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Nio in Deutschland: Diese drei Modelle wird es geben

Der Nio ET 7 kommt nach Deutschland.
© Foto: Nio

Der Nio ET 7 ist ab sofort bestellbar. Die große Limousine ebnet den Weg für Nio in Deutschland - und diese Modelle kommen auch bald.


Datum:
18.10.2022
Autor:
Michael Blumenstein/Autoflotte
Lesezeit:
4 min
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Nio ist unter Autofans mittlerweile eine bekannte Marke. Nicht, weil die Autos so erstklassig sind, das müssen sie erst noch beweisen. Das Spezielle bei Nio ist die Option, den leeren Akku innerhalb von fünf Minuten gegen einen (fast) vollen tauschen zu können. Nun startet Nio in Deutschland. Der Nio ET7 macht den Anfang in diesem Jahr, zwei weitere Modelle – die alle im Premiumbereich angesiedelt sein wollen – kommen bis zum Frühjahr 2023 nach Deutschland. Autoflotte hat aber auch mal nach China geschaut, da gibt es mehr Preise und mehr Infos.


Nio-Launchevent in Berlin 2022

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Nio mit drei Modellen in Deutschland

Nio startet bei uns ab sofort mit dem Nio ET7. Das Fahrzeug ist 5,10 Meter lang, rund 1,50 Meter hoch und sage und schreibe 1,99 Meter breit. Der CW-Wert lautet dennoch schnittige 0,21, was in die Nähe der Benchmark kommt. Mit den Abmessungen und dem Design ist klar, wo die Chinesen wildern wollen. Sie haben das Tesla Model S, den Mercedes EQS und beispielsweise den BMW i7 im Visier. Technisch mag das auch passen, denn im ET7 ist all drin das, was Menschen heute verlangen – und wie üblich: noch viel mehr.

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Laut Bafa-Liste kostet der Nio ET7 knapp 70.000 Euro brutto. Im Heimatland werden für diese Version übrigens umgerechnet 66.000 Euro aufgerufen. So oder so viel Geld, doch im Vergleich zur Konkurrenz ein Schnäppchen. Der Mercedes EQS 450+ startet bei 110.000 Euro brutto (mit 333 PS), der BMW i7 bei 136.000 Euro (zum Start hat dieser 544 PS). Doch kaufen kann man den Nio ET7 sowieso nicht. Dazu aber später mehr.

Um auch ein passendes Ambiente fürs anspruchsvolle Klientel zu bieten, haben sie ein feines Interieur kreiert Platz im Überfluss. Als „Geräumig, edel und persönlich. Ein zweites Zuhause“ beschreibt Nio das Innenraum-Design selbst. Damit eignet sich der Nio ET7 selbstverständlich auch als Chauffeur-Fahrzeug – in China kein unwichtiger Aspekt in dieser Preisklasse. Dennoch gibt es sogar einen AGR-zertifizierten Fahrerplatz, damit auch hierzulande die Langstreckenfahrer befriedigt werden können. AGR ist ein Siegel aus Deutschland, das bescheinigt, dass der Sitz so justiert werden kann, dass der Rücken auch auf Langstrecken möglichst wenig belastet wird.


Nio ET7 (Fahrbericht)

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Nio: Schnäppchen, im Vergleich

Wie bei allen auf vermeintliche Nachhaltigkeit getrimmte E-Autos wirken die Materialien sehr freundlich. Lederfreiheit ist Standard und wird als Nonplusultra angepriesen. Irgendwie wird aber oft versucht, das Material nach Leder aussehen und sich so anfühlen zu lassen. Die guten Veloursitze aus den Siebzigern dürften mal langsam wieder in Erscheinung treten – sie waren und sind bequem. tierfrei und haben Style.

Nicht Retro, sondern Zukunft ist bei den technischen Gimmicks angesagt. Dem Spieltrieb wird bei Nio Raum geboten. Nomi wurde beispielsweise der Zuhörer auf der Mittelkonsole getauft, der aufmerksam darauf achtet, welche Befehle ihm gegeben werden. Das soll den Komfort steigern und Ablenkung im Verkehr minimieren. So werden alle Nio-Modelle meist via Sprache oder Touchscreen bedient. Immerhin gibt es für wichtige Dinge noch ein paar Bedienelemente. Für die Musikbeschallung indes nicht. Beim Bass vertraut Nio auf ein Dolby-Atmos-System mit 23 Lautsprechern an Bord, das „alle Erwartungen übertrifft“. Wir hatten noch nicht die Gelegenheit, dieses Arrangement ausführlich zu hören.

