-- Anzeige --

Cupra-CEO Griffiths im Interview: "Begeisterung für Cupra kommt von jungen Menschen"

Wayne Griffiths, Vorstandsvorsitzender von Seat und CEO von Cupra.
© Foto: Seat

Im Interview mit Wayne Griffiths, Vorstandsvorsitzender der Seat S.A. und CEO von Cupra, sprach Verlagsleiter Ralph Meunzel über die halbe Millionen Fahrzeuge, die die Spanier demnächst im Jahr verkaufen wollen und darüber, was bei all der Cupra-Euphorie aus Seat werden wird.


Datum:
10.08.2022
Autor:
Ralph M. Meunzel/AUTOHAUS
Lesezeit:
4 min
NOCH KEINE Kommentare

-- Anzeige --

Autoflotte: Herr Griffiths, in der vergangenen Woche hat Cupra seine Ziele bis zum Jahr 2025 bekannt gegeben: 500.000 verkaufte Fahrzeuge pro Jahr; dazu sollen mit dem Cupra Terramar, dem Tavascan und dem UrbanRebel noch drei neue Elektroautos auf den Markt kommen. Wie schafft eine neue Marke all dies in so kurzer Zeit?

Wayne Griffiths: Das Ziel von 500.000 verkauften Fahrzeugen pro Jahr ist ein mittelfristiges Ziel. Um es zu erreichen, werden wir uns allerdings nicht nur auf die Märkte beschränken, auf denen Cupra heute bereits erfolgreich ist, sondern auch neue Märkte und neue Segmente erschließen.

Cupra hat es geschafft, sich auf großen europäischen Märkten wie Deutschland, Spanien, dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Italien zu etablieren. Zudem ist die Marke international nach Israel, Mexiko und Südamerika expandiert. Unser Ziel ist es, uns zu einer echten globalen Marke zu entwickeln. Noch in diesem Monat (Juli) fällt der Startschuss für Australien, unser erster Schritt im asiatisch-pazifischen Raum. Dies ist aber nur der Anfang, weitere neue Märkte werden folgen, sodass wir neue Kundinnen und Kunden auf der ganzen Welt erreichen können.

 


Cupra Tavascan, Terramar und UrbanRebel

Bildergalerie

Autoflotte: Der Cupra UrbanRebel auf Basis der „MEB-Small“-Plattform liegt Ihnen besonders am Herzen. Was wird das Besondere an diesem Auto sein?

Wayne Griffiths Im Jahr 2025 werden wir den Cupra UrbanRebel – unser urbanes E-Auto – auf den Markt bringen. Es ist ein enorm emotionsgeladenes Fahrzeug, entworfen und entwickelt für eine rebellischere elektrische Welt. Mit diesem Modell wollen wir Konventionen herausfordern und echte Emotionen in das urbane Elektroauto-Segment bringen.

Als „rebel with a cause“ (Rebell mit einer Bestimmung, Anm. d. Red.) kämpfe ich immer für zwei Ziele: die Elektrifizierung der Seat S.A. und die Weiterentwicklung der Marke Cupra. Von daher ist dies ist in der Tat ein sehr wichtiges Projekt – nicht nur für mich persönlich, sondern es wird auch das größte Projekt für unser Unternehmen in den kommenden Jahren sein. Es ist das Schlüsselprojekt für unsere Transformation zu einer vollelektrischen Marke. Wir sind federführend bei der Entwicklung dieses Clusters – der Fahrzeugfamilie, die die nachhaltige urbane Mobilität demokratisieren wird – für verschiedene Marken innerhalb des Volkswagen-Konzerns.

Gemeinsam mit den Partnern des „Future: Fast Forward“-Projekts hat der Volkswagen-Konzern angekündigt zehn Milliarden Euro für die Elektrifizierung Spaniens zu mobilisieren. Dies ist die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Landes. Die Produktion dieses Fahrzeugs ist in Martorell geplant, während das Batteriewerk in Sagunto (in der Nähe von Valencia) angesiedelt sein wird.

