Polestar 3 (800 Volt | 103 kWh): Nach zwei Jahren aufgefrischt

20.07.2026 15:55 Uhr | Lesezeit: 2 min
Mit 4,90 Metern Länge ist der Polestar 3 kürzer als der aktuelle VW Passat. Mit 2,6 Tonnen allerdings deutlich schwerer.
© Foto: Michael Blumenstein

Mit dem Polestar 3 kam Mitte 2024 das erste SUV der chinesisch-schwedischen Marke – verspätet. Jetzt kommt das Facelift – und macht den Polestar 3 technisch attraktiver.

Der Polestar 3 wirkt groß. Mit 4,90 Metern ist er jedoch kürzer als ein VW Passat  oder ein Volvo XC90. Daran hat sich mit dem Facelift nichts geändert. Denn seinem Design blieb der Polestar 3 treu. Beständigkeit scheint ein tief verankerter Wert von Polestar zu sein. Denn auch der seit März 2020 produzierte, erste (Großserien-)Polestar, der Polestar 2, rollt optisch nahezu unverändert aus dem Werk im chinesischen Luqiao. Der Polestar 3 wurde anfangs in Chengdu (China) und in den USA (im Volvo-Werk in Ridgeville) produziert. Seit 2026 ist – zumindest für die Euro-Lieferungen – ausschließlich die USA verantwortlich. Strafzölle werden somit umgangen.


Polestar 3 (Facelift | 800 Volt)

Schräg von vorn vor einer Holzwand fotografierter weißer Polestar 3 Bildergalerie

Ab 79.000 Euro beginnt die Preisliste des Polestar 3

Mit mindestens 79.000 Euro (brutto) als Startpreis ist das Elektro-SUV mit dann nur noch 90 kWh-Akku (nutzbar) ohnehin kein Schnäppchen. Nach wie vor gibt es drei Leistungsstufen, die Basisversion hat Heckantrieb. 333 PS leistet diese nun, 34 mehr als bislang. Darüber rangiert der Allradler mit nun 544 PS (zuvor 489). Wir sind den „Performance“ gefahren: 680 PS, 163 PS mehr als zuvor. Motorleistung ist in Zeiten der E-Mobilität lediglich eine Kennziffer, die nach Belieben angepasst werden kann und mit der sich die Hersteller ständig überbieten. So gibt es den neuen MG IM6 mit bis zu 750 PS. Für gut 60.000 Euro.

Wir bleiben bei ausreichenden 680 PS und 870 Newtonmetern. Das 2,6-Tonnen-Trumm benötigt keine vier Sekunden für den Standardsprint und erst bei 230 km/h wird der elektronische Anker gesetzt. Ganz ehrlich: Das braucht niemand. Polestar argumentiert damit, dass man den Abstand zu den leistungsschwächeren Versionen wahren möchte und Polestar eben eine Performancemarke sei.

Wer das Fahrpedal behutsam bedient, kann mit dem Polestar 3 sauber cruisern. Die im Topmodell serienmäßige Luftfederung wurde modifiziert und soll den Spagat zwischen Komfort und Agilität besser beherrschen. Ob es besser ist, haben wir nicht im Gespür, gut ist die Balance in jedem Fall – trotz 22-Zoll-Megareifen. Auch die Lenkung haben sich die Ingenieure in Schweden vorgenommen. Und auch attestieren wir dieser solides Agieren, wie man es von einem dynamikorientierten SUV erwarten darf. Am Wendekreis von knapp 12 Metern ändert das nichts. Die Brembo-Bremse spricht extrem giftig an, hier wäre weniger mehr.

Mit mindestens 79.000 Euro (brutto) als Startpreis ist das Elektro-SUV mit dann nur noch 90 kWh-Akku (nutzbar) ohnehin kein Schnäppchen. Nach wie vor gibt es drei Leistungsstufen, die Basisversion hat Heckantrieb. 333 PS leistet diese nun, 34 mehr als bislang. Darüber rangiert der Allradler mit nun 544 PS (zuvor 489). Wir sind den „Performance“ gefahren: 680 PS, 163 PS mehr als zuvor. Motorleistung ist in Zeiten der E-Mobilität lediglich eine Kennziffer, die nach Belieben angepasst werden kann und mit der sich die Hersteller ständig überbieten. So gibt es den neuen MG IM6 mit bis zu 750 PS. Für gut 60.000 Euro.

