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Fuhrparks: Elektrifizierung kommt nur schleppend voran

E-Auto an der Ladesäule
© Foto: Wellnhofer Designs / stock.adobe.com

Eine neue Geotab-Studie zeigt: Der Glaube an die Dominanz von E-Fahrzeugen in den nächsten fünf Jahren schwindet, obwohl Stromer die zweitattraktivste Antriebsart für Flottenverantwortliche bilden. Reichweite, Kosten und Ladezeiten bleiben die größten Herausforderungen.


Datum:
27.09.2023
Autor:
red
Lesezeit:
4 min
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Übernehmen E-Fahrzeuge bis 2028 die Vormachtstellung in den Fuhrparks? Nicht in deutschen Unternehmen, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Studie von Geotab nahelegt. Demnach geht aktuell nur jeder vierte Fuhrparkverantwortliche davon aus, dass Elektro-Modelle in ihren Flotten mittelfristig eine dominante Rolle spielen werden. Zum Vergleich: Vor vier Jahren stimmte noch über die Hälfte der Befragten dieser Aussage zu (57 Prozent). 

Inzwischen rechnet ein Drittel der Befragten (32 Prozent) erst in fünf bis zehn Jahren mit dem Durchbruch der Stromer in den Flotten, ein Viertel (26 Prozent) geht sogar von einem noch längeren Zeitraum aus. Allerdings: Nach aktuellem Stand werden die Managerinnen und Manager ab 2035 keine konventionellen Verbrenner mehr kaufen können – die Frage ist also: Was muss sich ändern, um E-Flotten für Fuhrparks attraktiver zu machen?

Nachhaltigkeit im Fokus

Grundsätzlich halten 82 Prozent der Befragten das Thema Nachhaltigkeit in ihrer Rolle als Flottenmanager für (eher) wichtig. Auf Managementebene liegt dieser Wert in den Augen der Studienteilnehmer sogar noch etwas höher (84 Prozent). Gleichzeitig will aber lediglich ein Viertel in den nächsten fünf Jahren mindestens die Hälfte seiner Flotte auf E-Fahrzeuge umstellen. Deutlich mehr – nämlich 35 Prozent der Befragten – haben dagegen keine Pläne für eine Fuhrpark-Elektrifizierung bis 2028.

Als größte Hürde bei der Einführung von E-Fahrzeugen sehen die meisten Flottenmanager (60 Prozent) die geringe Reichweite der Stromer. Dahinter folgen die hohen Kosten (47 Prozent), die Ladezeiten (36 Prozent) sowie die mangelhafte öffentliche Ladeinfrastruktur (30 Prozent) – allesamt Punkte, die schon in der Vorgänger-Studie aus 2019 von den Fuhrparkmanagern kritisiert wurden.

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Als Folge verschiebt sich das durchschnittliche Verhältnis der verschiedenen Antriebsarten erst langsam Richtung Elektroantrieb verschoben: Waren 2019 noch 77 Prozent der Fahrzeuge Diesel, 21 Prozent Benziner und lediglich zwei Prozent Elektro, liegt der Wert für Letztere heute mit acht Prozent etwas höher. Hinzu kommen 67 Prozent Diesel-, 17 Prozent Benzin- sowie sieben Prozent Hybrid-Fahrzeuge.

"Die Fortschritte bei der Elektrifizierung der Fuhrparks nehmen nur langsam Fahrt auf, da sich die Timeline für viele Manager deutlich nach hinten verschoben hat und nur noch eine Minderheit daran glaubt, dass E-Modelle 2028 in ihren Flotten eine Vormachtstellung einnehmen werden", erklärte Klaus Böckers, Vice President Nordics and Eastern Europe, bei Geotab. Ein Fünftel der Befragten (19 Prozent) plane aber grundsätzlich, ihren gesamten Fuhrpark zu elektrifizieren.


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Fehlende Anreize und Informationen

Die Studie zeigt auch: Bisherige staatliche Maßnahmen bringen nicht den gewünschten Effekt. Gesetze und Vorschriften, wie die Dieselfahrverbote in einigen deutschen Städten oder das Verbrenner-Aus ab 2035, stellen nicht einmal für jeden Zehnten (sieben Prozent) eine Motivation dar, eine E-Flotte auf- und auszubauen. Böckers: "Ob solche Regularien der richtige Weg für die E-Mobilität sind, darf damit zumindest bezweifelt werden." Stattdessen sprechen sich zwei von fünf Fuhrparkmanagern (38 Prozent) für staatliche Anreize, etwa in finanzieller Form, aus, genau wie für eine weitere Verbesserung der Ladeinfrastruktur (51 Prozent), um den Übergang voranzutreiben. Noch stärker sind allerdings die Hersteller gefragt: Knapp zwei Drittel der Studienteilnehmer (63 Prozent) sehen höhere Reichweiten als wichtigstes Mittel hierfür.

"Helfen könnte womöglich auch, die Vorteile von E-Fahrzeugen noch stärker in den Vordergrund zu rücken", so Böckers weiter. Ein Drittel der Befragten (32 Prozent) sehe nämlich keine wesentlichen Benefits durch die Elektrifizierung ihrer Flotten. Bei den weiteren Studienteilnehmern klingt dies dagegen anders: Sie versprechen sich neben Umweltvorteilen (47 Prozent) auch eine Reduzierung der Kosten für Betrieb, Wartung und Instandhaltung ihrer Flotte (34 Prozent) und die Aussicht, die steigenden Kraftstoffkosten besser bewältigen zu können.

Ein unterschätzter Faktor sind laut Böckers zudem Telematiklösungen: "Diese liefern Fuhrparkmanagern und Fahrern Echtzeitinformationen über den Batteriestand, die voraussichtliche verbleibende Reichweite oder verfügbare Ladestationen. Damit lassen sich zumindest viele der Hürden von E-Fahrzeugen überwinden." Bislang würden aber nur 17 Prozent der Befragten – ein Anstieg um zwei Prozentpunkte im Vergleich zu 2019 – ein solches Tool einsetzen und lediglich vier Prozent könnten sicher sagen, dass dieses auch Elektrofahrzeuge unterstütze.


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