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Citroën C5 X: Rendezvous im D-Segment

Timo Bürger, AUTOHAUS-Redakteur, hat den Citroen C5x getestet. 
© Foto: Dani Heyne / Citroën

Der frische Franzose ist anders als seine "Klassenkameraden." Das ist aber nicht der einzige Grund, der den Citroën C5 X irgendwo zwischen Mittel- und oberer Mittelklasse attraktiv macht.


Datum:
09.05.2022
Autor:
Timo Bürger
Lesezeit:
8 min
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Oh, là, là - das ist ja ein ganz aparter Typ, den Citroën da auf die markanten 19-Zöller gestellt hat: ein bisschen höhergelegt wie ein SUV, eine sehr flach stehende Heckscheibe, unter der sich ein kombiähnliches Gepäckabteil verbirgt, eine hohe Gürtellinie mit langer Motorhaube und auffällig betonten Radkästen und eine dynamisch wirkende V-förmige Lichtsignatur, kombiniert mit dem charakteristischen Doppelwinkel. Ziemlich extraordinär und optisch ganz anders als die bekannten Bestseller von BMW, Audi und Mercedes oder die Alternativen von Lexus, Jaguar und Volvo.

Mit dem Citroën C5 X feiern jetzt die Franzosen ihr Comeback im D-Segment: Jahrelang hatte es weder einen repräsentativen C6 noch einen C5 im Portfolio gegeben. Die Stellantis-Tochter bietet nun den 4,80 Meter langen Mittelklasse-Crossover mit zwei Benzinern und einer Hybridvariante an. Wir durften die beiden frischen Franzosen ausgiebig unter die Lupe nehmen.

Gute Wahl

Gleich vorab: Der C5 X als Plug-in-Hybrid ist eine gute Wahl. Die 225 PS tun dem Fahrzeug gut, der Wagen muss sich zum einen akustisch weniger mühen und absolviert auch dank E-Unterstützung kurze Zwischensprints und Überholmanöver souverän. Immerhin muss auch ein Gewicht von etwa 1.800 Kilogramm beschleunigt und in Fahrt gehalten werden. Bei vier Fahrmodi findet zudem jeder seine Lieblingseinstellung.

Der hybride Mittelklässler konnte auf unseren ersten Erprobungsfahrten auch in Sachen Spritverbrauch überzeugen. Die versprochenen 55 Kilometer rein elektrisches Fahren waren nicht ganz drin - am Ende stand aber doch ein akzeptabler Verbrauch von 5,5 Litern im neuen (und großen) Head-up-Display eingeblendet. Hinzu kommt der Stromverbrauch von rund zehn Kilowattstunden (kWh). Laut WLTP-Norm benötigt der Plug-in-Hybrid 16,6 kWh und 1,4 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Bis zu 135 km/h sind rein elektrisch möglich - damit gelingt auch die eine oder andere Landpartie emissionslos. Zu wissen, wo die nächste Tankstelle ist, ist dennoch von Vorteil. Der Tank mit seinen 40 Litern Fassungsvermögen entspricht in etwa dem eines VW Polo.

In Serie kommt das 37.800 Euro teure Fahrzeug mit einem Mode-2-Ladekabel und On-Board-Charger mit 3,7 kW Ladeleistung. Dann ist schon Geduld gefragt - etwa vier Stunden - bis die 12,4 kWh große Batterie wieder geladen ist. Den 7,4 kW starken On-Board-Charger für 440 zusätzliche Euro kann man sich in Deutschland sparen, denn der funktioniert nur einphasig. DC-Schnellladung ist - wie bei den meisten Plug-ins (noch) nicht vorgesehen.

Bequem sitzen und fahren

Überzeugen kann der in China gefertigte Mittelklasse-Wagen in Sachen Komfort und Fahrwerk. Citroën spendiert seinem neuen Flaggschiff (also wirklich nur der Hybrid-Variante) das Advanced Comfort Aktivfahrwerk. Über vier verschiedene Fahrmodi lässt sich die Härte der Federung justieren. Das Ergebnis: satter, ruhiger und souveräner als sein nicht hybrider Bruder Pure-Tech 180, der ohne Adaptiv-Fahrwerk auskommen muss und zuweilen etwas nervös und schwammig wirkt. Das ist allemal den Aufpreis von etwa 4.000 Euro wert - zumal davon wieder die Umweltprämie für Plug-in-Fahrzeuge subtrahiert wird.

