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Toyota Yaris Cross AWD-i: Wenn Hybridtechnik und Allrad teuer werden

Der Toyota Yaris Cross wird für Europa nicht im Werk in Iwate/Japan produziert, sondern in Valenciennes ,Frankreich. Dort rollt auch der kleine Bruder Yaris vom Band, der zusätzlich in Tschechien gefertigt wird.
© Foto: Michael Blumenstein

Den Toyota Yaris Cross gibt es seit Herbst 2021 in Europa. Sein Dasein verdankt auch er dem SUV-Hype. Wir haben uns den Vollhybriden mit optional erhältlichem Allradantrieb angesehen, kurz bevor er im Frühjahr 2024 ein Mini-Facelift erhält Kaufen, warten oder ganz sein lassen?


Datum:
12.12.2023
Autor:
Michael Blumenstein
Lesezeit:
4 min
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Toyota ist Elektrifizierungs-Pionier, keine Frage. Vor mehr als 25 Jahren brachten die Japaner den ersten Toyota Prius – ausgelacht wegen seines Äußeren, belächelt wegen seiner Technik. Die hat sich ein Viertel Jahrhundert später etabliert, weltweit und auch in Deutschland. Kaum mehr ein Taxistand an dem Hybrid-Toyotas nicht zu sehen sind – Diesel-Mercedes werden hingegen immer weniger und Elektrofahrzeuge nur zögerlich mehr. Den Übergang zur E-Mobilität hätte der Vollhybrid ebnen sollen. Dass dieser 25 Jahre und noch länger dauern wird, ahnte damals sicherlich nicht einmal Toyota. Aber wer einmal Hybrid gefahren ist, bleibt häufig dabei – zu unkompliziert in der Anwendung, zu sparsam im Verbrauch. Vielleicht auch deswegen haben die Japaner und Toyota im Speziellen das Elektroauto bislang nur stiefmütterlich behandelt. Der Toyota bZ4X ist der erste reine Stromer von Toyota – und der hat noch Potenzial, besser zu werden. Was demnächst von Toyota in Sachen Elektromobilität kommen wird, ist hier zu sehen.   


Toyota Yaris Cross Hybrid AWD

Toyota Yaris Cross Hybrid AWD in goldgelb lackiert auf freiem Platz von schräg von fotografiert Bildergalerie

Toyota Yaris Cross: besser ohne Allradantrieb

Wir konzentrieren uns auf den Toyota Yaris Cross, den wir passend zum Winter mit „Allradantrieb“ zum Test nach München kommen ließen. Schön, dass er 4x4-Vortrieb besitzt, denn was gerade in München los war, hat sich wohl nicht nur deutschlandweit rumgesprochen. Stichwort: „Schneechaos“. Das Chaos wurde jedoch nicht vom Wetter verursacht. Mehr als 50 Zentimeter Neuschnee ließen aber auch Augen glänzen – zumindest die einiger SUV-Besitzer (mit Allradantrieb). Endlich können auch sie ihr SUV mal „ausfahren“. Wufff, rein in den Schneehaufen, der zuvor ein Parkplatz war und den niemand mit einem profanen Golf Kombi nun noch nutzen kann.

Mit dem Toyota Yaris Cross Hybrid AWD-i wird genau das dennoch zum Glücksspiel. Allradantrieb bedeutet bei ihm, dass die hintere Achse elektrisch mit Kraft beaufschlagt wird – gut fünf PS leistet der separate E-Motor unter dem Kofferraum, der selbigen um rund 80 Liter auf nur noch 320 Liter schrumpfen lässt. Es besteht keinerlei mechanische Verbindung zum Benziner im Bug. Die Elektronik muss nun die Kraftverteilung zwischen vorn und hinten übernehmen, was nicht immer einwandfrei funktioniert. Teils drehen die Hinterräder beim Start auf schneeglatter Fahrbahn durch, teils die Vorderräder, selten geht es schlupffrei vorwärts. Auch das Festfahren im Schnee ist möglich, selbst mit sonst so vorbildlichen Conti-Winterreifen und auch dann, wenn die Schneehöhe die Bodenfreiheit des Yaris Cross von 17 Zentimetern noch unterschreitet. Der Allradantrieb kann also eher als Unterstützer bei schwierigen Straßenverhältnissen herhalten denn als Retter in der Not. Der Retter kostet übrigens mächtige 2.680 Euro (brutto).

Toyota Yaris Cross Hybrid AWD schräg von hinten links fotografiert
© Foto: Michael Blumenstein

Teurer Allradantrieb im Toyota Yaris Cross

Wenn man nun den Aufpreis des Allradsystems ins Verhältnis setzt und die Nachteile mit einbezieht kommt man schnell zum Entschluss, dass es beim Yaris Cross der Allradantrieb nicht sein muss: Den 1,5-Liter-Dreizylinder samt Hybridmodul mit zusammen 116 PS haben alle Yaris-Cross-Modelle installiert. Die stufenlose Automatik (CVT) ebenfalls – und ja, sie nervt bei flotter Gangart noch immer. Die Nachteile wie den um rund 80 Liter kleineren Kofferraum, die Verfügbarkeit nur in den beiden Top-Ausstattungen, das damit verbundene Mehrgewicht von knapp 100 Kilogramm und den um rund einen halben Liter erhöhten WLTP-Verbrauch gibt es nur beim AWD-Modell mit den kombinierten Topausstattungen „im Paket“. Hinzu kommt die langsamere Beschleunigung, aber das ist Makulatur.