Fürs Vorwärtskommen sorgen zunächst zwei Elektromotoren. Je einer vorn und einer hinten. Diese machen den ET7 zum Allradfahrzeug. Den Grip kann er gut gebrauchen, denn 652 PS wollen gebändigt werden. Der Sprint auf Landstraßentempo geling in 3,8 Sekunden. Und zwar jedem, der das Fahrpedal niedertritt. Damit die rund 2,4-Tonnen-Fuhre sicher zum Stehen kommt, sorgen feine Vierkolben-Brembo-Stopper. 33,5 Meter soll die umgekehrte Richtung im Idealfall dauern. Ach so, fast vergessen, 850 Newtonmeter Drehmoment sorgen auch zwischendurch für Schwindelgefühle.

Bei Nio wird vorerst stets ein Abo abgeschlossen. In Deutschland ist Kaufen ausgeschlossen. Das „Flexible Model“ hat eine Haltedauer von 1 – 12 Monaten, das „Fixed Model“ läuft zwischen zwölf und 60 Monate. Die Abo-Preise zum Marktstart des großen ET7 sind knackig. 1.199 Euro brutto ruft Nio für das „36-Monats-Abo“ auf (andere nennen es Leasing) oder gar 1.549 Euro, wer innerhalb von zwei Wochen zum Monatsende „flexibel“ bleiben möchte. Leasinganbieter, wie der erste offizielle Partner Leaseplan, werden wohl demnächst ihre Angebote verkünden.



Nio mit drei Akkugrößen

Drei Akkugrößen soll es geben. Die Basis speichert bereits 75 kWh, darüber rangiert auch schon zum Marktstart eine 100-kWh-Batterie und 2023 soll eine Feststoffbatterie mit 150 kWh folgen, die 1.000 Kilometer am Stück ermöglichen könnte. Das Schöne: Die Akkus passen auch im Nachhinein unter jedes Auto. Denn Nio bietet direkt zum Marktstart nicht nur den Tausch der Batterien an, sondern auch den der verschiedenen Größen.

Ein Akkuwechsel dauert in einer „Power Swap Station“ rund fünf Minuten – ein Riesenvorteil für Langstreckenfahrer. Diese Nio-eignene Wechselstationen werden dafür nach und nach platziert. Die erste Station in Deutschland eröffnete kürzlich in Zusmarshausen (nahe München), direkt im Sortimo-Ladepark. In Berlin-Spandau wurde jetzt die zweite eröffnet und die dritte Wechselstation folgt in Kürze in Hilden, beim „Elektrobäcker“ an der A3. Nio plant noch dieses Jahr 20 weitere Stationen zu eröffnen und 2023 sollen es in Deutschland insgesamt 120 sein. Rund 13 Millionen Akkuwechsel hat Nio bereits in China und Norwegen an den rund 1.160 Wechselstationen durchgeführt.

Ob sich das Konzept des Wechselns durchsetzen wird oder eher eine gute PR- und Marketingmaßnahme ist, wird sich zeigen. Die Vorteile des Wechselns sollen nicht nur in der Kürze der Standzeit liegen, sondern auch im schonenden Ladevorgang, der laut Nio mit maximal 50 kW durchgeführt wird. Ausreichend schnell, um stets frische Akkus in den Stationen vorzuhalten und langsam genug, um den Akku nicht durch hohe Ladetemperaturen überzustrapazieren. Selbstverständlich können Nio-Fahrzeuge auch mittels CCS und Wallbox aufgeladen werden. Mit maximal 140 kW am CCS-Lader und 11 kW an der Wallbox sind die Werte aber keine Glanzleistungen im Premiumsegment.


Nio Power-Swap-Station in Zusmarshausen

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SUV Nio EL7

Das ist auch sinnvoll, denn nach dem Nio ET7 folgen der Nio EL7 und der ET5 bis zum ersten Quartal. Das SUV EL7 heißt im Original in China ES7. Audi jedoch war das bei der Aussprache zu nah am Audi S7 und man hat sich auf eine Umbenennung für Europa „geeinigt“. Größentechnisch orientiert sich der EL7 am BMW iX und kratzt fast an der Fünf-Meter-Marke (4,91 Meter Länge, 1,99 Meter Breite und 1,72 Meter Höhe). Auch bei den restlichen Daten ist der iX wohl Vorbild gewesen, wenngleich der Bayer 2,5 Tonnen an den Haken nehmen darf, sind es beim EL7 immerhin auch zwei Tonnen. Das reicht für die meisten Anhänger und auch Wohnwagen. In China ist der Nio EL7 „First Edition“ bereits für umgerechnet knapp 79.000 Euro zu haben – ähnlich teuer, wie hier ein BMW iX. Dann ist die 100-kWh-Batterie an Bord. Der große 150-kWh-Akku soll eine Reichweite von 930 Kilometer ermöglichen – freilich nicht nach WLTP-Standard, sondern nach dem CLTC (China Light Duty Vehicle Test Cycle). Ob man mit dem EL7 wirklich so weit kommt, hängt vor allem vom Fahrerfuß ab. Wie beim ET7 sorgen auch hier ein 180-kW-Frontmotor und ein 300-kW-Heckmotor für zusammen 652 PS. Weitere Antriebe, auch als Einzelmotor-Version, werden folgen.

