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Fahrbericht Ssangyong Rexton

Moderner, manierlicher und mit mehr Mumm

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Der Motor ist immer noch eher einer vor der raueren Sorte.
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Ssangyong hat den Rexton umfangreich überarbeitet. Es gibt mehr Leistung und Drehmoment, mehr Ausstattung und viele neue Assistenten. Seine für viele Käufer wichtigste Eigenschaft bleibt dagegen unverändert – zum Glück.

Von Peter Eck

Der Rexton war bislang so etwas wie der Proletarier unter den großen SUV – und das ist durchaus positiv gemeint. Also ein ehrlicher Arbeiter, der sich zum Beispiel mit viel Platz und hoher Anhängelast zum fairen Preis auch für die weniger attraktiven Aufgaben eines Autolebens qualifizierte. Jetzt hat Ssangyong sein zur oberen Mittelklasse zählendes SUV gründlich überarbeitet. Zum Netto-Basispreis von 36.126 Euro (Crystal) gibt es unter anderem einen kräftigeren Motor, ein neues Automatik-Getriebe, mehr Ausstattung und Assistenten sowie etwas feinere Manieren.

Fangen wir aber damit an, was sich nicht geändert hat: Für die Fans des als Fünf- oder Siebensitzer erhältlichen Rexton ist nämlich dessen Anhängelast häufig das entscheidende Kaufkriterium. Der Koreaner baut weiterhin auf einem soliden Leiterrahmen auf und nimmt weiterhin bis zu 3,5 Tonnen an den Haken, dies schaffen selbst in dieser Klasse längst nicht mehr alle Fahrzeuge. Erfreulich, dass Ssangyong Deutschland hier anders als manche Wettbewerber eine Auflastung hinbekommen hat.

Überarbeitet wurde der Vierzylinder-Diesel, er leistet mit 149 kW / 202 PS jetzt immerhin 21 PS mehr als die alte Ausbaustufe. Das Drehmoment stieg um 21 auf 441 Newtonmeter, dieses Maximum liegt konstant zwischen 1.600 und 2.600 U/min an, also jenem Drehzahlbereich, in dem man einen Diesel auch meist bewegt. Auf hohe Autobahngeschwindigkeiten ist der mit knapp 2,3 Tonnen nicht gerade leichte Rexton ohnehin nicht ausgelegt, davon zeugt auch die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 184 km/h.

Neue Automatik

Wichtiger als die Mehrleistung und der vor allem bei niedriger Drehzahl spürbare Drehmomentgewinn ist aber die neue Automatik. Sie hat nicht nur jetzt acht statt sieben Stufen, sondern überzeugt auch mit schnellerer Reaktion, überwiegend gelungener Gangwahl und höherer Effizienz, die unter anderem zu einem im Vergleich zum Vorgänger um wenige Zentiliter geringerem Normverbrauch beiträgt. Wobei 8,2 Liter je 100 Kilometer nach WLTP für ein modernes Fahrzeug sicher kein Ruhmesblatt sind.

Der Motor ist immer noch eher einer vor der raueren Sorte, aber die Dämmung ist okay und im Alltag stört seine vernehmliche Arbeit nicht. Erst wenn man den Gasfuß durchdrückt und die Automatik zur Beschleunigung zurückschaltet, wird der Vierzylinder kurzzeitig (zu) laut. Das Fahrwerk arbeitet souverän, ab der mittleren Ausstattungsstufe Quartz (ab 39.991 Euro netto) kommt hinten eine Einzelradaufhängung zum Einsatz, die die Manieren des 4,85 Meter langen SUV weiter verbessert.

Trotzdem ist speziell der Abrollkomfort nicht die stärkste Seite des Rexton. Immer mit dabei ist jetzt der Allradantrieb, wobei im Normalfall nur die Hinterräder angetrieben werden. Schaltet man ihn manuell zu, wird das Drehmoment gerecht zwischen den Achsen aufgeteilt. Wobei es neben der 4H-Option für die Straße auch eine 4L-Version fürs Gelände gibt.

Eine weitere Stärke neben der Anhängelast bleibt das Platzangebot, es erlaubt auch den Einbau von sieben Sitzen, wobei es wie bei allen diesen Fahrzeugen mit drei Sitzreihen in der letzten nur für Kinder kommod zugeht. Vorne und in der zweiten Reihe außen sitzt man dagegen sehr bequem mit viel Platz für Kopf und Füße.

Wer sich wie die meisten Käufer für den Fünfsitzer entscheidet, wird zudem kaum mal unter Transportproblemen zu leiden haben: 820 Liter packt der Kofferraum in der Normalkonfiguration, klappt man die Sitze der zweiten Reihe um, erreicht das Ladevolumen mit 1.977 Liter schon fast Transporter-Niveau.

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Assistenten für bessere Kontrolle

Besonders stolz ist man bei Ssangyong auf die neuen Assistenten. Immer dabei sind solche für die Spurhaltung, Verkehrszeichenerkennung, Bergab- und Berganfahrassistent, Aufmerksamkeitsüberwachung sowie – sehr wichtig bei diesem Fahrzeug – eine Anhängerstabilitätskontrolle. In den höheren Versionen kommen unter anderem eine Frontkamera, ein adaptiver Tempomat sowie Totwinkel- und Ausparkassistenten zum Einsatz.

Im überarbeiteten Innenraum fällt vor allem die digitale Instrumentenanzeige (12,3 Zoll) ins Auge. Sie ist jedoch nur der höchsten Ausstattungsversion Sapphire vorbehalten, für die Ssangyong dann auch bereits selbstbewusste 52.990 Euro aufruft. Allerdings ist die Ausstattung dann auch fast komplett und es werden laut Ssangyong-Geschäftsführer Ulrich Mehling neun von zehn Käufern zu dieser Variante greifen.

Die Basisvariante Crystal beinhaltet unter anderem eine Klimaanlage, Parkpiepser vorne/hinten und Navigation. Bei Quartz kommen 18-Zöller, Zweizonen-Klima, Sitzheizung und die Einzelradaufhängung hinten dazu. Sapphire umfasst beheizbare Rücksitze, das digitale Anzeigeninstrument, einen schlüssellosen Zugang, Kunstledersitze vorne und kabelloses Smartphone-Laden.

Der Rexton zeigt sich nicht nur bei der Ausstattung auf Zeithöhe, auch der modernisierte Innenraum, der erstarkte Motor, die verbesserte Automatik und neue Assistenzsysteme bringen das SUV auf den Stand. Wirklich günstig ist der Koreaner nicht mehr, aber er ist es im Vergleich zu den allermeisten Wettbewerbern, zumal auch eine fünfjährige Garantie bis 150.000 Kilometer gewährt wird.

An was es fehlt: Feinschliff beim Fahrwerk, mehr Rückmeldung von der Lenkung und mehr Ruhe vom Motor – nichts, was bei der nächsten Überarbeitung nicht zu beheben wäre. Gewünscht hätten wir uns auch ein Head-up-Display, aber das gibt es leider selbst gegen Aufpreis nicht.

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