Der Markt für Elektroautos zeigt 2026 zwei unterschiedliche Entwicklungen. Privatkunden orientieren sich stärker am Preis-Leistungs-Verhältnis und ziehen immer häufiger auch neue Anbieter aus Fernost in Betracht. Im Flottengeschäft spielen dagegen organisatorischer Aufwand und das Servicenetz eine größere Rolle. Das geht aus der Dataforce Studie "E-Mobilität Pkw 2026" hervor.
Tesla wieder vorn, VW und Cupra verlieren
Auch zwischen den Marken verschieben sich die Verhältnisse. Nach Angaben von Dataforce kehrt Tesla nach einem schwächeren Jahr an die Spitze der Neuzulassungen zurück. VW und Cupra verlieren im Elektrosegment dagegen rund die Hälfte ihres Marktanteils. Gleichzeitig kommen chinesische Marken zusammen bereits auf knapp zehn Prozent Marktanteil. Vor allem bei Privatkunden fassen chinesische Hersteller stärker Fuß.
BYD ist laut Studie die bekannteste chinesische Automarke. Für die etablierten Hersteller entsteht damit zusätzlicher Wettbewerb. Denn bei der Entscheidung für ein Elektroauto zählt inzwischen nicht mehr allein, wie weit das Fahrzeug mit einer Akkuladung kommt.
Flotten sehen Kostenvorteile, aber auch Aufwand
Die Reichweite verliert bei der Fahrzeugwahl an Bedeutung. Laut Dataforce steht erstmals das Preis-Leistungs-Verhältnis vor der Reichweite. Das verändert den Wettbewerb: Hersteller können sich nicht mehr allein mit großen Batterien und hohen Reichweitenwerten absetzen. Für Kunden wird wichtiger, wie viel Auto und Ausstattung sie für ihr Geld bekommen. Bei Firmenkunden sieht die Situation anders aus.
Mehr als jeder fünfte befragte Fuhrparkverantwortliche kritisiert den Aufwand bei Beschaffung und Organisation von Elektroautos. Gleichzeitig sehen mehr als 80 Prozent Kostenvorteile während des laufenden Betriebs. Laut Dataforce werden batterieelektrische Autos 2026 zur stärksten Antriebsart bei den Flotten-Neuzulassungen.
China-Marken haben es in Flotten schwerer
Während neue chinesische Anbieter bei Privatkunden zulegen, funktioniert der Einstieg in Firmenflotten schwieriger. Ein wichtiger Grund ist laut Studie das Servicenetz. Fehlt eine flächendeckende Betreuung, kommen die Marken für viele Unternehmen nicht infrage.
Für neue Hersteller reicht deshalb ein attraktives Fahrzeugangebot allein im Flottengeschäft nicht aus. Gleichzeitig rückt ein anderes Problem stärker in den Mittelpunkt: Wo kann das Elektroauto geladen werden? 77 Prozent der befragten Privatkunden betrachten eine Lademöglichkeit am Wohnort als Voraussetzung für den Kauf eines Elektroautos. Rund 70 Prozent ihres Ladebedarfs decken Privatnutzer laut Studie zu Hause.
Unternehmen brauchen Ladepunkte
Bei Firmen spielt der eigene Standort ebenfalls eine wichtige Rolle. Rund 60 Prozent des Ladevolumens entfallen laut Dataforce auf das Unternehmen. Damit wird die verfügbare Ladeinfrastruktur für Privatpersonen und Firmen zunehmend zum entscheidenden Faktor für den Umstieg. Die Reichweite des einzelnen Elektroautos verliert dagegen als Hürde an Gewicht.