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Fahrbericht Forfour Electric Drive

Der smarteste Smart

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Am 10. März 2017 kommt auch der viersitzige Smart Forfour als Elektroauto.
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Nach dem zweisitzigen E-Smart folgt nun erstmals auch eine viersitzige Version mit Stromantrieb. Er hat ähnliche Vorzüge wie sein kleiner Bruder und den gleichen Nachteil.

Von Wolfgang Wieland/SP-X

Nach der Vorstellung der bereits vierten Generation des rein elektrisch angetriebenen Zweisitzers Smart Fortwo als Coupé, folgt nun der viersitzige Smart namens Forfour. Beide sind 10. März 2017 bestellbar. Innerhalb der Stadt sind die mittlerweile flüsterleisen Mercedes-Töchter mit Renault-Technik am besten aufgehoben, da die Reichweite beim zweitürigen Coupé bei lediglich 160 Kilometern und beim Viertürer gar nur bei 155 Kilometern liegt. Der Preis für den Forfour startet bei 22.600 Euro, davon wird dann der Umweltbonus in Höhe von 4.400 Euro abgezogen. Im Sommer 2017 folgt noch eine dritte Elektro-Smart-Variante, das Faltdach-Cabrio. Übrigens dann als das weltweit einzige Oben-ohne-E-Mobil, allerdings auch nur mit 155 Kilometern rein elektrischer Reichweite.

Das Thema Reichweite wird von den Smart-Verantwortlichen aber nicht so ernst genommen, da Umfragen ergeben hätten, dass der durchschnittliche Kunde ohnehin nur rund 35 Kilometer am Tag zurücklegen möchte. Smart schwört jetzt so sehr auf die von den Franzosen eingekaufte Elektromobilität, dass man sich entschloss in den USA und Kanada keine Verbrennungsmotoren mehr anzubieten. Diese Entscheidung war sicherlich nicht freiwillig, schließlich verkaufte sich der Kleinwagen in Nordamerika im letzten Jahr nur rund 7.200 Mal. Auch in Norwegen wird der neue Smart nur noch mit E-Antrieb verkauft. All dies deutet wohl darauf hin, dass Smart in ein paar Jahren wohl nur noch reinelektrische Fahrzeuge anbieten wird, vielleicht ja schon ab 2020, spekulieren Insider. Mit den in diesem Jahr kommenden Modellen wird aber noch auf den meisten Märkten zweigleisig gefahren. "In Deutschland wird die gesamte Smart-Modellpalette sowohl mit Verbrennungsmotoren, als auch batterieelektrisch angeboten", so Smart-Chefin Annette Winkler.

Unser erster Blick auf und in den neuen viertürigen E-Smart wird durch die beiden Ausstellfenster mit klapprigen Kunststoff-Verschlüssen an den hinteren Türen irritiert. Die Optik und die Anmutung entsprechen eigentlich überhaupt nicht dem Premium-Anspruch der Daimler-Tochter. Diese Details sind nun aber leider der Kooperation mit Renault geschuldet, schließlich liefern die Franzosen einen Großteil des Gesamtfahrzeugs an die Schwaben. Auch die beiden Sitzplätze in der zweiten Reihe enttäuschen, denn so richtig gut sitzen kann man hier nicht, ganz gleich mit welcher Körpergröße. Der Forfour ist also eher ein 2+2-Sitzer. Oder doch eher auch nur ein Zweisitzer, aber mit großem Gepäckraum, der bei umgeklappten Rücksitzlehnen beachtliche 975 Liter fassen kann. So wird der viertürige Stromer doch noch zum vielleicht smartesten Smart, der mit einer Gesamtlänge von nur 3,50 Metern und einem Wendekreis von 8,65 Metern deutlich mehr Platz und somit auch für zusätzlichen Komfort und mehr Sicherheitsgefühl sorgt.

Viele bunte Balken und Diagramme

Beim Platznehmen auf dem Fahrersitz erfreuen sich die Hände am dicken, griffigen und hochwertigen Multifunktionslenkrad. Hier können Radiolautstärke, Tempomat und das Multifunktionsdisplay mit den Daumen bedient werden. Deutlich preiswerter wirken die vier tennisballgroßen Lüftungsdüsen aus grobem Hartplastik im Mercedes-Stern-Design. Der Sitzkomfort in der ersten Reihe ist gar nicht übel, nur die Auflagefläche für die Oberschenkel ist in Kleinwagen traditionell zu kurz. Die integrierten Kopfstützen sehen nicht nur gut aus, sie sind auch vertrauenswürdig.

Gestartet wird Elektroeinheit mit einem ganz normalen Zündschlüssel. Viele bunte Balken und Diagramme erscheinen, die Batterie ist vollgeladen. Der Gangwählhebel kennt auch hier vier Buchstaben P, R, N und D. Ein Getriebe gibt es nicht, man fährt mit dem beeindruckend starken E-Motor in nur einem Gang. Zum Rückwärtsfahren ändert sich einfach nur die Drehrichtung des Motors, der übrigens aus dem Renault-Werk im nordfranzösischen Clèon stammt. Der Anzug beim Kickdown ist, wie wir es von Elektrofahrzeugen ja schon gewohnt sind, bemerkenswert kräftig. Trotzdem sind es aus dem Stand beim Standard-Sprint auf Tempo 100 gähnend lange 12,7 Sekunden. Der eSmart beweist auch hier, dass er eigentlich für die Innenstadt gedacht ist.

Zahlreiches Zubehörkann man hinzukaufen. Ein Karabiner-Schlüsselanhänger mit Smart-Silhouette, Beachvolleybälle, T-Shirts und USB-Sticks in Fahrzeugschlüsseloptik. Empfehlenswert ist die Wallbox für 600 Euro, die ab Herbst 2017 mit einem 22 kW-Schnelllader verfügbar ist. In rund 45 Minuten sind dann die Batterien wieder zu 80 Prozent aufgeladen. Aber bitte die Wallbox nicht selbst installieren. Sie muss von einer Elektrofachkraft montiert und fachgerecht an das Netz angeschlossen werden.

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