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Führerscheinkontrolle: Pflichten, gesetzliche Grundlagen und Checkliste

Führerscheinkontrolle: Pflichten, gesetzliche Grundlagen und Checkliste
Führerscheinkontrolle und Fahrerlaubnis sind wichtige Themen im Fuhrpark.
© Foto: Pictoores/Fotolia; David Ebener/DPA/Picture Alliance [M] Autoflotte

Die Führerscheinkontrolle ist für viele Fuhrparkleiter eine lästige Pflicht. Autoflotte verrät, worauf geachtet werden muss.


Datum:
11.09.2023
Autor:
tibü/Autoflotte
Lesezeit:
4 min
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Die Führerscheinkontrolle ist eine Pflicht im Fuhrpark. Unabhängig von der Größe des Fuhrparks müssen die Fuhrparkleiter dafür sorgen, dass die Führerscheine aller Fahrer regelmäßig kontrolliert werden.

Die Kontrollpflicht ergibt sich aus den Halterpflichten. Hier verlangt das Gesetz, dass die Halter sicherstellen, dass alle Fahrer eine gültige Fahrerlaubnis haben. Die Führerscheinkontrolle ist eine gesetzliche Pflicht für Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern Dienstfahrzeuge zur Verfügung stellen. Sie basiert auf verschiedenen Rechtsgrundlagen:

  • 21 StVG (Straßenverkehrsgesetz), der das Fahren ohne Fahrerlaubnis unter Strafe stellt
  • 31 StVZO (Straßenverkehrszulassungsordnung), der den Halter eines Kraftfahrzeugs verpflichtet, die Benutzung durch Personen zu verhindern, die die erforderliche Fahrerlaubnis nicht haben.
  • 823 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch), der den Schadensersatzanspruch bei fahrlässiger Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit regelt
  • 831 BGB, der die Haftung des Arbeitgebers für seine Angestellten bestimmt

Führerscheinkontrolle: Das müssen Fuhrparkleiter beachten

Um diesen gesetzlichen Regelungen nachzukommen, muss der Arbeitgeber oder Fuhrparkleiter folgende Schritte beachten:

  • Einsicht in das Originaldokument des Führerscheins nehmen
  • Die Gültigkeit und die eingetragenen Klassen des Führerscheins überprüfen
  • Die Führerscheinkontrolle schriftlich oder elektronisch dokumentieren
  • Die Führerscheinkontrolle mindestens zweimal pro Jahr durchführen

Checkliste Fahrerlaubnis und Führerscheinkontrolle

  1. Stellen Sie sicher, dass alle Fahrer Ihres Fuhrparks einen gültigen Führerschein für die jeweilige Fahrzeugklasse besitzen.
  2. Führen Sie regelmäßig eine Führerscheinkontrolle durch, mindestens zweimal pro Jahr1. Dokumentieren Sie die Kontrollen schriftlich oder elektronisch2
  3. Prüfen Sie bei der Führerscheinkontrolle nicht nur das Ablaufdatum, sondern auch andere Merkmale wie Wasserzeichen, Schriftbild oder Hologramm.
  4. Achten Sie auf mögliche Manipulationen oder Fälschungen.
  5. Informieren Sie Ihre Fahrer über die Pflicht zur Führerscheinvorlage und die möglichen Konsequenzen bei Verstößen. Erteilen Sie ihnen eine schriftliche Einverständniserklärung zur Kontrolle.
  6. Nutzen Sie ein elektronisches System zur Führerscheinkontrolle, um den Aufwand und das Risiko von Fehlern zu reduzieren. Ein solches System kann z.B. den Führerschein automatisch scannen und die Daten
  7. mit einer Datenbank abgleichen.
  8. Bewahren Sie die Führerscheine Ihrer Fahrer nicht dauerhaft auf, sondern geben Sie sie nach der Kontrolle zurück. Dies vermeidet Haftungsfragen bei Verlust oder Diebstahl.
  9. Reagieren Sie sofort, wenn ein Fahrer seinen Führerschein verliert oder ihm entzogen wird. Entziehen Sie ihm das Nutzungsrecht für die Fahrzeuge Ihres Fuhrparks und informieren Sie ihn über die rechtlichen Folgen.
  10. Halten Sie sich an die gesetzlichen Vorgaben zur Führerscheinkontrolle in Ihrem Land oder Ihrer Region. Beachten Sie auch mögliche Sonderregelungen für bestimmte Fahrzeugarten oder Branchen.
  11. Schulen Sie Ihre Fuhrparkmitarbeiter regelmäßig zum Thema Fahrerlaubnis und Führerscheinkontrolle13. Sensibilisieren Sie sie für die Bedeutung dieser Maßnahmen für die Sicherheit und das Image Ihres Unternehmens.
  12. Überprüfen und aktualisieren Sie Ihre Richtlinien zur Fahrerlaubnis und Führerscheinkontrolle regelmäßig. Passen Sie sie an neue gesetzliche Änderungen oder technische Entwicklungen an.

Anbieter für elektronische Führerscheinkontrolle (Stand: Januar 2023)

    • DriversCheck: Bietet verschiedene Methoden zur Führerscheinkontrolle an, wie z.B. VideoIdent-Verfahren oder optische Abtastung per Smartphonekamera1. Die Preise variieren je nach Anzahl der Fahrer und der gewählten Methode.
    • Fleet Innovation: Die Führerscheinkontrolle erfolgt laut Fleet Innovation "durch unabhängige Dritte, ob Inhouse, im ARAL Partnernetzwerk oder mobil am Smartphone."
    • LapID: Bietet eine App-gestützte Führerscheinkontrolle mit eigenem Smartphone oder ein Siegelkontrollsystem an2. Die Preise beginnen bei 2,90 € pro Fahrer und Monat.
    • DEKRA: Bietet eine vollautomatisierte Führerscheinkontrolle mit bundesweitem Prüfstellennetz oder eine App-gestützte Sichtkontrolle durch eine autorisierte Person an3. Die Preise beginnen bei 3,50 € pro Fahrer und Monat3.
    • Carano: Bietet eine App-basierte Führerscheinkontrolle mit Gesichtserkennung und QR-Code an. Die Preise beginnen bei 4,90 € pro Fahrer und Monat.
    • Fleetster: Bietet eine App-basierte Führerscheinkontrolle mit NFC-Chip oder QR-Code an. Die Preise beginnen bei 5 € pro Fahrer und Monat.
    • Vimcar: Bietet eine App-basierte Führerscheinkontrolle mit NFC-Chip oder QR-Code an. Die Preise beginnen bei 5 € pro Fahrer und Monat.
    • TomTom Telematics: Bietet eine App-basierte Führerscheinkontrolle mit NFC-Chip oder QR-Code an.
    • KeyWatcher Touch: Bietet ein Schlüsselverwaltungssystem mit integrierter Führerscheinkontrolle per Barcode-Lesegerät an. Die Preise sind auf Anfrage erhältlich.
    • FleetGO: Bietet eine App-basierte Führerscheinkontrolle mit NFC-Chip oder QR-Code an. Die Preise sind auf Anfrage erhältlich.
    • FleetMaster: Bietet eine webbasierte Führerscheinkontrolle mit Dokumentenupload und Erinnerungsfunktion an. Die Preise sind auf Anfrage erhältlich.
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