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Handy, Führerschein, Kreditkarte

Ufo Drive hebt auch in Deutschland ab. Der Premium-Carsharer für E-Autos macht nicht alles anders, aber vieles setzt er konsequenter um. Auf kontaktloser Reise mit dem E-Mobilisten aus Luxemburg.


Datum:
07.06.2021
Autor:
rs
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Roland Keogh ist seit eineinhalb Jahrzehnten Trainer und Berater für ERP-Systeme unter anderem für Mietwagenfirmen. Er kennt also das Vermietgeschäft und, was Skalierung bedeutet. Nun ist der Ire als Head of Commercial wieder in seinem Terrain unterwegs, allerdings ist sein neuer Arbeitgeber Ufo Drive alles andere als ein Autovermieter von der Stange.

Das verdeutlicht unsere erste Frage im Videointerview mit ihm:"Warum ist es eine gute Idee als Carsharing-Start-up Geld über Crowdfunding einzusammeln?" Keoghs Antwort verrät einiges über die Idee seines Arbeitgebers, der ein Ufo im Firmen-Signet pflegt: "Unsere Crowdfunding-Aktion war in erster Linie ein Mittel, um Aufmerksamkeit zu generieren, gleichzeitig sammelten wir Geld für neue Investitionen. Wir sind im Herzen eben ein IT-Unternehmen, das nun im Vermietgeschäft aktiv ist, um Dinge anders zu machen."

Der monetäre Aspekt der Privatspender-Akquise lässt sich auf gut zwei Millionen Pfund beziffern, welche laut der Website Seedrs von 978 Investoren gegeben wurden. Der entsprechende Marketing-Wert ist natürlich schwerer zu greifen, zumal die aktuelle Lage das Hauptgeschäft der Vermieter - die Dienstreise - extrem einschränkt. Auf der anderen Seite profitieren gerade die Vermieter von ihren flexiblen Langzeitangeboten, wie es in Gesprächen mit Branchenteilnehmern in diesem Jahr immer wieder hieß. Wo steht also Ufo Drive? "Unsere Reise mit Ufo Drive geht weiter. Sie begann mit zwei wesentlichen Merkmalen. Wir sind ein voll digitales Unternehmen und alle unsere Fahrzeuge sind rein elektrisch", skizziert der Manager die Ausgangslage.

In der "Mall of Berlin"

Ortswechsel: Berlin. Hier an einem der deutschen Mietpunkte von Ufo Drive in der Tiefgarage der "Mall of Berlin" am Leipziger Platz im Herzen der Hauptstadt stehen zwei Tesla an den Wallboxen - die anderen beiden deutschen Standorte sind jeweils am Flughafen in Köln/Bonn und Hamburg zu finden. Der zweite Teil, der für Ufo Drive reservierten Parkfläche, ist verwaist und per Absperrband verschlossen. Keoghs Aussage, man sei eher der Betreiber einer Plattform als ein klassischer Vermieter, erfüllt sich auf erfreuliche Weise beim Nähern an den Mietwagen. Denn vom Buchen über das Verwalten bis zur Abrechnung des Miet-E-Fahrzeuges passiert alles komplett papier- und kontaktlos. Und zwar gleich beim ersten Mal. App runterladen. Die Firmen- und fahrerrelevanten Daten eingeben (Steuer-ID, Rechnungsadresse samt Umsatzsteuer-ID, ID-Scan, Führerschein-Scan) sowie zwei Selfies (Augen offen und Augen zu). Auswahl des Fahrzeugs, Versicherung (Vollkasko; 1.000 Euro Selbstbehalt für 15 Euro pro Miettag, 0 Euro Selbstbehalt (Fahrer-Alter mindestens 30 Jahre) für 34 Euro pro Miettag), Angabe der zu erwartenden Kilometer (nach der Kilometerzahl wird der Strombedarf ermittelt; bei innerstädtischen Kurzstrecken von zirka 50 Kilometern gibt es sieben Euro Guthaben zurück), Kreditkarten-Daten. Fertig. Das liest sich viel, ist aber schnell erledigt.

White-Label-Lösung für Flotten

Die App hilft anschließend beim Finden und Öffnen des Autos. Der Zustand des Innenraums und die Schäden werden ebenfalls digital erfasst. Dann den Mietvertrag digital unterzeichnen und Los geht's. Die Rechnung flattert nach dem Abstellen des Fahrzeugs an seinem Mietort per E-Mail ein. Die im Marketingsprech vielerorts bemühte "Customer Journey" funktioniert hier. Das Ufo hebt also ab. Nun sind die digitalen Zwischenschritte nicht allein auf die eigenen Abläufe in der Vermietung begrenzt. Vielmehr soll es als White-Label-Lösung anderen Vermietern oder Fuhrparkbetreibern helfen, ihre Prozesse im Sinn einer Software-as-a-Service zu optimieren. "Und zwar ganz bewusst, wenn es darum geht, die eigene Flotte auf rein elektrische Modelle umzustellen", bekräftigt der Manager.