Wie alle Nio, soll auch der EL7 ein „Vorreiter beim autonomen Fahren“ sein. Damit das gut gelingt, hat er – wie alle anderen Nio-Modelle – den „Watch Tower“ auf dem Dach platziert. Das ist eine Armada an Sensoren und Kameras, die im Verbund mit den seitlich an den vorderen Radhäusern angebrachten Kameras in sämtliche Richtungen gucken. Optisch gewöhnungsbedürftig, sollen sie zuverlässige Daten liefern, damit autonomes, oder im ersten Schritt automatisiertes Fahren in greifbare Nähe rücken. 

Auch der EL7 kann aufgrund seiner schieren Größe mit Platz im Innenraum protzen. AGR-Sitze gibt es und auch die Rückbank kann im Winkel verstellt werden. Zudem deuten 658 Liter Packvolumen auf Platz im Kofferraum hin. Nach dem Umklappen, der dann nahezu ebenen Ladefläche, stehen fast 1,90 Meter Länge zur Verfügung.

Das Armaturenbrett samt Mittelkonsole sind mit dem Interieur des ET7 identisch. Erst ab den Türen und weiter nach hinten ergeben sich Unterschiede, was der Gleichteile-Strategie geschuldet ist und die einzig sinnvolle Lösung ist, auf Stückzahlen zu kommen. Vor allem dann, wenn sich die Fahrzeuge preislich in derselben Liga bewegen. Preise gibt zum EL7 gibt es bei uns noch nicht.



Nio ET5 kommt

Den Einstieg in die Nio-Welt bietet bei uns ab Frühjahr 2023 der Nio ET5. Doch auch dieses Modell bietet mit bis zu 489 PS Leistung und 700 Newtonmeter Drehmoment Längsdynamik im Überfluss (vorne 150 kW, hinten 210 kW). Die 4,79 Meter lange Limousine mit dem sehr gefälligen Heck hat es auf Tesla Model 3 und BMW i4 abgesehen, auch wenn er mit 1,96 Metern etwas aus dem Rahmen fällt. In China ruft Nio aktuell (dort startet dieser Tage die Auslieferung) einen Kaufpreis ab 47.000 Euro auf, mit eben der genannten Motorisierung (75-kWh-Batterie, 489 PS Leistung) und nahezu Vollausstattung. Wer den kleinen Akku mietet, anstatt zu kaufen, reduziert den Kaufpreis um rund 10.000 Euro und hat dafür monatlich eine Belastung von 140 Euro für die Batteriemiete. In Deutschland wird es wohl auch ihn nur im Abo und Leasing geben.

Rückläufer werden übrigens zu vergünstigten Konditionen abermals ins Abo geschickt, was – je nach Preis – nicht nur aus monetären Gesichtspunkten eine sinnvolle Lösung ist. Denn so wird „Second Hand“ eventuell auch für neue Zielgruppen attraktiv, und das könnte Ressourcen schonen.

Nio-House oder Internet

Bis auf Matrix- oder gar Pixelscheinwerfer werden potenzielle Nio-Kunden wohl nichts vermissen, außer eventuell ein positives Image – nicht unerheblich beim angestrebten Klientel. Das positive Image versucht Nio aber über die Nio Houses zu etablieren. Das ist der Treffpunkt für Markenfans und Einzelkunden, die nicht übers Internet bestellen wollen – die von Nio präferierte Art, das Abo abzuschließen. Denn klassische Händler gibt es nicht. Ähnlich wie Lynk & Co setzen auch hier die Chinesen auf eine coole Location in der Stadtmitte, trendiges Ambiente, lockeren Umgang, feinen Kaffee, nachhaltiges Merchandise, Events und andere Dinge, die ein Gemeinschaftsgefühl herstellen sollen. Vier Nio Houses sollen es in Kürze in Deutschland sein: Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Frankfurt.

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