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Mitsubishi L200: Das Arbeitstier

Mitsubishis L200 ist ein Pick-up-Urgestein.
© Foto: Mitsubishi

Mitsubishis L200 ist ein Pick-up-Urgestein. Seit Ende der 1970er-Jahre gibt es das Arbeitstier. In Generation 5b gibt es auch sehr spezielle Varianten, wie den L200 "Handwerker".


Datum:
11.07.2022
Autor:
AF
Lesezeit: 
8 min
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Handwerker haben derzeit volle Auftragsbücher - schön für sie, schlecht für Unternehmen und Privatmenschen, die diese (dringend) benötigen. Denn die Wartezeit ist - je nach Projekt - ähnlich lang wie die Lieferzeiten der Automobile. Beim von uns getesteten Mitsubishi L200 Club Cab sogar so lang, dass sie bis zum Sankt Nimmerleinstag auf die Lieferung warten könnten. Mitsubishi verkauft in Deutschland weder den Single Cab noch den von uns gefahrenen Club Cab. Wir hatten noch das Glück, den Club Cab in Generation 5b als Testwagen zu bekommen - manche sagen auch, das Facelift sei Generation 6. Club Cab bedeutet bei Mitsubishi: zwei "normale" Türen vorne und zwei kleine, hinten angeschlagene dahinter. Dies bedeutet für die eine Seite - die Ladefläche - mehr Frachtraum und für die andere Seite - die Sitzplätze hinten - mehr Enge. Bleiben wir gleich hier. Hinten können zwei Personen auf kurzen Strecken mitfahren. Längere Reisen sind eine Qual. Dafür hat man aber eine Art gesicherten Kofferraum an Bord - denn als solcher wird der Raum im Fond wohl meistens benutzt werden.

Club Cab nicht mehr verfügbar

Wer nun L200 will, bekommt ihn nur noch als Double Cab mit klassischen (vier) Türen und kürzerer Ladefläche. Die Hessen - die Zentrale von Mitsubishi Motors Deutschland (MMD) befindet sich nördlich von Frankfurt - wollen mit spezifischen Versionen den Handwerkern unter die Arme greifen. Eines dieser Spezialmodelle wurde "Handwerker" getauft. Eine Klientel, die derzeit "goldenen Boden hat", wie eben skizziert. Die Hoffnung von MMD, dass der goldene Boden in deren Friedberger Büroräumen verlegt wird, was eben mit dem Absatz der speziell zugeschnittenen L200-Modelle gelingen soll.

Der Mitsubishi-Pickup könnte sich in der Tat als geeigneter Partner und Bindeglied zwischen Auftraggeber (MMD) und Auftragnehmer (Handwerker) anbieten. Denn beim Handwerker ist der Name Programm. Kennt man den L200 im Normalfall als klassischen Pickup, hat der Handwerker auf der 1,85 Meter langen Ladefläche des Club Cab (und der 1,52 Metern langen beim Double Cab) eine robuste Box montiert, um den Inhalt vor Wind und Wetter sowie unerlaubtem Zugriff zu schützen. Die Heckklappe sowie die beiden per Gasdruckdämpfer aufschwingenden Seitenteile sind an die Zentralverriegelung angeschlossen, was das Handling vereinfacht. Unter dem "Worker Hardtop Umbau Milwaukee" für knapp 2.000 Euro befindet sich ein Arsenal an Werkzeugen. Kleine Bohrer, große Bohrmaschinen, Sägen, Vorschlaghammer, Axt, LED-Lichtleiste und einen auf Gleitern gelagerten Arbeitstisch, in den eine Kreissäge integriert wurde. Handwerkerherz, was willst Du mehr? Allerdings will das alles bezahlt werden.

Die Werkzeuge kommen im konkreten Fall von Milwaukee, unter Werkzeugfetischisten eine angesehene Marke, die 1924 in Milwaukee, Wisconsin, gegründet wurde. Milwaukee (Werkzeug) gehört zur in Hongkong beheimateten Techtronic Industries. Deswegen werden auch längst viele der Geräte und Werkzeuge in China produziert, was nicht jedem Fan gefallen dürfte. Das Arbeitsgerät ist im L200 sauber und sicher an den Seiten fixiert, Ablagekästen sind mit Spanngurten sinnvoll gesichert, sodass die rund 500 Kilogramm (Aufbau und gezeigte Ausrüstung) auch bei hektischer Fahrweise an Ort und Stelle bleiben. Denn der L200 gehört zu jenen Fahrzeugen, bei denen der Fahrer vor demselbigen aufgibt. Soll heißen: Er kommt auch an abgelegene Arbeitsorte.

