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Fahrbericht Skoda Scala

Treppe nach oben

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Ab Mitte Mai steht der Skoda Scala beim Händler.
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Scala nennt Skoda seinen neuen Kompakten und will damit mindestens einen Schritt weiter nach oben auf der Erfolgsleiter. Das spiegelt sich auch im selbstbewussten Preis wider.

Von Michael Gebhardt/SP-X

Wer bei Scala an die berühmte Mailänder Oper denkt, liegt nicht falsch. Doch auch der Ort der Uraufführung der Madame Butterfly oder des Turandots ist, wenn auch auf Umwegen, nach dem lateinischen Begriff für Treppe benannt: Scala. Die hatten auch die Skoda-Produktmanager im Sinn, als sie den Namen für ihren neuen Kompakten auswählten, denn: Der Scala soll den Weg der Marke nach oben weiter vorantreiben. Mit dem Rapid-Nachfolger beginnt eine neue Design-Ära, die Technik unterm Blech ist bewährt und die typischen Simply-Clever-Features sorgen für ein gelungenes Gesamtpaket, das ab Mitte Mai für mindestens 18.025 Euro (netto) beim Händler steht – eine günstigere Basis-Version folgt erst später.

Ähnlich kantig wie Treppenstufen ist die ein oder andere scharfe Falte im Blechkleid des immer fünftürigen Scalas. Von vorne sieht der Tscheche sportlich aus, die serienmäßigen LED-Scheinwerfer erinnern aber nicht nur ein bisschen an Seat. Ein Hingucker ist die Heckscheibe: Die reicht so weit runter, dass sie sogar Platz für den prominenten Scala-Schriftzug bereithält. Reichlich Platz gibt es auch dahinter, der recht lange Überhang ermöglicht 467 Liter Kofferraumvolumen; legt man die Rücksitze flach, gehen 1.410 Liter rein. Zusätzlich lässt sich – außer in der Basis und nur gegen 80 Euro Aufpreis – die Lehne des Beifahrerplatzes nach vorne klappen, damit bis zu zweieinhalb Meter lange Gegenstände transportiert werden können.

Auch die Passagiere sitzen alles andere als beengt, der auf 4,36 Meter gewachsene Kompakte übertrifft mit seinem Raumangebot nicht nur den Klassen-König Golf, sondern dürfte so ziemlich jeden Konkurrenten ausstechen. Vorne wie hinten ist genug Platz, um auch Basketballspieler kommod zu kutschieren und auch mit Panoramaglasdach wird es nach oben nicht eng. Das Gestühl selbst hat auf den ersten Runden dagegen nicht den besten Eindruck hinterlassen, es ist recht weich gepolstert und bietet nicht besonders viel Seitenhalt. Auch beim Materialmix muss man übrigens Abstriche machen und einige weniger schöne Hartplastikteile in Kauf nehmen.

Bildergalerie

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Ein Hingucker ist die Heckscheibe.
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Hightech-Anzeigen im Cockpit

Davon ablenken können die Hightech-Anzeigen im Cockpit: Jeder Scala fährt mindestens mit einem 6,5-Zoll-Touchscreen vor, und für nur 369 Euro (netto) extra bekommt – in der zweiten von drei Ausstattungen – ein Acht-Zoll-Display und die Möglichkeit, sein Handy problemlos anzuschließen. Dieses Bolero-System dürfte für die meisten Kunden die beste Lösung sein, zumal das große 9,2-Zoll-Amundsen-Infotainment mit festverbautem Navigationsystem wahrscheinlich erst ab Sommer Verfügung steht – und man beim Bolero die Lautstärke wenigsten noch mit einem richtigen Drehregler einstellen kann und nicht nur über Tasten. Die Top-Version bringt zwar das 10,2 Zoll große Digital-Kombiinstrument gleich mit, für 349 Euro (netto) kann es aber auch mit dem kleineren System kombiniert werden. Serie bei allen Scalas: Zwei USB-C-Anschlüsse in der Mittelkonsole. Wer auch die Rückbänkler beglücken will, kann für 50 Euro zwei weitere im Fond ordern; auch die stehen wie die meisten Extras nicht für das Basis-Modell Active bereit.

Wohlwissend, dass sich kaum einer für die nur mäßig aufrüstbare Einstiegsversion entscheiden wird, steht sie für der voraussichtliche Volumenantrieb gar nicht zur Verfügung: Der 85 kW / 115 PS starke Dreizylinder-Benziner markiert daher mit 18.025 Euro (netto) aktuell den Einstieg; günstiger wird der Scala erst, wenn Skoda später im Jahr die 70 kW / 95 PS starke Version des Einliter-Motors für 14.579 Euro (netto) nachreicht. Wie die mit dem nur rund 1,3 Tonnen schweren Skoda klar kommt, konnten wir noch nicht erfahren, der 115-PS-Motor aber hat keinerlei Probleme, den Scala alltagsflott zu bewegen. Mit 200 Newtonmeter Drehmoment zieht er im Stadtverkehr vernünftig an und maximal 201 km/h qualifizieren ihn auch für die Langstrecke – wenngleich Überholmanöver auf der Autobahn zwingend den Griff zum Sechsgang-Schaltgetriebe erfordern. Dass der Benziner nur drei Brennkammern hat, hört man im gut gedämmten Scala nur unter Volllast.

Erstaunlich: Der 110 kW / 150 PS starke Vierzylinder-Benziner ist zwar deutlich spritziger, wirkt aber zumindest in Kombination mit dem Doppelkupplungsgetriebe etwas angestrengt. Recht entspannt dagegen geht der einzige verfügbare Diesel ans Werk. Der 1,6-Liter-TDI ist mit 85 kW / 115 PS und 250 Newtonmeter Drehmoment ein guter Allrounder und soll nur 4,1 Liter Sprit konsumieren. Die richtigen Sparfüchse müssen sich allerdings noch etwas gedulden: Die 66 kW / 90 PS starke Erdgas-Version kommt auch erst später.

Auch mit Sportfahrwerk

Wer nicht sparen, sondern Spaß haben will, kann beim Scala jetzt zu einem 1,5 Zentimeter tieferen Sportfahrwerk greifen, das adaptive Dämpfer mitbringt. Selbst im Normal-Modus ist der Scala dann reichlich straff abgestimmt. Das befähigt den Tschechen zwar grundsätzlich zu einer flotten Gangart, die recht indirekte Lenkung steht einem sauberen Kurvenstrich mitunter aber im Weg. Schade: Vom Standard-Fahrwerk und der Schlechtwegeausführung, die wiederum anderthalb Zentimeter höher ist, konnten wir uns noch nicht überzeugen. Dafür von den neuen Simply-Clever-Lösungen: Neben dem bekannten Regenschirm in der Tür oder dem Parkscheinhalter an der Windschutzscheibe hat sich Skoda für den Scala noch zwei neue Ideen einfallen lassen. Der Eiskratzer im Tankdeckel wurde erweitert und dient jetzt auch als Profilmesser für die Reifen, und der Deckel des Wischwasserbehälters wird beim Aufklappen zum Trichter, der das Einfüllen erleichtert.

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