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VMF Studie 2021

Großes Potenzial für Auto-Abos

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Das Auto-Abo hat eine strategische Relevanz für Anbieter, da es sich nach den Studienergebnisse dynamisch entwickeln wird.
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Das Auto-Abo bietet Kunden flexible Mobilität zu einem monatlichen Fixpreis, der alle Kosten außer Tanken oder Laden enthält. Eine vom VMF beauftragte Studie zu Kundenerwartungen und Marktpotenzial zeigt, dass es interessante Anreize für Fuhrparks gibt.

Die von Dataforce durchgeführte Marktbefragung macht die Motive der Kunden deutlich, warum ein Auto-Abo interessant ist. Der Hauptgrund ist der komplette Kostenüberblick für die Nutzung von Auto-Abos im privaten Umfeld (51 Prozent). 37 Prozent der befragten 362 Privatpersonen nannten das Ausprobieren neuer Technologien und Antriebe als weiteren Grund. Knapp ein Viertel (23 Prozent) wollten sich auf keine Fahrzeugkategorie festlegen und standen deswegen dem flexiblen Abo positiv gegenüber.

Bei den 226 befragten Fuhrparkleitern ist mit 48 Prozent das Ausprobieren neuer Technologien beziehungsweise alternativer Antriebe der Hauptgrund. Dicht gefolgt von der Überbrückung von Wartezeiten auf einen Neuwagen (46 Prozent). 37 Prozent sehen ebenfalls im kompletten Kostenüberblick den größten Vorteil.

Flexibilität zu fairen Preisen

Das Auto-Abo positioniert sich zwischen dem Leasing und dem Mietwagen: Die Laufzeiten sind länger als beim Mietwagen (Minimum ein bis sechs Monate), jedoch bietet es im Gegensatz zum Leasing flexible Kündigungsoptionen, oftmals zum Monatsende. Preislich steht das Auto-Abo aufgrund der Laufzeitflexibilität zwar über dem klassischen Leasing, es bleibt aber deutlich günstiger als ein kurzzeitiger Mietwagen. "Somit ist das Auto-Abo auf Kunden ausgelegt, die ein Fahrzeug länger als einen traditionellen Mietwagen benötigen, aber voraussichtlich kürzer als eine normale Leasingdauer von zwei bis vier Jahren nutzen wollen", erklärt Frank Hägele, der Vorsitzende des VMF die Ergebnisse.

Beim Auto-Abo handelt es sich technisch und rechtlich um einen Mietvertrag und das bringt unter anderem entscheidende Vereinfachungen im Onlinevertrieb. 

Hohes Interesse bei Privatkunden

Aktuell ist der deutsche Markt mit circa 50.000 Abos im Jahr 2020 noch relativ klein. Mit einer erwarteten Wachstumsrate von 50 bis 70 Prozent pro Jahr wird der Markt bis 2025 aber auf eine relevante Größe von 400.000 bis 700.000 Abos wachsen, wobei voraussichtlich zwei Drittel von Privatkunden dominiert werden. Dafür werden auch etwas höhere monatliche Preise in Kauf genommen.

Die befragten Privatpersonen gaben an, für den Zugewinn an Flexibilität monatliche Zusatzkosten in Höhe von durchschnittlich 11,7 Prozent zu investieren – wobei das je nach Fahrzeugkategorie variiert und angepasste Geschäftsmodelle erfordert. "Das verdeutlicht die Herausforderung für Auto-Abo-Anbieter. Sie müssen Flexibilität kostengünstiger produzieren, um das Geschäftsmodell der Zahlungsbereitschaft der potenziellen Kunden anzupassen", so Hägele. 

Fakt ist: Das Auto-Abo hat eine strategische Relevanz für Anbieter, da es sich nach den Studienergebnisse dynamisch entwickeln wird. Für Mietwagen-Anbieter und Leasingfirmen wird das Auto-Abo ein elementarer Bestandteil ihres Marktes: Flottenkunden verlangen mehr Flexibilität und kürzere Laufzeiten. Wer zu den relevanten Playern auf dem jungen Auto-Abo Markt gehören will, muss sich spätestens jetzt positionieren. 

362 Privatpersonen und 226 Fuhrparkverantwortliche nahmen an der im August 2021 durchgeführten Befragung zu den "Kundenerwartungen und dem Marktpotenzial des Auto-Abos in Deutschland" teil. Die Federführung der vom VMF beauftragten Studie lag bei der globalen Strategieberatung Corporate Value Associates (CVA), Berlin, mit den verantwortlichen Autoren der CVA Automobility Platform. Die Marktbefragung wurde von Dataforce Verlagsgesellschaft für Business Informationen mbH aus Frankfurt/Main realisiert. (ms)

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3 Kommentare

1 04.01.2022 James

"Preislich steht das Auto-Abo aufgrund der Laufzeitflexibilität zwar über dem klassischen Leasing, es bleibt aber deutlich günstiger als ein kurzzeitiger Mietwagen"Die Langzeitmiete wird aus meiner Sicht eine reine Nische bleiben: Die sowieso schon "teuren" Raten im Vergleich zum Leasing sind schon durch sehr hohe Nachlässe der Hersteller ermöglicht (im Vergleich zu einem klassischen Leasing oder sogar Barkauf) und und möglich, weil entweder Händlermargen reduziert wurden/wegfallen oder die Hersteller Überkapazitäten mit extra Nachlässen ermöglich wurden. Die Kalkulation Flexibilität - Standtage - Transportkosten etc. sorgt schlicht zu deutlich höheren Kosten im vergleichbaren Full Service Leasing. Insbesondere bei Privatkunden sehe ich da wenig Potential - außer die Hersteller sind so ungeschickt, sich das eigene Leasinggeschäft mit schlechteren Margen zu kannibalisieren....

2 04.01.2022 Thomas Schmidt

Sicherlich amibitionierte Ziele und Prognosen, aber man sollte die Anzahl der jährlichen ABOs nicht mit den KBA Zulassungskanälen (Rent, Fleet, Demo, Private und Manufacturer) matchen, da es sich bei vielen ABO Fahrzeugen um junge Gebrauchtwagen handelt, die in der KBA Zulassungsstatistik unter Umständen in den Jahren davor gezählt wurden, oder auch Demo und Rental Fahrzeuge, die länger als 12 Monate genutzt werden. Beispiel: Gehen wir von z.B. 500.000 ABO Fahrzeugen sein, so könnten sich diese folgendermaßen aufteilen: 100.000 RENT, 100.000 Demo und 300.000 Gebrauchtwagen. Hinsichtlich der Attraktivität der monatlichen Raten für Neuwagen stimme ich Dir voll zu und ich sehe auch die Tendenz, dass in Zukunft die Nachlässe entsprechend verringert werden. Von daher sehe ich derzeit die größeren Wachstums Chancen im Gebrauchtwagenbereich.

3 03.01.2022 Olivier FERRY

Prognose 400.000 bis 700.000 Abos in 2025? Das scheint mir sehr unrealistich im Vergleich zu den PKW Zulassungen 2021 (ca. 900 T.Privat, ca 800 T.Fleet, ca. 270 T.RAC und ca 650 T.Demo). Sicher gibt es Wachstumspotenzial, aber die Monatsrate bleiben auch nur akzeptabel solange die RV und die Rabatte hoch bleiben...


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