suchen
Fahrbericht Subaru Impreza

Vorfahrt für Vernunft

4
1180px 664px
Subaru hat den Impreza für das neue Modelljahr überarbeitet.
©

Die Marke Subaru weckt durchaus Emotionen, auch wenn die Modelle inzwischen fast durchweg sehr bodenständig daherkommen. Auch der neue Impreza verzichtet trotz seiner großen Rallyevergangenheit auf optische Sperenzchen und setzt eher auf die Kraft der Vernunft.

Von Patrick Broich/SP-X

Subaru, das klingt doch irgendwie nach Rallye und Rennen. Nicht wenige Autofahrer denken bei dieser Marke zunächst an den Impreza und dies zusammen mit den Kürzeln STI und WRX, die die heißen Ableger des Modells tragen und die heute bis zu 300 PS stark sind. Gleich danach kommt der Forester als properes Förster-Mobil mit ordentlichen Kraxel-Fähigkeiten. Am Automobil weniger Interessierte wissen hingegen oft nicht einmal, dass die Marke überhaupt existiert. Wer sich einen Blick auf die Modellpalette gönnt, sieht, wie nüchtern Subaru den Autobau betreibt. Das gilt auch für die neue, fünfte Generation des Impreza, die gerade in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum feiert.

Allrad immer mit dabei

Natürlich verlässt auch der neue Kompakte die japanischen Werkshallen nie ohne Allradantrieb, ein bekanntes Kennzeichen fast aller Subaru-Modelle. Außerdem bekommt der Kunde zwingend ein Automatikgetriebe, wenn er den Japaner zu Preisen zwischen 18.470 Euro netto (1,6i und 84 kW / 114 PS) und 26.621 Euro netto (2,0i und 115 kW / 156 PS) ordert. Eine Qual bei der Motorenwahl steht nicht zu befürchten, denn es gibt lediglich diese beiden Benziner, die mit einem Gesamtverbrauch von 6,2 respektive 6,6 Litern je 100 Kilometern keine Maßstäbe setzen können. Auf radikales Downsizing und Zylinderschwund haben Subarus Entwickler wohl einstweilen keine Lust, was mancher Interessent begrüßen dürfte.

Die Innenarchitekten haben etwas Passendes zur unaufgeregt-sachlichen Außenhaut kreiert. Zwar wechseln sich schwarze Kunststoffe mit Ton in Ton gehaltenen Leder-Armaturen ab, die von feinen Nähten gekrönt werden – aber Design und Materialcocktail ergeben ein eher unscheinbares Bild. Hier passt das klassische Analog-Instrument, wenngleich den Infotainment-Fans immerhin auch drei mehr oder weniger große Anzeigefeldern in LCD/TFT-Technik geboten wird.

Eines hockt zwischen Tacho und Drehzahlmesser, gibt Aufschluss über gefahrene Kilometer und den Status von Assistenten. Ein anderes sitzt hoch auf der Mittelkonsole, informiert über die Klimaeinstellungen oder – noch interessanter – über die momentanen Antriebsaktivitäten des 4x4 oder wahlweise auch die Öltemperatur. Der dritte und größte Monitor im Bunde dient klassisch der Kartendarstellung entweder des integrierten Navis oder aber der Anzeige von Apps, die per Apple CarPlay oder Android Auto gespiegelt werden. Eine aufgeräumte Knöpfchenlandschaft kommt übrigens jenen Kunden entgegen, die ohnehin nichts von überkandidelter Raumgestaltung halten.

Raum zu bieten, das ist eine Eigenschaft, die der Impreza überhaupt beherrscht. Und mit dem zum Vorgänger um 2,5 Zentimeter gewachsenen Radstand stimmt er auch die Personen der zweiten Reihe etwas milder. Kommode, indes nicht allzu üppige Sitze korrespondieren mit diesen Freizügigkeiten.

