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Erste Sitzprobe: Neuer Toyota Prius nur noch als Plug-in-Hybrid

Autoflotte Chefredakteur Michael Blumenstein nimmt im neuen Toyota Prius Platz.
© Foto: Harald Dawo/Toyota

Den Toyota Prius gibt es seit rund 25 Jahren. Ab Frühjahr 2023 startet die fünfte Generation in Deutschland ausschließlich als Plug-in-Hybrid. Autoflotte hat sich bereits reingesetzt.


Datum:
08.12.2022
Autor:
Michael Blumenstein/Autoflotte
Lesezeit:
4 min
2 Kommentare

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Die Förderungen für Plug-in-Hybride neigen sich dem Ende zu. Gut so. Und genau jetzt bringt Toyota einen neuen Plug-in-Hybrid? So richtig verstehen muss man die Japaner nicht. Zwar sind sie definitiv die Vorreiter des elektrisierten Autofahrens – denn der erste Toyota Prius startet vor einem viertel Jahrhundert. Aber irgendwie scheint es so, als ob sie die Modelle nicht an die Zeit angepasst in den Markt bringen. Oder ist vor 25 Jahren schon jemand Prius gefahren? Daher passte der Name damals auch hervorragend. Prius ist Lateinisch und bedeutet zuerst oder früher. Ja, Oberstudienräte und betuchte Alt-Achtundsechziger waren vielleicht früher dran als andere. Aber die Masse braucht(e) noch ein paar Jahre.


Toyota Prius (2023)

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Toyota hat 20,3 Millionen Hybride verkauft

Mittlerweile wurden mehr als fünf Millionen Prius und insgesamt 20,3 Millionen Hybrid-Fahrzeuge verkauft, was eine von Toyota errechnete CO2-Einsparung von 162 Millionen Tonnen ermöglichte. Und ab Mitte 2023 kommt Prius Nummer 5. Bestellstart wird Anfang 2023 sein. Zu den Preisen gibt es keinerlei gesicherte Infos. Gesichert ist hingegen eins: der neue Prius ist ansehnlich. Auch da hatte Toyota oft ein Händchen fürs Besondere. Das Design des Prius mutierte von abgrundtief hässlich über "geht so" hin zu speziell. Toyota meinte, besondere Technik muss besonders verpackt werden, was sich auch beim ersten Wasserstofffahrzeug in Serienproduktion, dem Mirai, widerspiegelte. Der Mirai Nummer 2 ist nun hübsch geworden und der Prius 5 ebenfalls.

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Das Fahrzeug wirkt wie aus einem Guss und ist mit seiner Gesamtlänge von 4,60 Metern (minus fünf Zentimeter) und der Höhe von etwas über 1,40 Metern gut proportioniert. Schwarze Radläufe über den bis zu 19-Zoll großen Rädern mit einer so ungewöhnlichen Reifendimension, die es im Reifenfachhandel noch gar nicht gibt (195/50 R19) treffen den Nerv der Zeit, der ums SUV-Anleihen offensichtlich nicht herumkommt. Das Heck endet scharf gezeichnet und mit einem einprägsamen Design. Die Form soll dem Wind möglichst wenig Angriffsfläche bieten. Der Cw-Wert dürfte unter 0,25 liegen.


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Der Toyota Prius hat Motorleistung satt

Damit es innen luftig zugeht, wurde der Radstand im Vergleich zum Vorgänger um fünf Zentimeter auf 2,75 Meter gestreckt. Wirklich spürbar war das bei unserer ersten Sitzprobe nicht. Das Platzangebot ist für ein Pkw, das sich irgendwo zwischen Kompakt- und Mittelklasse ansiedelt, eher überschaubar. Auch nach oben wird es schnell eng. Das nicht zu öffnende, zweiteilige Panoramadach trägt Mitschuld daran – wird jedoch ein Extra sein. Genauso, wie das Solardach, das Strom für bis zu acht Kilometer Reichweite pro Tag erzeugen soll oder den 13,6-kWh-Akku des neuen Toyota Prius, der unter den Beifahrersitz passt, im Stand über mehrere Tage angeblich komplett aufladen kann. Die kombinierte WLTP-Reichweite beträgt 69 Kilometer. Der CO2-Ausstoss auf den ersten 100 Kilometern somit 19 Gramm pro Kilometer.

Plug-in-Hybrid-typisch ist auch beim Prius eine hohe Motorleistung. Der Zweiliter-Vierzylinder summiert zusammen mit dem E-Motor eine Leistung von 223 PS – das ist nicht nur üppig, sondern auch unnötig. Eingebremst wird der Japaner mit Sicherheit spätestens bei Tempo 180, ungeachtet dessen, dass wohl kaum ein Prius-Pilot jemals diese Geschwindigkeit auf der Agenda hatte und haben wird. Dass Prius-Kunden in unter acht Sekunden auf Tempo 100 kommen wollen, dürfte auch eher theoretischer Natur sein.


Toyota bZ Compact SUV

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Toyota Prius - der Innenraum

Zurück zum Auto oder genauer: dem Innenraum des Toyota Prius. Die extrem schräg stehenden A-Säulen erschweren den Zustieg und die Sicht nach draußen. Nach hinten sieht man – wie seit Jahren im Automobilbau leider üblich – eigentlich nichts. Mittlerweile bekannt vom Elektro-SUV Toyota bZ4X ist das Fahrermodul. Eine Art Zwitter zwischen Digital-Kombiinstrument und Head-up-Display. Die Sichtbarkeit der Informationen bewerten wir als sehr gut und es sieht zudem einfach mal anders aus, ohne Nachteile mitzubringen.

Der sieben Zoll großen TFT-LC-Bildschirm sitzt ziemlich perfekt im Sichtfeld des Fahrers. So ist auch das weitere Design im Cockpit durchdacht und es gibt nach wie vor auch physische Tasten, die das Bedienen vereinfachen und beschleunigen. Dass die Materialien nicht nach Highend aussehen und sich auch nicht so anfassen, ist man von Toyota gewohnt. Ebenso, dass das Interieur auch nach zehn Jahren noch identisch aussieht, was nicht bei allen Anbietern der Fall ist. Die Sitze lassen sich vielfach justieren, der Bezug hat indes plastikähnliches. Wohl fühlen kann man sich dennoch im neuen Toyota Prius.

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KOMMENTARE


Kuhlmann

10.12.2022 - 11:04 Uhr

Akku unter Beifahrersitz ?!? Ui, ui, ui !!! Hat der Schreiberling überhaupt schon mal den P5 aus der Nähe gesehen geschweige denn drin gesessen?


Michael Blumenstein

10.12.2022 - 12:03 Uhr

Hallo Frau/Herr Kuhlmann, der Schreiberling dankt. Schön wäre es noch gewesen, wenn Sie konstruktiv geantwortet hätten und schrieben, dass der Akku unter der Rückbank sitzt. Beste Grüße Michael Blumnestein


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