gewählt werden, dem Zwei-Liter-Turbo mit 180 kW / 245 PS und 8-Gang-Automatik oder dem Hybridmodell, das mit einer Kombination aus 2,5-Liter-Benziner und Elektromotor auf eine Systemleistung von 164 kW / 223 PS kommt. Gut zwei Drittel der bisherigen IS-Käufer haben sich für das nach Norm so sparsame Doppelherz entschieden (4,3 Liter/100 km). Ein Dieselmodell ist nicht geplant. 

Bildergalerie

360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema Fahrbericht:

Modellplaner



Fotos & Videos zum Thema Fahrbericht

img

Mazda CX-5 Skyactiv-G 194

img

Testfahrt mit dem Opel Ampera-e

img

Mercedes-Benz S-Klasse 2018 (Fahrbericht)

img

Maserati Gran Turismo/Gran Cabrio

img

Wasserstoff-Tour mit dem Toyota Mirai

img

Peugeot 308 Facelift


Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2017 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Restwertriesen

Diesel nur noch bei SUV wertstabil

Die Dieselkrise schlägt auf die künftigen Gebrauchtwagenpreise durch. Bei der Restwertprognose schneiden die Selbstzünder im Vergleich zu Benzinern nur noch mäßig...


img
Zukunftsauto von Chris Bangle

Einfach anders

Mit seinen Designlinien bei BMW hat er die PS-Welt polarisiert. Genau da macht Chris Bangle acht Jahre nach seinem Ausscheiden in München jetzt weiter – und präsentiert...


img
Fahrbericht DS 7 Crossback

Im Zeichen der Raute

Gut drei Jahre nachdem sich die einstige Submarke DS von Citroen als eigenständiges Premium-Label abgenabelt hat, kommt zu Beginn des neuen Jahres mit dem DS7 Crossback...


img
Michelin Solutions

Vier Helfer für den Flottenalltag

Flottenverantwortliche werden ab sofort mit vier neuen digitalen Dienstleistungen bei der Koordinierung ihrer Fahrzeuge unterstützt. Die Anwendungen sollen Kosten...


img
Elektro-Strategie von BMW

Starkstrom aus Bayern

Ab 2020 will BMW seine Elektro-Offensive massiv beschleunigen. Die Vorbereitungen sind längst in vollem Gange.