Wir bleiben bei ausreichenden 680 PS und 870 Newtonmetern. Das 2,6-Tonnen-Trumm benötigt keine vier Sekunden für den Standardsprint und erst bei 230 km/h wird der elektronische Anker gesetzt. Ganz ehrlich: Das braucht niemand. Polestar argumentiert damit, dass man den Abstand zu den leistungsschwächeren Versionen wahren möchte und Polestar eben eine Performancemarke sei.

Wer das Fahrpedal behutsam bedient, kann mit dem Polestar 3 sauber cruisern. Die im Topmodell serienmäßige Luftfederung wurde modifiziert und soll den Spagat zwischen Komfort und Agilität besser beherrschen. Ob es besser ist, haben wir nicht im Gespür, gut ist die Balance in jedem Fall – trotz 22-Zoll-Megareifen. Auch die Lenkung haben sich die Ingenieure in Schweden vorgenommen. Und auch attestieren wir dieser solides Agieren, wie man es von einem dynamikorientierten SUV erwarten darf. Am Wendekreis von knapp 12 Metern ändert das nichts. Die Brembo-Bremse spricht extrem giftig an, hier wäre weniger mehr.


Polestar 3 Performance

Preis: ab 106.900 € (brutto)
PSM-E-Motoren | Allrad
500kW/680 PS | 870 Nm
3,9 s | 230 km/h |1-Gang-AT
WLTP: 23,1 kWh
Reichweite: 601 km
Akku (netto): 103 kWh (netto)
Laden: AC 11 kW | DC 350 kW
Maße: 4.900 x 1.968 x 1.614 mm
Kofferraum: 484–1.411 + 24 (Frunk) Liter
Versicherung: KH 21 | TK 24 | VK 26
Service: 2 Jahre/30.000 km
Garantie: 3 Jahre/100.000 km
Akku: 8 Jahre/160.000 km



Schnelleres Laden beim Polestar 3 mit Facelift

Mehr gab es beim Thema Ladeperformance für alle Versionen. Wie der Bruder Volvo EX90 hat nun auch der Polestar 3 zwei Jahre nach Marktstart das 800-Volt-Bordnetz erhalten und lädt DC mit maximal 350 kW. Dass das solide funktioniert, hat der zweite Technikzwilling Volvo ES90 bereits bei uns bewiesen. Polestar selbst spricht von einer Verkürzung der Ladezeit von 10–80 um 25 Prozent.

Nichts getan hat sich (leider) an der Bedienbarkeit. Spiegel, Lenkrad und Sitzverstellung müssen umständlich übers Zentraldisplay und Lenkradtasten verstellt werden und das Öffnen des Handschuhfachs gelingt nur noch über einen Display-Toucher. Auch die zwei Tasten in der Tür für vier Fensterheber sind ein Bedien-Fiasko. Das hat nichts mit „coolem Minimalismus“ zu tun, das ist ablenkend und im Alltag gefährlich. Dafür kann nun theoretisch mehr via Sprache erledigt werden. Auch Übersetzungen kann man von Googles Gemini verlangen – fünf Jahre sind alle Onlinedaten inkludiert.

Was in der Preisklasse wünschenswert wäre: ein Rollo fürs Glasdach, eine hochwertigere Rollo-Lösung für die Gepäckraumabdeckung sowie eine 22-kW-Ladeoption fürs AC-Laden. Dass die Google-Maps-Live-Navigation (ob eine Ladestation auch frei ist) nach zwölf Monaten enden und nur für 200 Euro um weitere 24 Monate verlängert werden kann, ist kleinlich. Der Zugang zur Polestar-App (bspw. fürs Vorheizen im Winter) ist lebenslang inkludiert. So ist nicht alles Gold, was glänzt. Selbst wenn man im Polestar 3 Performance mit goldfarbenen Gurten sitzt.

HASHTAG


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