Die nötige Erfahrung speist sich aus "mehr als zehn Millionen Kilometer, die unsere Kunden bereits zurückgelegt haben", bestätigt der Ire. Und ein zweiter Fakt verwundert noch mehr: Für 85 Prozent der Erstkunden war es eine surrende Jungfernfahrt, da sie mit Ufo Drive zum ersten Mal ein E-Fahrzeug gemietet haben. Dass dabei nicht das Liegenbleiben-Szenario droht, sorgen über 140.000 Ladepunkte in Europa für den Energienachschub. Das Mieten und Fahren sowie Tanken soll sich mit dem E-Auto nicht von der Erfahrung mit einem Diesel- oder Benziner unterscheiden - von der Antriebsart schon, vom Komfort und der Zeitplanung aber nicht. Ein aktuell nicht vermietetes Fahrzeug wird dann geladen, wenn der optimale Zeitpunkt (Batteriezustand, Ladekosten) dafür ist - dazu sammelt die IOT (Internet of Things-)Technik an Bord die nötigen Daten und gibt diese direkt an die externen Dienstleister vor Ort weiter.

Diesen Weg haben auch andere Carsharer im Blick. Hier wird er aber bereits gegangen. Das Partnernetzwerk ist ein wichtiger Punkt, da das in Luxemburg ansässige Unternehmen lediglich die IT stellt. Die Standortsuche, die Ausstattung der Mietflächen mit den Wallboxen, das Laden und Säubern der Autos - alles das erledigen die Partner. Darunter sind einige Parkhausbetreiber, die um die Bedarfe für die Ladeund Autopflege-Situation vor Ort wissen. Das Wachstum funktioniert hier immer schrittweise oder "agil" wie es Keogh beschreibt. Man startet mit fünf oder zehn Fahrzeugen (die Range reicht dabei vom Hyundai Kona Elektro bis zum Audi E-tron) und erweitert, sobald die Nachfrage steigt.

Wie wird ein E-Auto genutzt?

Die Mietpreise sind aus Sicht von Keogh marktüblich, sofern man ein vergleichbares E-Fahrzeug mit allen Extras in der Miete vergleicht. 17 Standorte in acht Ländern markieren das bestehende Netz, das in den nächsten Monaten erweitert werden soll - vordergründig mit neuen Standorten in Großbritannien. Jeder Standort fungiert als Profit-Center. So ist Wachstum kein Selbstzweck - auch dies ist eine Erkenntnis, die im Carsharing gerade an vielen Orten reift. Aber Marktanteile sind nicht die Währung von Ufo Drive mit ihrem Premium-Dienst. "Am Ende, wenn man alle Fäden zusammenbringt, ergibt sich ein Gesamtbild davon, wie Elektrofahrzeuge genutzt werden", sagt Keogh. "Davon ableitend kann man mit Artificial Intelligence, also Künstlicher Intelligenz, vieles effektiver steuern. Diese Daten sind natürlich anonymisiert und zielen allein auf die Performance des Fahrzeugs, was das Laden und den Betrieb betrifft und nicht auf das Verhalten des Fahrers ab."

Diese intelligente Prozesssteuerung ist für Third-Party-Kunden interessant. Neben Autovermietern und Autohändlern (unter anderem Tesla-Händler, die Testfahrten darüber anbieten) sind dies laut Keogh auch Firmen, die die Lösung fürs eigene Carpooling verwenden. In diesem Fall kennt der Verleiher, also die Firma, die Nutzer bereits. Deshalb entfällt dabei auch die Identifikation per Smartphone-Kamera, was nicht nur den Datenschutzbeauftragten im Unternehmen beruhigen wird. "Darüber hinaus ist unsere Software sehr modular und kann an die Wünsche einer Flotte angepasst werden", betont der Sales-Profi.

Nun wäre die Geschichte des Anderssein als nachhaltige Flotte nicht komplett, wenn es kein Kompensationsprogramm für CO2 geben würde. Im Fall von Ufo Drive hießt dies "Ark 2030", ein Projekt das als Äquivalent für nicht vermeidbare Kohlendioxid-Mengen Bäume pflanzt. So können Dienstreisende oder Flotten, die die Software verwenden, ihren CO2-Fußabdruck ebenfalls so klein wie möglich halten - mit Hilfe des etwas anderen Vermieters mit dem Ufo im Logo.

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