Mit dem „Future: Fast Forward“-Projekt wollen wir Spanien zu einem Hub für Elektrofahrzeuge in Europa machen. Das ist enorm wichtig für Europa, denn wenn das kompakte Elektroauto nicht hier hergestellt wird, dann wird es von außerhalb des Kontinents kommen – und zwar schon relativ bald.

Das Cupra UrbanRebel Concept wird ein urbanes, high-performance Elektrofahrzeug mit 100 Prozent Cupra-DNA sein. Es wird dieses „Go-Kart“-Fahrgefühl vermitteln und wurde mit Blick auf die junge Generation entwickelt. Es ist eine agile Neuinterpretation der Sportlichkeit in einem kompakten Format – vollständig digitalisiert, mit der Mission, Emotionen zu wecken.

Autoflotte: Der Cupra Terramar wird den Cupra Ateca ersetzen. Wird es davon auch ein Seat-Modell geben?

Wayne Griffiths Nein, der neue Cupra Terramar wird nicht den Cupra Ateca ersetzen. Mit einer Gesamtlänge von rund 4,50 Meter wird der neue elektrifizierte SUV zwischen dem Ateca (4,38 m) und dem Tarraco (4,73 m) angesiedelt sein.

Sowohl der Seat Ateca als auch der Seat Tarraco haben ihre ganz eigene Zielgruppe.

Der neue SUV wird in verschiedenen Antriebsvarianten erhältlich sein, darunter Mild-Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Versionen, die zusammen mit dem Audi Q3 Sportback in Ungarn produziert werden.

Mit einer rein elektrischen Reichweite von rund 100 Kilometern wird der Cupra Terramar eine neue Generation von PHEVs prägen.

Auf dem Weg in die zweifelsfrei elektrische Zukunft werden in diesem Jahrzehnt sowohl effiziente Verbrennerfahrzeuge als auch Hybrid- und Elektrofahrzeuge noch nebeneinander existieren.

Wir sind der Meinung, dass dieser neue SUV in seinem Segment besser in die Produktpalette von Cupra passt. Die Ergänzung des Cupra-Portfolios durch dieses Fahrzeug ist sehr positiv für das Unternehmen, da es mit seinen höheren Deckungsbeiträgen zur Verbesserung der Rentabilität der Seat S.A. beitragen wird.

Autoflotte: Wie wird der Cupra Tavascan positioniert?

Wayne Griffiths Der Tavascan verkörpert die elektrifizierte Vision von Cupra und wird dem Konzeptfahrzeug aus dem Jahr 2019 treu bleiben. Dabei erinnern einige Designelemente an das Tavascan Extreme E Concept aus dem Jahr 2021. Der Tavascan verkörpert nicht nur die Vision einer zeitgemäßen Elektrifizierung, sondern wird die Marke auch globaler machen und neue Märkte erschließen. Er wird 2024 auf den Markt kommen und unser zukünftiges Flaggschiffmodell sein. Das ist der langjährige Traum von Cupra, der schließlich wahr wird.

Autoflotte: Wird es ein kleineres Modell geben, dass unter dem UrbanRebel angesiedelt sein wird?

Wayne Griffiths Der Cupra UrbanRebel wird das Einstiegsmodell der nächsten Generation in unsere Produktpalette sein. Ein kleineres Modell ist derzeit nicht geplant.

Autoflotte: Märkte wie Deutschland haben Cupra zu einem Erfolg gemacht. Woher kommt die Begeisterung für die junge Marke?

Wayne Griffiths Die Begeisterung für Cupra als junge Marke kommt von jungen Menschen – der neuen Generation, wie ich sie genannt habe. Sie suchen etwas Anderes als das, was ihre Eltern oder Großeltern früher gefahren haben. Sie wollen eine Marke, die moderne und zeitgemäße Werte verkörpert.

