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Fiat E-Ducato: Besser elektrisch?

Fiat E-Ducato beim Ladevorgang.
© Foto: Fiat

Ein letzter Gruß aus Italien. Fiats E-Ducato ist wohl einer der letzten Transporter, den der Hersteller noch in kompletter Eigenregie fertigen durfte. Ein gelungener "Abschied" in eine neue Zeit?


Datum:
19.08.2022
Autor:
ff
Lesezeit:
2 min
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Die Zusammenkunft der Group PSA und FCA zum Konzern Stellantis wurde bereits in aller Ausführlichkeit thematisiert. Trotzdem muss sie an dieser Stelle nochmals erwähnt werden, denn sie betrifft unser "heutiges" Testauto durchaus. Der Fiat E-Ducato wurde erstmals 2020, also noch vor der Stellantis-Gründung, vorgestellt. Mittlerweile gibt es weitere Elektrotransporter aus den Hallen der Italiener, welche allerdings schon unter Federführung der neuen Konzernmutter gefertigt wurden.

Wie auch beim Diesel trumpft der E-Ducato zunächst mit Konfigurationsvielfalt auf. Auch dieser Transporter ist in drei Längen und Höhen verfügbar. Das Laderaumvolumen beträgt in der größten Version, welche bereits als 4,25-Tonnen-Lkw klassifiziert ist, 17 Kubikmeter. Laut Fiat transportiert der E-Ducato bis zu 1,9 Tonnen Last, durchaus üppig also. Auch als "nacktes" Fahrgestell ist er erhältlich und bietet sich somit für verschiedene Aufbauten an. Eine Möglichkeit ist ein Kühlkoffer, welcher über die Bordbatterie versorgt wird und beim Aufladen vortemperiert wird - dennoch sinkt im Fahrbetrieb die Reichweite.


Fiat e-Ducato

Bildergalerie

Fiat E-Ducato: Zwei Akkugrößen in petto

Ohne einen vernünftigen Akku wird sich allerdings kein E-Transporter fortbewegen. Fiat bietet zwei Varianten an - mit drei oder fünf Modulen, was einer Kapazität von 47 respektive 79 kWh entspricht. Reichweite laut WLTP-Zyklus: 235 Kilometer beim kleinen und bis zu 370 Kilometer beim großen Akku. Unsere Testfahrt sollte zeigen, ob dieser Wert wirklich belastbar ist.

Optisch ist der Fiat E-Ducato baugleich zum Diesel-Pendant. Was für Unverständnis sorgt, ist die Platzierung des Ladesteckers. Dieser befindet sich rechts neben der Tür, wo sonst der Stutzen für die Diesel-Zapfpistole sitzt. Warum aber links? Vorne, hinten, rechts, alles wäre besser.

Noch schlimmer ist die Tatsache, dass der Ladestecker des Ducato nur dann verriegelt, wenn man das Auto absperrt. Öffnet man den Transporter wieder, wird der Ladevorgang abrupt beendet. Das heißt, der Fahrer kann sich während der Ladung wahlweise aus dem Auto aus- oder darin einsperren. Technisch bietet der Ladeanschluss des E-Ducato bis zu 22 kW Leistung über Wechselstrom (AC) und 50 kW via Gleichstrom (DC).

Fiat E-Ducato: Innen fühlt es sich elektrisch an

Im Innenraum wird einem eher bewusst, dass es sich bei diesem Ducato um einen E-Transporter handelt: Links vor dem Fahrer hängt ein Navi-ähnlicher Touchbildschirm, welcher Informationen wie Energieverbrauch, Ladestatus sowie Programmierungsfunktionen für das Ladegerät bereithält. Schön: Man bekommt sogar angezeigt, wie viel Strom die Klimaanlage gerade frisst. Nicht schön: Es fehlt die Anzeige für den Durchschnittsverbrauch des Fiat.

Für leichte Irritationen sorgt zunächst auch der Schalthebel. Rechts oben ist die Neutralstellung, kippt man den Knauf nach unten und links, landet man im Vorwärtsgang. Mit einem weiteren Stupser nach links wird die Rekuperation aktiviert. Abgesehen davon, dass der E-Ducato manchmal nicht anfahren will, obwohl der Hebel in D-Position ist, fragt man sich, ob dieses Bauteil überhaupt nötig ist. Simple Druckknöpfe hätten es auch getan.

Hat man dann den richtigen Gang gefunden, fährt sich der E-Ducato durchaus benutzerfreundlich. Von einer Geräuschkulisse braucht man kaum sprechen, diese beschränkt sich auf den Wind und die Reifen. Ansonsten erfreut sich der Ducato eines ordentlichen Handlings, was dem Stadtverkehr zuträglich ist. Wer zügig unterweg sein muss, wählt den Power-Modus, dann stehen die 280 Newtonmeter des E-Motors sofort parat.

Am Ende unserer 50 Kilometer langen Testrunde, die aus Stadt- und leichten Überlandanteilen bestand, kamen wir auf einen Durchschnittsverbrauch von 31,1 kWh pro 100 Kilometer mit 500 Kilogramm Zuladung an Bord. Realistisch sind als gut 250 Kilometer bis zum nächsten Ladestopp möglich. Der Preis dafür ist happig: 55.400 Euro (vor Bafa-Förderung) sind für die absolute Basis fällig.

Fiat E-Ducato L4H2 79 kWh

Preis: ab 75.200 EuroE-Motor: 90 kW/122 PSDauerleistung: 47 kW/64 PS 280 Nm | 100 km/hBatteriekapazität: 79 kWhReichweite: 276 km (Bordcomputer) 370 km (WLTP)Laden: 11 kW (AC) | 50 kW (DC)Maße: 5.998 x 2.050 x 2.569 mmLadevolumen: 13 m²Leergewicht inkl. Fahrer: 2.855 kg (gewogen) | Zuladung: 645 kgAlle Preise netto zzgl. Umsatzsteuer

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