Elektromobilität: Zwischen Interesse und Vorbehalt

04.06.2026 05:00 Uhr | Lesezeit: 3 min
Vinfast VF6 Test (2026), Elektroauto, Laden, Ladebuchse
Elektromobilität – zwischen hohen Kraftstoffpreisen und Förderprämie.
© Foto: Timo Bürger

Das Interesse am E-Auto steigt laut DAT, doch viele Pkw-Halter bleiben skeptisch. Vor allem Sorgen um Kosten, Batterie, Reichweite und Wiederverkaufswert bremsen die Wechselbereitschaft.

Die Elektromobilität bleibt für Pkw-Halter und Autokäufer in Deutschland ein zentrales Thema. Der Weg zum rein batterieelektrischen Fahrzeug ist jedoch nicht für alle gleich kurz. Wie die Befragung für den DAT Report 2026 zeigt, spielt die persönliche Erfahrung mit einem E-Auto eine wichtige Rolle bei der Bereitschaft zum Umstieg.

Rund 40 Prozent der Pkw-Halter können sich laut DAT Report 2026 grundsätzlich vorstellen, künftig ein rein batterieelektrisches Fahrzeug zu fahren. Nach rückläufigem Interesse in den beiden Vorjahren zeigt sich damit wieder eine positive Entwicklung. Gleichzeitig lehnt etwa ein Drittel der Befragten den Umstieg weiterhin klar ab.

Deutlich anders fällt das Bild bei Pkw-Haltern aus, die bereits selbst Erfahrungen mit einem E-Fahrzeug gesammelt haben. In dieser Gruppe kann sich mehr als die Hälfte den Umstieg vorstellen. Nur 17 Prozent schließen diesen Schritt aus – und damit nur halb so viele wie im Durchschnitt aller Pkw-Halter. Offenbar relativieren sich viele Vorbehalte, sobald Fahrerinnen und Fahrer ein BEV im Alltag erlebt haben.


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Elektromobilität: Sorgen vor Kosten und Batterie

Für den DAT Report wurden erstmals die Bedenken der Pkw-Halter den tatsächlichen Erfahrungen von BEV-Besitzern gegenübergestellt. Dabei zeigt sich: Viele Vorbehalte betreffen die praktische Nutzung. Rund zwei Drittel der Pkw-Halter fürchten, mit einem batterieelektrischen Fahrzeug liegen zu bleiben. Ähnlich ausgeprägt ist die Sorge vor plötzlich auftretenden Batteriebränden.

Auch finanzielle Aspekte wiegen schwer. Besonders häufig genannt wird die Befürchtung, Reparaturen an E-Autos könnten sehr teuer sein. Hinzu kommen Zweifel am Wiederverkaufswert. Wegen der schnellen technischen Weiterentwicklung und Unsicherheiten rund um die Haltbarkeit der Batterie haben viele Pkw-Halter klare Vorbehalte gegenüber dem Restwert eines BEV.

BEV-Besitzer kritisieren Ladepreise

Bei den heutigen BEV-Besitzern fällt das Stimmungsbild gemischt aus. Sie fahren ihr E-Auto im Schnitt seit knapp drei Jahren und berichten durchaus von Einschränkungen im Alltag. Fast drei Viertel bestätigen, dass die Witterung die Reichweite spürbar beeinflusst. Zwei Drittel ärgern sich zudem über die anhaltende Preisintransparenz an öffentlichen Ladesäulen.

DAT, BEV, Grafik
Viele Unsicherheiten gegenüber BEV.
© Foto: DAT

Gleichzeitig ist die Zustimmung zur Technologie hoch. Rund 80 Prozent der BEV-Besitzer zeigen sich begeistert von ihren Fahrzeugen. Besonders geschätzt werden die ruhige und leise Fahrt sowie das angenehme Fahrerlebnis.

Kraftstoffpreise treiben die Beschäftigung mit E-Mobilität

Besonders interessant ist der Blick auf jene, die sich aktuell aktiv mit einem Autokauf beschäftigen. Etwa die Hälfte dieser Kaufplaner empfindet die Entscheidung für eine Antriebsart derzeit insgesamt als schwierig.

Für viele ist dabei weniger eine mögliche Förderprämie ausschlaggebend als vielmehr die Entwicklung der Kraftstoffpreise. Knapp 60 Prozent der Neuwagenkaufplaner und etwas mehr als 40 Prozent der Gebrauchtwagenkaufplaner geben an, dass sie sich wegen gestiegener Kraftstoffpreise intensiver mit Elektromobilität beschäftigen als zuvor.


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Förderprämie wird ambivalent bewertet

Auch zur Förderprämie zeigen sich die Autokaufplaner zwiegespalten. 80 Prozent erkennen mindestens einen positiven Aspekt, zugleich nennen 75 Prozent auch Kritikpunkte. Positiv bewertet wird vor allem die soziale Komponente. Zudem sehen viele darin einen finanziellen Anreiz, der batterieelektrische Fahrzeuge attraktiver machen kann.

Kritisch gesehen wird vor allem, dass Gebrauchtwagen nicht gefördert werden. Ebenfalls häufig genannt wird der Einwand, dass hohe staatliche Mittel einer vergleichsweise kleinen Käufergruppe zugutekommen. Weitere Kritikpunkte sind die verpasste Chance, Ladestrom günstiger zu machen, sowie die Sorge vor einem komplizierten Antragsverfahren.

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