Bei dem 180 PS starken Benziner war eine vergleichbare Etappe nicht unter sieben Litern zu absolvieren. Was Hybrid und reinen Benziner jedoch eint: Beim beherzten Tritt aufs Gaspedal und Runterschalten der Achtstufen-Automatik bekommt man akustisch was auf die Ohren; ansonsten sind im Innenraum nur wenig Außengeräusche zu vernehmen.

Als Dienstwagen gut geeignet

Vielfahrer werden sich garantiert in den neuen Advanced Comfort Sitzen wohlfühlen, die fast schon matratzenartig dick gepolstert sind, viel Seitenhalt bieten und eine Wohltat für ermüdete Rücken und Hinterteile sind. Wer noch mehr Entspannung braucht: Fahrer- und Beifahrersitze mit Massage-, Belüftungs- und Sitzheizungsfunktion sind lieferbar. Minuspunkte: Der Anschnallgurt ist nicht in der Höhe verstellbar. Und das Kunstleder in der Türinnenverkleidung schabt wohl schnell ab und sieht dann wenig exquisit aus.

Was die Ausstattung angeht, lassen sich die Franzosen nicht lumpen: Im serienmäßigen Sicherheitspaket sind der aktive Notbremsassistent, die Verkehrszeichen- und Aufmerksamkeitserkennung, Geschwindigkeitsregler und -begrenzer und der aktive Spurhalteassistent enthalten. Bei den Infotainment-Features gibt es das MyCitroën Drive Plus System serienmäßig (3D-Navi und DAB+) sowie kabellose Smartphone-Integration via Apple Car Play und Android Auto.

Ein Lob gibt es zudem für das neue Infotainmentsystem mit zwölf Zoll großem Bildschirm (in der höheren Ausstattung Shine). Die vektorartige Grafik des Navis mag altbacken wirken. Das System funktioniert aber schnell und zuverlässig.

60 Liter weniger

485 Liter passen ins Gepäckabteil des Hybriden. Beim Benziner sind es 545 Liter. Zum Vergleich: Ein zehn Zentimeter kürzerer BMW 3er Touring bietet 500 Liter. Wer dennoch viel einladen muss, freut sich über eine niedrige Ladekante und eine breite Öffnung. Und auch die Führungsschienen im Kofferraum sind serienmäßig dabei. Dank Verzurrösen lassen sich Gegenstände sicher befestigen. Schade: Die praktische Heckklappenbetätigung mit Fußsteuerung ist leider erst in der höchsten Ausstattung serienmäßig vorhanden. Und den Heckscheibenwischer haben sich die Franzosen komplett gespart.

In Summe ist der Citroën C5 X Plug-in-Hybrid eine gute Wahl für alle, die das Andersartige, das Avantgardistische schätzen. Der Wagen ist mutig gestylt, Technik, Haptik und Anmutung überzeugen. Vielfahrer müssen sich nicht grämen, dass es keine Dieselmotorisierung gibt, sondern dürfen sich freuen, einen Benziner mit dem Verbrauch eines Dieselfahrzeuges zu fahren - vorausgesetzt natürlich, man lädt wann immer möglich nach.

Citroën C5 X Plug-in-Hybrid 225

Preis: 37.800 Euro (vor Förderung)R4/1.598 | 132 kW/180 PS 7,9 s | 233 km/h | 360 NmSystemleistung: 165 kW/224 PSE-Motor (vorn): 81 kW/110 PSBatteriekapazität: 12,4 kWhAC-Laden: 4 Std. bei 3,7 kWVerbrauch (WLTP): 1,4 Liter Super + 16 kWh auf den ersten 100 Kilometern | 29 g/kmReichweite (WLTP): 55 km 4.805 x 1.865 x 1.485 mmKofferraum: 485 bis 1.580 lGarantie: 2 JahreÖlwechsel: jährlich/30.000 kmAlle Preise netto zzgl. Umsatzsteuer


Citroën C5 X Fahrbericht (2022)

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