Bildergalerie

Während man mit dem Impreza unterwegs ist, bleibt der Rallye-Gedanke zunächst im Kopf verhaftet. Doch dafür gibt es bei der zivilen Ausführung keinen Grund. Das Fahrwerk gibt sich kommod, in der neuen Generation erstmals sogar geschmeidig. Wer tendenziell Sportlichkeit schätzt, würde den Japaner sogar eher als weich bezeichnen. Entsprechend sanft schwingt er auf längeren Bodenwellen nach, und Querfugen steckt er auch gelassen weg.

Bei den Boxer-Vierzylindern stehen die Zeichen nicht gerade auf Dynamik. Wie auch bei 114 oder 156 Pferdchen? Die Unterschiede zwischen den beiden Saug-Maschinen mit weitgehend linearer Kraftentfaltung werden indes deutlich. Während der 1,6er bei zügiger Autobahnfahrt schon etwas angestrengt wirkt, agiert der Zweiliter spürbar souveräner und schiebt den Allradler zumindest bis Richtgeschwindigkeit quirlig voran.

Bündel von Assistenzsystemen

Das absolut ruckfreie CVT muss man sich ein bisschen erziehen. Ein gefühlvoller Gasfuß hält die Drehzahlen im Zaum, was Gehör und taktile Wahrnehmung honorieren, denn dann bleibt der Benziner leise. Ein Bleifuß dagegen macht hier keinen Sinn, weil die Drehzahl trotz programmierter Fahrstufen recht prompt in die Höhe schnellt, aber die Beschleunigung nur mäßig ausfällt - der Impreza ist eben kein Sportler.

Dafür aber ein guter Kumpel, der einen mit einem Bündel von Assistenten bewacht. Da tummeln sich Querverkehr-Warner, Spurwechsel-Alarm und Totwinkel-Piepser. Außerdem arbeitet der Tempomat auf Wunsch adaptiv und bremst herunter (und beschleunigt auch wieder), alles mit Hilfe einer Stereo-Frontkamera. Dass auch Fußgänger erkannt werden und der Impreza im Fall aller Fälle autark eine Notbremsung hinlegt, sollte anno 2017 nicht verwundern. Ebenso wenig, dass er die Nacht in LED-Licht taucht und Kurven ausleuchten kann.

Ein modernes Auto also, solide, sicher und wahrscheinlich einmal mehr sehr langlebig. Aber bis auf den serienmäßigen Allradantrieb und die nicht vollends überzeugenden Boxermotoren in vielen Bereichen auch nur Durchschnitt. Subaru-Fans werden ihn genau deshalb lieben, neue Kunden zu gewinnen, wird jedoch nicht einfach werden. 

360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema Fahrbericht:

Modellplaner



Fotos & Videos zum Thema Fahrbericht

img

BMW X5 xDrive45e (Plug-in)

img

Lexus RX 450h

img

Ford Transit (2020)

img

Mercedes A 250e, B 250e, GLE 350de

img

Fiat 500 X Sport (2020)

img

Fahrbericht Aiways U5


Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2019 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
OVG Lüneburg

Bundesweit erstes Streckenradar rechtmäßig

In anderen Staaten gibt es das sogenannte Streckenradar schon länger. In Niedersachsen wurde eine Pilotanlage gebaut. Der Betrieb wurde kurz nach dem Start gerichtlich...


img
Personalie

Neuer UTA-Vertriebsleiter für West- und Südeuropa

Seit Oktober verantwortet Maximiliano Sassaroli alle Vertriebsaktivitäten in Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, den Benelux-Ländern, Großbritannien und der...


img
Recht

Tempokontrolle ist hoheitliche Aufgabe

Outsourcing ist auch bei Kommunen beliebt. Bei der Geschwindigkeitsüberwachung im Straßenverkehr ist das allerdings nicht zulässig.


img
Testfahrt mit dem Opel Corsa F

Der neue Markenbooster

Es war 1982 als Opel den Kleinwagenmarkt aufmischte. Mit dem Corsa A begann die Reise des Mini-Hessen, die ihren Höhepunkt bereits 1993 erreichte. Jetzt schreiben...


img
Finanzierung

Förderdatenbank für Elektromobilität

Diesen Link sollten Sie sich merken. The Mobility House packt die gängigen nationalen und lokalen Förderprogramme in eine Datenbank.