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Fahrbericht Renault Captur E-Tech

Charmantes Zwischending

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Noch Kleinwagen oder schon Kompakter: Der Renault Captur E-Tech will sich da nicht eindeutig festlegen
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Nicht klein, nicht groß. Nicht richtig elektrisch, nicht richtig Verbrenner. Nicht günstig, nicht teuer. Der Captur E-Tech ist von allem etwas und damit irgendwie auch gut.

Von Mario Hommen

2013 als freundlicher Kleinwagen-SUV gestartet, ist Renaults Captur in seiner nunmehr zweiten Auflage sowohl optisch, im Umfang als auch technisch deutlich gereift. Neuerdings ist gibt es ihn sogar mit dreimotorigem Plug-in-Hybridantrieb, der dem Fünftürer viele Vortriebstalente beschert. Sein Multi-Modalantrieb fordert allerdings auch den ein oder anderen verzeihlichen Tribut.

Der Captur teilt sich zwar die Plattform mit dem Clio, doch mit 4,23 Meter Länge hat das SUV das Format der Kompaktklasse fast erreicht. Auch sonst macht der Franzose dank Muskeln betonender Charakterlinien und einer selbstbewusst gezeichneten Front eine stattliche Figur. Kleinwagen oder doch Kompakter? Das Raumangebot ist da ebenfalls nicht eindeutig. Vorne und im Fond finden erwachsene Gäste ausreichend Platz, vor allem, wenn die Rückbank maximal nach hinten geschoben wird. Doch dann schrumpft das aufgrund der großen Traktionsbatterie dezimierte Kofferraumvolumen auf 265 Liter und damit unter Kleinwagenformat. Wird die Rückbanklehne umgeklappt, sind maximal immerhin 1.188 Liter drin

Ausstattung über Kleinwagenniveau

Gar nicht nach Kleinwagen wirkt die Ausstattung, denn angenehm konturierte Sitze, Digitalcockpit, Klimaautomatik oder ein abwechslungsreicher sowie ein vielen Stellen sogar edel wirkende Materialmix können sich sehen lassen. Das trifft auch auf das Infotainmentsystem zu, welches mit freistehendem 9,3-Zoll-Touchscreen im Hochformat als auch vielen Multimedia-Talenten beeindruckt. Das Smartphone ist schnell verbunden, die Insassen sind zudem mit der Welt vernetzt.

Der eigentliche Höhepunkt ist jedoch der dreimotorige Antrieb des E-Tech, der zwei E-Maschinen, eine 9,8 kWh große Lithium-Traktionsbatterie, einen 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner sowie das automatische Multi-Mode-Getriebe kombiniert. Der schwächeren Elektromaschine mit 25 kW / 34 PS fällt die Aufgabe zu, den Benziner zu starten sowie die Übergänge zwischen dem 49 kW / 67 PS starken E-Antrieb und dem 68 kW / 92 PS leistenden Verbrenner zu glätten. Die beiden Antriebsaggregate können abwechselnd oder im bis zu 116 kW / 158 PS starken Konzert auch für bärigen Schub sorgen. Zwar braucht der 1,6-Tonner für den Sprint auf 100 km/h über zehn Sekunden und erreicht maximal nur 173 km/h, doch der immer wieder deutlich spürbare E-Punch steigert die Laune des Fahrers deutlich über das Niveau, welches die nüchternen Zahlenwerte erwarten lassen.

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Weder Sparmobil noch Kostentreiber

Wir sind zumeist hybridisch und entspannt gefahren. Ist die Batterie gut gefüllt, ist man vor allem in der Stadt vornehmlich elektrisch unterwegs. Geht der Stromvorrat zur Neige, übernimmt der immer wieder von der E-Maschine unterstützte Vierzylinder die Hauptarbeit. Der Normverbrauch von 1,5 Liter Benzin ist zwar nur ein Messwert, der praktisch jedoch möglich ist, sofern elektrische Fahranteile groß ausfallen. Geht der Stromvorrat im Akku zur Neige, steigt der Spritkonsum. Wie sowas praktisch aussehen kann, hat sich auf einer Autobahntour bei vorwiegend auf 130 km/h gestelltem Abstandstempomat gezeigt. Gestartet sind wir mit voller Batterie und vollem Tank. Nach exakt 100 Kilometer lagen die durchschnittlichen Verbrauchswerte bei 3,9 Liter Benzin und 12,1 kWh Strom. Nach 200 Kilometer waren es 5,0 Liter und 7,4 kWh. Am Ziel nach circa 350 Kilometer wurden 5,9 Liter und 6,6 kWh pro 100 Kilometer angezeigt.

Auf dieser Tour ergaben sich somit Energiekosten von rund 10 Euro pro 100 Kilometer. Ein Sparmobil ist der Captur E-Tech also nicht, ein Kostentreiber auch nicht. Dank seiner rund 50 Kilometer rein elektrischen Reichweite ließe sich der Plug-in-Hybrid im Pendler- und Kurzstreckeneinsatz jedoch weitgehend emissionsfrei nutzen. Dann würden auch die Energiekosten niedriger ausfallen, denn legt man den vom Hersteller angegebenen Verbrauch von rund 18 kWh sowie ein Kilowattstundenpreis von 30 Cent zugrunde, kämen pro 100 Kilometer Kosten von etwas über 5 Euro zusammen.

Wer mit E-Antrieb bei den Unterhaltskosten sparen will, muss bei der Anschaffung zunächst jedoch deutlich mehr als für einen konventionell angetriebenen Captur investieren. Ab 28.235 Euro netto geht es für den E-Tech Plug-in 160 los, was 6.470 Euro über der identisch ausgestatteten Version TCe 140 mit Doppelkupplungsgetriebe liegt. Allerdings egalisiert die Innovationsprämie die praktischen Mehrkosten nahezu. Insofern scheint das in einen Captur E-Tech investierte Geld trotz ein paar konzeptbedingter Nachteile durchaus clever angelegt.

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