Zudem sehen sie, dass wir eine authentische Marke sind. Wir versuchen nicht, cool zu sein, sondern wir fordern Konventionen heraus und tun Dinge, die noch nie zuvor gemacht wurden, auch wenn es bedeutet, Risiken einzugehen. All dies sind Werte mit denen sich die neue Generation identifiziert.

Und natürlich spiegeln unsere Autos, wie zum Beispiel der Cupra UrbanRebel, auch das wider, was diese Generation will: nachhaltige Autos mit großartigem Style, die Spaß machen, wenn man sie fährt.

Autoflotte: Ihr Schwerpunkt liegt auf Cupra: Was passiert mit der Kernmarke Seat in Bezug auf E-Modelle und Markenpositionierung?

Wayne Griffiths Die Frage, wie es für Seat weitergeht, wird natürlich sehr gern gestellt. Die Marke ist aktuell mit Verbrennungsmotoren und Plug-in-Hybriden, die in den kommenden Jahren in vielen Märkten die Mehrheit der Fahrzeuge ausmachen werden, sehr gut positioniert.

Wir können nicht die gesamte Palette von Seat und Cupra gleichzeitig elektrifizieren. Deshalb werden wir uns zunächst auf die Elektrifizierung von Cupra konzentrieren. Ab dem Jahr 2030 wird Cupra eine 100 Prozent elektrische Marke sein, mit eigenem Portfolio und eigener Produktpalette.

Seat und Cupra ergänzen sich, da sie auf zwei völlig unterschiedliche Zielgruppen ausgerichtet sind: Seat auf den Volumenmarkt und Cupra auf eine Zielgruppe zwischen dem Massen- und dem Premiummarkt. Ich glaube, dass der Schwerpunkt von Seat darin liegt, großartige Autos mit großartigem Design zu bauen, die sich an der Zielgruppe der Marke orientieren – das junge und mutige Design der SUV-Modelle ist ein gutes Beispiel dafür.

Autoflotte: Wann kann man Ihrer Meinung nach wieder mit „normalen“ Lieferzeiten rechnen?

Wayne Griffiths: Zurzeit ist das Halbleiterangebot weiterhin beschränkt. Im Laufe der zweiten Jahreshälfte 2022 erwarten wir eine schrittweise Erholung – die Situation wird jedoch weiterhin volatil und angespannt bleiben. Im Laufe des Jahres 2023 sollten wir eine deutliche Verbesserung sehen, die zu kürzeren Lieferzeiten führen wird.

Autoflotte: Werden die Verkäufe in naher Zukunft – d.h. in den nächsten fünf Jahren – überwiegend digital sein?

Wayne Griffiths: Cupra wird auf jeden Fall mit seinen Verkaufsstellen und Online-Plattformen digital expandieren. Gleichzeitig werden wir unser Händlernetz stärken, indem wir weiterhin neue Cupra Garagen auf der ganzen Welt eröffnen. Wir sind nach wie vor von der Bedeutung des persönlichen Verkaufs überzeugt und unsere Cupra Garagen bieten ein flexibles, hochwertiges Format, das sich an die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden anpasst und über das traditionelle Erlebnis in einem Autohaus hinausgeht.

Autoflotte: Herr Griffith, vielen Dank für das Gespräch.

-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --

KOMMENTARE


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

-- Anzeige --

WEITERLESEN




NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Autoflotte ist die monatlich erscheinende Fachzeitschrift für den Flottenmarkt im deutschsprachigen Raum. Zielgruppe in diesem wachsenden Markt sind die Fuhrpark-Entscheider in Unternehmen, Behörden und anderen Organisationen mit mehr als zehn PKW/Kombi und/oder Transportern. Vorstände, Geschäftsführer, Führungskräfte und weitere Entscheider greifen auf Autoflotte zurück, um Kostensenkungspotenziale auszumachen, intelligente Problemlösungen kennen zu lernen und sich über technische und nichttechnische Innovationen zu informieren.