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Fahrbericht Ssangyong Korando

Der letzte Koreaner

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Der Ssangyong Korando erhält ein Lifting.
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Der Ssangyong Korando ist so etwas wie der gute alte Kumpel von nebenan: Keiner, mit dem man unbedingt eine Weltreise machen möchte, doch ein zuverlässiger Freund im Alltag. Und über seine Schwächen sehen wir daher auch gerne großzügig hinweg.

Von Peter Eck/SP-X

Ssangyong spielt auf dem deutschen Markt weiterhin nur eine Nebenrolle. Keine 2.000 Einheiten hat der Hersteller im ersten Halbjahr hierzulande abgesetzt. Dabei haben die Koreaner zum Beispiel mit dem Korando ein Fahrzeug im Angebot, das mit seiner Länge von rund 4,40 Meter ziemlich gut in die zurzeit stark nachgefragte SUV-Kompaktklasse passt. Für das ab sofort erhältliche Modelljahr 2018 erhielt der Fünftürer jetzt eine leichte Überarbeitung. Was ihn aber vor allem auszeichnet ist sein Preis/Leistungsverhältnis: Für 16.722 Euro netto gibt es die schon ganz gut ausgestattete Basisvariante inklusive fünf Jahre Garantie (bis 100.000 Kilometer), aktuell zum gleichen Preis sogar ein noch besser ausstaffiertes Sondermodell.

Allerdings erhält man dafür nur den etwas schwachbrüstigen Benziner mit zwar nominell 110 kW / 149 PS, der aber das über 1,6 Tonnen schwere Fahrzeug mit maximal 197 Newtonmetern Drehmoment, die auch erst spät bei 4.000 U/min anliegen, nur mühsam in Schwung bringt. Über zwölf Sekunden dauert es, bis 100 km/h erreicht sind und schon bei 163 km/h ist Schluss mit dem Vortrieb. Dazu ist der Motor auch wenig sparsam, denn auf den ohnehin nicht gerade überzeugenden Normverbrauch von 7,5 Litern muss man in der Praxis mindestens zweieinhalb bis drei Liter aufschlagen.

Nein, die bessere Wahl im Korando ist der Diesel mit 131 kW / 178 PS aus angemessenen 2,2 Litern Hubraum und einem kräftigen Drehmoment von 400 Newtonmetern im gut nutzbaren Drehzahlband zwischen 1.400 und 2.800 U/min. Der Verbrauch beträgt offiziell 5,3 Liter, die man in der Praxis zwar nicht ganz, aber immerhin annähernd erreicht. Mit diesem Antrieb ist man für alle Alltagsfahrten gut gerüstet, lediglich auf der Autobahn ist schon bei 185 km/h Schluss und bis die erreicht werden, dauert es zudem auch noch recht lange. Aber die 840 Euro Netto-Mehrpreis (in der Basisversion Crystal) bzw. 1.680 Euro in den höheren Versionen Quartz und Sapphire sind im Vergleich zur Otto-Alternative allemal gut angelegtes Geld. Zumindest, wenn man die ganze Angst um Einfuhrverbote in die Innenstadt nicht allzu ernst nimmt. Euro 6 erfüllt der Ssangyong-Selbstzünder natürlich – schon deshalb, weil er es muss.

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Schöne Instrumente und klare Bedienlogik

Innen ist der Korando übrigens überraschend solide und liebevoll eingerichtet, mit schönen Instrumenten und klarer Bedienlogik. Auch die Sitze überzeugen. Die Probleme fangen dann an, wenn man das SUV etwas sportlicher rannimmt. Dann fällt das weiche, zum Aufschaukeln neigende Fahrwerk negativ auf, dann bemerkt man auch, wie leichtgängig und rückmeldungsarm die Lenkung ist. Aber ganz ehrlich: Wie häufig in einer Arbeitswoche fahren Sie einen Alpenpass hoch und wie häufig daddeln Sie dagegen mit 40 durch die Stadt und mit 100 über die Autobahn? Eben.

Unsere Empfehlung für den Normalfahrer lautet also: die Diesel-Version als Sondermodell "Clever" mit Frontantrieb und Handschaltung für schlanke 17.640 Euro netto. Dann erhält man nicht nur den zum neuen Modelljahr veränderten, breiter angelegten Kühlergrill und die neuen Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht sowie das neue, angenehme in der Hand liegende Multifunktionslenkrad, sondern auch Einparkhilfen vorne und hinten, Sitzheizung vorne und den Dachspoiler. Klima, CD/Radio mit MP3-Funktion sowie sogar eine heizbare Frontscheibe gehören sowieso zur Serienausstattung. Preisvorteil des Sondermodells laut Hersteller: 1.949 Euro netto.

Der Korando empfiehlt sich damit daher als eine Art letzter Koreaner. Wo Hyundai und Kia ihre Fahrzeuge zu einem Großteil in Europa entwickeln und produzieren und sich auch preislich längst an Volumenhersteller wie Opel oder Ford annähern, pflegt der Ssangyong noch die alten koreanischen Tugenden: gute Qualität für wenig Geld, verpackt in ein unspektakuläres Gesamtpaket. Da kann man auch locker über die Abwesenheit praktisch sämtlicher gängiger Assistenzsysteme hinwegsehen. Selbst fahren und aufpassen heißt hier die Devise. Sowieso nicht die schlechteste Art und Weise, sich im Straßenverkehr zu bewegen.

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