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Das große Paket

Flexibilität bestimmt seit dem Frühjahr auch das Fuhrpark-Leben. Was dies für das Langzeit- Produkt "Leasingvertrag" heißt, besprechen wir mit Stefan Behringer von Dataforce, der hierzu Ergebnisse einer umfangreichen Befragung mitgebracht hat.


Datum:
14.12.2020
Autor:
rs
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In Zeiten, die von Unsicherheit geprägt sind, verlangt man nach Kontinuität. Nach jemanden, der hilft, die Risiken zu teilen. Oder der aus Risiken Chancen werden lässt. Bei der Fahrzeugfinanzierung, dem Dreh- und Angelpunkt im Flottenmanagement, kann dies der Leasinggeber sein. Je nach Tiefe der Beziehung und der Umsetzung verschiedenster Bausteine des Full-Service-Gedanken wandert die Verantwortung nach extern - parallel wächst die monatliche finanzielle Belastung. Dass dies dennoch ein fairer Deal sein kann, zeigt gerade der Versuch mit dem Voll-Stromer, eine neue Antriebstechnik zu etablieren.

Hier setzt Branchenprimus VW aufs Leasing und hilft damit dem Fuhrparkbetreiber trotz schwankender Restwertprognosen und schwer zu kalkulierender Techniksprünge, nicht frühzeitig kalte Füße zu bekommen. Denn Kontinuität heißt im Dienstwagenbereich immer noch 24, 36 Monate oder länger. Die Leasing-Pakete werden also künftig wohl größer, obwohl einzelne Elemente wie die Werkstattkosten an Bedeutung verlieren werden, kommen neue Dinge wie die Ladekarte dazu, die beim Fahrzeug wie beim Fahrer für Spannung sorgen werden (siehe Autoflotte 10/2020, S. 20).

Aber auch aus der Branche der Leasinggeber heraus, suchen einige nach neuen Wegen, die Parameter Planbarkeit und Flexibilität besser in Einklang zu bekommen. Ari Fleet zum Beispiel setzt nach "Flex-Lease" auch "FlexBack" ein (siehe Autoflotte 7/2020, S.18). Das geht nur, wenn der Leasinggeber mehr ist als der reine Finanzierungspartner. Das Flottenmanagement und vor allem das Remarketing gehören hier eng verzahnt. So lösen sich auf dem Markt der Leasinggeber die historischen Grenzen zwischen automobilherstellernahen (captives) und bankennahen (noncaptives) zusehends, weshalb wir in der folgenden Leistungsübersicht auf diese Trennung verzichtet haben.

So tickt gerade der Leasingmarkt

"Das Jahr 2020 ist voller Unwägbarkeiten gezeichnet und trifft dadurch natürlich Unternehmen sowie Fuhrparkleiter sehr stark. Aus unserer Sichtweise als Marktbeobachter und durch die intensiven Gespräche mit den Verantwortlichen beobachten wir eine signifikante Änderung bei der Fahrzeugbeschaffung", fasst Stefan Behringer, Sales Manager National bei Dataforce, das aktuelle Geschehen zusammen. Die hier zugrundeliegende Leasinganalyse (ab 1.050 Euro; dataforce.de/leasing-analyse-2020/), fußt auf über 17.000 Telefon-Interviews und zusätzlichen 900 befragten Personen und zeigt: Der Kostendruck ist generell hoch, da viele Branchen unter den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie leiden beziehungsweise indirekt von den Lieferketten abhängig sind, die ins Stocken geraten. Als Konsequenz wird nicht zwangsläufig die Flotte reduziert, eher geht der Blick auf die Gesamt-(TCO-) und die direkten Fahrzeugkosten.

Fahrer denken radikaler

"Bei unserer Nachfrage im Markt, in Bezug zu den Leasingverträgen, erwarten exakt 33 Prozent der Fuhrparkleiter - aber auch der gleiche Anteil an Dienstwagenfahrern - einschneidende Veränderungen im Fuhrpark", sagt Behringer. Statt einem Downsizing der Modelle oder der Reduktion des Fuhrparks schielen viele Verantwortliche auf die Reduktion der Laufleistung (zwei Drittel der Fuhrparkleiter) und auf längere Nutzungsdauern (38 Prozent). Die Dienstwagenfahrer scheinen hier deutlich weiter im Neudenken der Mobilitätsfrage. Die Mehrzahl (57 Prozent) kann sich vorstellen, auf ein kleineres Modell umzusteigen. Selbst der Verzicht auf den Dienstwagen ist für 44 Prozent opportun, der Wechsel auf Dienstrad (14 Prozent) oder E-Scooter (5 Prozent) ist in kleineren Maßen denkbar.

So weit die Stimmung beim potentiellen Leasingnehmer. Im Pkw-Flottenmarkt wird der Druck zu reagieren sichtbarer. Hier gab es einen Rückgang einschließlich Oktober von 16,5 Prozent. Generell sind die Leasinganteile in den letzten Jahren leicht steigend gewesen. So meint Behringer: "Besonders im letzten Jahr gab es bei den großen Pkw-Flotten, welche in der Regel kürzere Vertragslaufzeiten haben, einen hohen Anstieg auf 73 Prozent. Der Leasinganteil, verteilt auf fast alle Flottengrößen, ist 2020 erstmals wieder leicht gesunken. Auch das hohe Niveau der Großflotten hat sich etwas relativiert. Bei den kleineren Flotten hält sich Leasing weiterhin konstant als attraktive Möglichkeit, um von der Kostenstruktur planbar seine Fuhrparkkosten im Griff zu haben. Aus meiner Sicht ist das kein Wunder, da es weiterhin sehr attraktive Leasingangebote im Gewerbebereich für alle Fahrzeugsegmente gibt, die aus reiner Kostenbetrachtung einen Kauf wirtschaftlich völlig unattraktiv machen." Zumal das Leasing-Paket oft recht groß geschnürt wird. Beim Serviceleasing im Fuhrpark wird fast immer der Werkstatt- (95 Prozent) und sehr oft der Reifenservice (56 Prozent) dazugebucht, melden die Datenexperten.

Diese Anbieter liegen vorn

"Wenn wir uns hier die Durchdringungen nach Anbietern anschauen, finden Sie in mehr als jeder zweiten Flotte die Leasinggesellschaft des größten deutschen Volumenherstellers, gefolgt von den Hausgesellschaften aus Stuttgart und München. Die Non-Captive-Gesellschaften folgen weiter hinten, dies jedoch nur betrachtet über alle Fuhrparkgrößen hinweg. Hier ist die herstellerübergreifende Expertise bei verschiedenen Marken in Kombination mit einem hohen Serviceanspruch Trumpf. Bei den Großflotten finden wir Alphabet an erster Position, gefolgt von der ALD und Athlon", clustert Behringer die Marktverhältnisse etwas auf.

Künftig erwarten die Frankfurter Marktbeobachter, dass Langzeitmieten und die Autoabos im gewerblichen Umfeld an Bedeutung gewinnen werden, da sie Flexibilität versprechen. Der Fuhrparkverantwortliche sollte deshalb seine Car Policy anpassen oder offenhalten.

Behringers Fazit: "Wir sehen trotz der aktuellen Lage einer weiterhin positiven Entwicklung im Leasingmarkt entgegen, insbesondere da die Anforderungen bei den Fuhrparkverantwortlichen weiter steigen, kreative sowie substanzielle Serviceansätze willkommen sind und dies alles das Konzept des Produktes 'Leasing' im Kontext der TCO weiter nach vorne bringt."

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