Sparsam, hohes Gewicht spürbar

Garant dafür ist nicht nur sein 2019 erneuerter (da gab es auch die optischen Änderungen) 2,2-Liter-Diesel, der 400 Newtonmeter ab 1.750 Touren bereitstellt. Die Leistung von 150 PS reicht aus, um den Japaner gut 170 km/h schnell werden zu lassen, was selten in Anspruch genommen wird. Fürs Bremsen sind 320-Millimeter-Scheiben an der Vorderachse zuständig, die von Faustsattelanlagen umgriffen werden. Hinten wird getrommelt, was gerade bei hoher Zuladung im Heck nicht unbedingt die beste Lösung ist. Denn das Zusatzgewicht ist in jedem Fall in beide Richtungen zu spüren. An Steigungen auf der Autobahn muss das etwas störrische Sechsgang-Schaltgetriebe öfters bemüht werden, als man mittlerweile gewohnt ist. Eine Sechsgang-Automatik, die wohl bessere Wahl, gab es beim Club Cab nicht, wohl aber beim Double Cab. Trotz des hohen Gesamtgewichts von gut 2,5 Tonnen - es sind dann immer noch 500 Kilogramm Zuladung möglich - rollt der L200 Handwerker bei normalem Einsatz mit rund neun Litern über den Asphalt.


Mitsubishi L200

Bildergalerie

Wer diesen verlässt, kann sich auf den bekannt guten Allradantrieb verlassen. Die verschiedenen Fahrmodi, die über den Drehschalter in der Mittelkonsole angewählt werden, vereinfachen das Zurechtfinden. Wer steckenbleibt, dreht einfach eine Stellung weiter. Irgendwann wühlt sich der L200 raus - oder man hat es übertrieben. Dann würde auch die Hinterachssperre kaum mehr helfen, die serienmäßig an Bord ist. Die Bodenfreiheit beträgt mindestens 20,5 Zentimeter. Mitsubishi hatte im Testwagen ein Offroad-Fahrwerk für gut 1.600 Euro (zuzüglich Einbau) installiert. Dieses hebt den in Thailand produzierten Japaner nochmals um bis zu 45 Millimeter an. Wer nun häufig mit bis zu einer Tonne Zuladung unterwegs ist, kann sich die Hinterachsluftfederung für gut 1.500 Euro bestellen (plus Einbau). Sie sorgt dafür, dass die Seitenneigung sich verringert und die Standhöhe gleichbleibend ist.

Unser Geländefahranteil beschränkte sich auf Strecken, die auch ein VW Polo schafft. Dass der L200 grob sein kann, haben wir an anderer Stelle bereits erfahren dürfen. Auf der Straße fühlt sich das Luftfahrwerk zwar nicht unwohl, eine Verbesserung zum Seriensetup ohne das Zusatzgewicht ist kaum zu spüren. Es kompensiert somit mehr das Zusatzgewicht.

Innen robust

Innen ist der L200 im hemdsärmeligen Handwerker-Style gemacht. Das ändert sich auch beim Double Cab nicht, den es zwar mit Ledersitzen gäbe, bei Armaturen, Ausstattungsoptionen und Bedienung jedoch dieselbe Sprache spricht. Und die Bedienung gibt wenig Rätsel auf. Ins Dunkle leuchten in der Ausstattungslinie "Plus" Halogenscheinwerfer in Ellipsoid-Technik. Und sie funktionieren gut, sofern nicht ständig Nachtarbeit angesagt ist. LED-Scheinwerfer gibt es erst ab der dritten Ausstattungsebene, Extras lassen sich nicht hinzubuchen. Zubehör hingegen sehr wohl und dabei auch fast alles, was das Offroaderherz begehrt.

Preislich beginnt der L200 Double Cab bei schmalen 27.000 Euro netto. Damit gehört er zu den günstigsten Pickups in Deutschland. Fünf Jahre oder 100.000 Kilometer Garantie sind ein weiteres Pro-Argument, nicht nur für Handwerker. mb

Von Autoflotte getestet

+RobustEinfachNützlich-SchaltgetriebeEinfachKein Club Cab mehr

Mitsubishi L200 Handwerker Double Cab Basis 4x4

Preis ab: 26.798 EuroR4/2.268 cm³ | 110 kW/150 PS 400 Nm ab 1.750 U/min | 6-Gang 12,4 s | 174 km/hWLTP: 7,6 D | 200 g/km 5.225 x 1.815 x 1.780 mmWartung: jährlich/20.000 kmGarantie: 5 Jahre/100.000 kmAlle Preise netto zzgl. Umsatzsteuer

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