Yaris Cross nur mit einem Motor

Der 1.490 Kubikzentimeter große Dreizylinder leistet 92 PS. Hinzu kommen 80-Elektromotor-Pferde, das entspricht laut Toyota einer rechnerischen Gesamtleistung von 116 PS. Normverbrauch: 4,4 bis 5,0 Liter. Die Energie, die der 0,8 kWh große Li-Ionen-Akku (unter der Rückbank) speichern kann, wird mittels Rekuperation erzeugt. Das macht der Yaris Cross ziemlich effizient, denn auch mehrere Hundert Meter können mit kurzer Unterbrechung immer wieder rein elektrisch gefahren werden. Und dabei kann sogar sanft beschleunigt werden. Die Indikation, ob der Verbrenner gleich anspringt, gibt in vielen Fällen der Analogzeiger links im teildigitalisierten Display (das Faceliftmodell erhält eine Volldigitalversion). Springt der über „Eco“, springt ebenso der Verbrenner an, damit kann man im Alltag etwas spielen. Bis zu einem gewissen Punkt bestimmt das der Gasfuß die Antriebsart. Wer das gut macht, erhält „Ökopunkt“ die im Display abzulesen sind. Nette Spielerei.


Den Übergang zwischen E-Motor und Verbrenner spürt man indes kaum und hört ihn nur, wenn man Leistung abfordert. Dann ist der Dreizylinder laut. Vor allem auf flotten Autobahnetappen nervt das und das Motorengeräusch kämpft mit den Windgeräuschen um die Oberhand. Beides ist nicht schön und machen andere Autos dieser Preisklasse besser. Toyota war sich dessen bewusst und will die Geräuschentwicklung beim Faceliftmodell minimieren.

Apropos Autobahn. Der Yaris Cross ist kein Fan dieser Straßenart. Ihm geht dabei nicht nur schnell die Puste aus – ab 150 km/h wird der Tempozuwachs zäh – er wirkt dauerhaft angestrengt. Das spiegelt sich im Verbrauch wider, der die Sieben-Liter-Marke locker knackt, ohne dass der Yaris Cross dabei zum Linke-Spur-Monster wird. Da werden die Strecken mit dem 36-Liter-Tank kurz. Deutlich passender: Stadtverkehr und Landstraße. Hier spielt das Hybridsystem seine Vorteile voll aus und der E-Boost schiebt von unten kräftig an und man kommt zudem in den Verbrauchsbereich der WLTP-Angaben.

Yaris Cross: Gute Zuladung, geringe Anhängelast

Immerhin darf der gut 1,2 Tonnen leichte Yaris Cross stramme 500 Kilogramm zuladen. Das sind deutlich mehr als ein Astra Sports Tourer Electric schleppen darf. 750 Kilogramm Anhängelast sind beim Yaris drin. Mit seinen Abmessungen von kurzen 4,18 Metern Länge und 1,77 Metern Breite passt der Japaner in die City. Mit seiner beschränkten Übersichtlichkeit hingegen wiederum weniger. Vernünftig ist der Wendekreis mit rund elf Metern von Wand zu Wand. Ebenso überzeugt der Kleinwagen mit gutem Fahrverhalten und adäquatem Federungskomfort, trotz der serienmäßigen 18-Zoll-Räder (Basisausstattung 16 Zoll). Und nicht nur des guten Fahrkomforts wegen fühlt man sich im Yaris Cross wohl, wenngleich trotz des stattlichen Preises keine Deluxe-Materialqualität zu finden ist. Alles ist praxisgerecht gemacht.

Die Sitze der Ausstattung Adventure sind körpergerecht geformt und bieten guten Langstreckenkomfort. Auch die Einstellmöglichkeiten sollten fast jeden Körper in die passende Position bringen. Anzukreiden ist jedoch das Platzangebot auf der Rückbank, das für drei Personen zugelassen ist, aber bereits bei zwei gemütlich wird. Gemütlich macht es auch die fehlende Beleuchtung im Fond, das ist in jedem Fall ein Fauxpas und das Anschnallen von Kindern gelingt wohl fast immer nur mit Handylampe oder blind.

Toyota Yaris Cross Hybrid AWD Cockpit-Ansicht gesamt
© Foto: Michael Blumenstein

Yaris Cross ab 25.340, Allrad kostet 10.000 Euro mehr

Der Yaris Hybrid mit Frontantrieb startet bei respektablen 25.340 Euro. Für rund 27.000 Euro gibt es einen gut ausgestatteten Hybrid-Mini mit den erwähnten Vor- und Nachteilen. Wer jedoch Allradantrieb möchte, muss zu Ausstattungslinie Adventure (Testwagen) oder Elegant für 35.120 Euro (brutto) respektive 36.360 Euro greifen. Der Yaris Cross Adventure 4x4 ist außerdem der einzige Allradler im Programm, der das empfehlenswerte Matrix-LED im Advanced Safety Paket erhalten kann. Kostenpunkt: 1.440 Euro.

Mit dabei ist nicht nur das Matrixlicht, sondern auch das echte Head-Up-Display. Außerdem gibt es bei ihm das JBL-Soundpaket, das anstelle der serienmäßig installierten sechs Lautsprechern dann aus acht besteht und einen vernünftigen Klang bietet, jedoch mit 490 Euro rund 200 Euro zu teuer ist. Wer den Yaris Cross in Erwägung zieht, sollte auf die Allrad-Option verzichten, die Ausstattungslinie Business Edition wählen und für rund 28.000 Euro einen sparsamen und quirligen Stadtflitzer gönnen bei dem nichts Elementares fehlt. Das Warten aufs Facelift lohnt nur, wenn man trotz allem das Allradmodell möchte. Denn dann bekommt dieses ein paar Extra-Pferde spendiert – und teuer ist diese Version bereits jetzt.

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