Der neue Mitsubishi L200 ist so neu nicht. Ähnlich, wie beim Mitsubishi Outlander ist Europa du Deutschland einfach etwas später dran. Seit 2023 rollt der neue L200 (weiterhin) in Thailand aus dem Werk. Und der L200 versucht gar nicht erst, sich als Lifestyler mit offener Ladefläche zu tarnen. Sofort wird klar: Dieser Mitsubishi will Geld für seinen Fahrer verdienen. Selbst dann, wenn man – wie das Ausstellungsfahrzeug – die das Top an die Ausstattungslinie Diamant packt und Ledersitze Luxus simulieren.
Das Laden ist im L200 auch wichtig, nur anders
Das Wichtigste an und in einem Pick-up befindet sich naturgemäß hinter der Doppelkabine. Ach so: Den Mitsubishi L200 wird es in Deutschland ausschließlich als Doppelkabine geben. Daran anschließend erstreckt sich eine fast quadratische Ladefläche (1.555 Millimeter lang, bis zu 1.545 Millimeter breit). Damit passt eine Europalette auf die Pritsche – klar, Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Pick-up. Noch entscheidender für Handwerker, Kommunen und andere gewerbliche Nutzer ist allerdings die Nutzlast: Bis zu 1.000 Kilogramm darf der neue L200 zuladen und bis zu 3,5 Tonnen darf der neue L200 gebremst an den Haken nehmen. Mehr kann keiner. Damit spielt er genau dort, wo ein Pick-up im Fuhrpark interessant wird: als Zugfahrzeug für Maschinen-, Material- und andere schwere Lasten auf einem Anhänger. Ein Anhänger-Stabilitäts-Assistent ist serienmäßig. Erkennt dieser ein Aufschaukeln des Gespanns, greift das System über Bremsen und Motorsteuerung ein.
Kräftiger 2,4-Liter-Biturbo im L200
Die nötige Grundlage liefert ein 2,4-Liter-Biturbo-Diesel. Der Vierzylinder leistet 204 PS und stellt maximal 470 Newtonmeter Drehmoment bereit. Alternativen gibt es nicht. Damit bleibt der L200 erfreulich unkompliziert: ein Motor, Dieselkraftstoff und zwei Ausstattungs- beziehungsweise Antriebsvarianten.
Los geht es mit dem L200 Diamant für 39.990 Euro. Der arbeitet mit dem manuell zuschaltbaren „Easy Select“-Allradantrieb, einer Geländeuntersetzung und einer Hinterachs-Differenzialsperre. Geschaltet wird per Sechsgang-Handschaltung. Damit ist Vorankommen im schweren Gelände garantiert. 22 Zentimeter Bodenfreiheit sind in der Klasse ebenfalls Usus.
Darüber rangiert für 52.990 Euro der Diamant Top mit Sechsgang-Automatik und „Super Select“-Allradsystem. Dieses bietet einen permanent nutzbaren Allradmodus; hinzu kommen sieben Fahrprogramme von Eco bis Rock.
Der L200: Innen robust und einfach
Drinnen bleibt der Mitsubishi L200 seiner Rolle treu. Die Doppelkabine bietet fünf Sitzplätze, vier Erwachsene werden gut untergebracht. Die Verstellmöglichkeiten von Lenkrad und Fahrersitz entsprechen dem eines modernen Pkw. Im Diamant gehören unter anderem Klimaanlage, Multifunktionslenkrad, elektrische Fensterheber vorne und hinten sowie ein 7-Zoll-Multiinformationsdisplay zur Serienausstattung. Auch elektrisch einstell-, beheiz- und anklappbare Außenspiegel sowie ein vollwertiges Ersatzrad gehören zum Standard. Eine manuelle Handbremse und ein Analogtacho zeigen, dass weniger doch mehr sein kann. An Ablesbarkeit ist der Tacho wohl kaum zu überbieten. Die Bedienung des L200 versteht jeder. Sofort.
Beim Diamant Top kommen unter anderem ein 8-Zoll-Touchscreen, kabelloses Smartphone-Spiegelung, induktives Smartphone-Laden, Zweizonen-Klimaautomatik samt Luftausströmern im Fond sowie ein elektrisch einstellbarer Fahrersitz hinzu. Auch 360-Grad-Kameras, Einparkhilfen vorne und hinten sowie diverse Assistenzsysteme sind dabei. Acht Airbags gibt es immer. Aber gerade die Kameras dürften angesichts der Dimensionen des Pick-ups – 5,32 Meter lang, (schmale) 1,87 Meter breit und maximal 1,80 Meter hoch – beim Rangieren im Alltag mehr als ein nettes Extra sein.
Mitsubishi L200 (2027): Das Arbeitstier ist zurück
Damit setzt der neue L200 ziemlich klare Prioritäten. Entscheidender als große Displays und Elektronik-Firlefanz sind eine Tonne Zuladung, eine gut nutzbare Pritsche und vor allem die 3,5 Tonnen Anhängelast. Dazu kommen bei beiden Versionen Allradantrieb und der kräftige Diesel. Mitsubishi stattet den L200 außerdem mit einem Garantiepaket aus, das unter den genannten Bedingungen bis zu acht Jahre beziehungsweise 160.000 Kilometer reicht.
Unterm Strich präsentiert sich der L200 bei der ersten Sitzprobe damit als das, was ein Pick-up eigentlich sein sollte: weniger Showcar, mehr Arbeitsgerät.