Lange sah der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna wie der sichere Sieger im Bieterwettstreit um die Übernahme des Autobauers Opel aus. Doch der belgische Finanzinvestor RHJ International und der chinesische Autobauer (Beijing Automotive Industry Corporation) haben ihre Angebote inzwischen nachgebessert und sind wieder im Rennen. Die Konzepte der drei Interessenten sind geheim, einige Details sickerten jedoch an die Öffentlichkeit durch: Die einzelnen Konzepte: - Magna will gemeinsam mit der staatlichen russischen Sberbank bei Opel einsteigen. Zudem ist als Kooperationspartner der russische Hersteller GAZ im Gespräch. Die GAZ-Gruppe erhofft sich eine dringend benötigte Strukturhilfe, im Gegenzug soll Opel das Vertriebsnetz der Russen nutzen. Magna strebt 20 Prozent an Opel an, die Sberbank 35 Prozent. 10 Prozent soll die Belegschaft übernehmen, 35 Prozent soll die ehemalige Konzernmutter General Motors (GM) behalten. - RHJ International will Opel sanieren und später gewinnbringend verkaufen. Möglicher Käufer wäre GM. Das stößt bei Opel auf Widerstand, könnte für GM aber interessant sein. RHJ möchte etwas mehr als 50 Prozent der Anteile, den Rest soll GM behalten. Der Opel- Betriebsrat fürchtet, dass GM weiterhin das Sagen haben könnte. - BAIC hat es vor allem auf die Technologie von Opel abgesehen. Gleichzeitig bietet der kleine Hersteller (12 000 Fahrzeuge in 2008) Opel einen besseren Zugang zum Wachstumsmarkt China. Bundesregierung und Opel-Betriebsrat befürchten den Abfluss von Technologie. GM würde sich eine Konkurrenz für den riesigen chinesischen Markt ins Haus holen. BAIC will 51 Prozent an Opel, GM soll 49 Prozent behalten. Arbeitsplätze und Werke: - Magna will in den europäischen Opel-Werken 9500 Stellen abbauen und zudem 2100 Stellen in Verwaltung und Vertrieb einsparen. Die vier deutschen Werke sollen erhalten bleiben. - RHJ International will laut Branchenkreisen etwas weniger als 10 000 Stellen in Europa abbauen. Alle Werke in Deutschland sollen demnach erhalten bleiben. - BAIC will bei einer Übernahme 7584 Stellen in Europa streichen, davon rund 3000 in Deutschland. Die vier deutschen Werke sollen zwar fortbestehen. Allerdings wollen die Chinesen das Werk in Eisenach zwei Jahre lang stilllegen und die Belegschaft bis 2012 über Kurzarbeit im Unternehmen halten. Staatsgelder: - Magna plant Staatsgarantien von 4,5 Milliarden Euro ein und damit deutlich mehr als die Mitbewerber. - RHJ International fordert derzeit Staatsgarantien von 3,8 Milliarden Euro. Im ersten Angebot war nach Angaben des Opel- Betriebsrates noch von 4,8 Milliarden Euro die Rede. - BAIC strebt staatliche Garantien von 2,64 Milliarden Euro an. (dpa)