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Mitsubishi ASX im Test: Ein flotter (Straßen-)Feger

Klein und wendig - der Mitsubishi ASX.
© Foto: Timo Bürger/Autoflotte

Recht quirlig ist der Kleine unterwegs. Was Slots zum Anschließen elektronischer Geräte angeht, haben die Japaner allerdings eine eigene Vorstellung von dem, was angesagt ist.


Datum:
17.11.2023
Autor:
Timo Bürger
Lesezeit:
3 min
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Nanu – was klebt denn da? Ein Renault-Aufkleber auf der Unterseite des herausnehmbaren Ladebodens? In einem Mitsubishi? Natürlich – der Mitsubishi ASX ist ein umgelabelter Renault Captur, ein City-SUV hervorgegangen aus der Allianz mit Renault und Nissan.

Im Inneren des Mitsubishi ASX stehen für ein City-SUV recht großzügige Platzverhältnisse zur Verfügung. Vorne sitzt man bequem im vollelektrisch einstellbaren Sitz mit Ledenwirbelstütze – das Gestühl bietet großzügige Auflagefläche und viel Seitenhalt.

Selbst im Fond können erwachsene Passagiere bequem sitzen. Die Rücksitzbank ist zudem verschiebbar, mit einem Spielraum von 16 Zentimetern, je nach Bedarf, sei es mehr Platz für Gepäck oder erweiterte Beinfreiheit. Aufgrund der Batterie im Heck beträgt das Kofferraumvolumen beim Plug-in-Hybriden lediglich 221 Liter. Trotzdem ist dieser Stauraum im Alltag zumindest für kleineren Transporte ausreichend. Nach dem Umklappen der Rücksitzlehnen erhöht sich das Ladevolumen auf 1.118 Liter. Haken und Ösen zum Befestigen von Gepäcknetzen sucht man leider (fast) vergeblich: Nur zwei mickrige Häkchen bietet hier der Japaner.


Mitsubishi ASX Test (2023)

Mitsubishi ASX Test (2023) Bildergalerie

Hinter dem Steuer präsentiert sich die gewohnte digitale Autowelt, wie sie im Renault zu finden ist – und dieser Erkenntnis darf durchaus als Lob verstanden werden. Das zentrale Element bildet ein vertikaler 9,3 Zoll großer Touchscreen in der Mitte des Armaturenbretts, dessen Bedienung keinen Anlass zum Tadel gibt – auf Befehle reagiert er prompt, die Bedienung ist logisch und leicht nachvollziehbar. Ansonsten steht die Lenkrad-basierte Spracherkennung zur Verfügung. Zusätzlich können Apple Siri oder der Google Assistant über das Smartphone in der Induktionsschale (kabellos per Android Auto oder Apple CarPlay unproblematisch koppelbar) in das Fahrzeug integriert werden.

Allerdings entsprechen die USB-Anschlüsse immer noch dem älteren A-Standard, während C-Anschlüsse nicht verfügbar sind. Dafür gibt es noch einen AUX-in-Anschluss, von dem vermutlich viele jüngere Menschen gar nicht mehr wissen, welches Endgerät man denn dort anschließen soll. Wenig zeitgemäß (und wenig elegant) ist auch der sehr klobige Gangwählhebel. Löblich dagegen, dass es für die Einstellung der Klimatisierung noch leicht bedienbare und sauber einrastende Drehregler gibt.


Mitsubishi Colt (2024)

Mitsubishi Colt (2024) in rot vor Hauswand, fotografiert schraeg von vorn Bildergalerie

In Bezug auf Assistenzsysteme profitiert der ASX von der modernen CMF-B-Plattform des Konzerns, die bereits im Renault Clio, Captur und Nissan Juke eingesetzt wird. Je nach Ausstattung sind nahezu alle gängigen Funktionen für diese Fahrzeugklasse verfügbar. Auffahrwarnung, Fußgängererkennung, Notbremsung, Abstandsregelung, Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung, Parksensoren und Rückfahrkamera, sondern auch der Totwinkelwarner, um nur einige Features zu nennen. Das optionale Fahrassistenzsystemen MI-Pilot bietet den aktiven Spurfolgeassistenten in Kombination mit der adaptiven (und sehr geschmeidigen) Tempoautomatik. Die Testwagen-Ausstattung "Top" bietet neben einem elektrischen Glasschiebedach auch das klangstarke Bose Premium Sound-System mit neun Lautsprechern/Subwoofer.

Gut gefällt das quirlige Motorengespann (1,6 Liter-Benziner mit 92 ps plus Elektromotor mit umgerechnet 67 PS) – vor allem dann, wenn der Akku noch gut im Saft steht. Dann wird der Diamantträger zum flotten Feger und lässt sich wieselflink durch den urbanen Raum bewegen. Auch das Zusammenspiel von Motor und Multi-Mode-Automatik (2 Gänge für den E-Motor, 4 für den Benziner) funktioniert, ohne dass man daran etwas kritteln müsse. Zudem ist der Mitsubishi zum einen dank seiner Länge von nur 4,23 Meter ein Freund von engen Parklücken, zum andern ist die Übersicht gut.


  • Abmessungen (Länge/Breite/Höhe): 4,23 m/1,80 m/1,58 m
  • Motor: 1,6 Benziner, Leistung: 68 kW/92 PS; Elektromotor: 49 kW/67 PS
  • Systemleistung: 17 kW/159 PS
  • Beschleunigung (0-100 km/h): 10,1 s
  • Höchtsgeschwindigkeit: 170 km/h (elektrisch 135 km/h)
  • Testverbrauch: 6,0 l
  • Gepäckraumvolumen: 265–1.118 Liter
  • Tankinhalt: 39 Liter
  • Preis Ausstattung "Top": 42.390 Euro


Die Abstimmung von Fahrwerk und Lenkung darf als gelungen bezeichnet werden, auch Windgeräusche halten sich dezent im Hintergrund. Ebenso unproblematisch gestaltet sich der Umschaltvorgang vom Elektro- in den Benziner-Modus. In letzterem ist das Vorankommen besonders entspannend – fast geräuschlos gleitet der kleine Japaner dahin (bis zu Tempo 135 km/h). Geladen wird unkompliziert an der heimischen Schuko. In maximal 4,5 Stunden ist der 10,5 kWh-Akkus wieder voll – und reicht dann in der Praxis für knapp 40 Kilometer rein elektrisches Fahren. Mit zusätzlichen vollem 39-Liter-Tank sind sogar Reichweiten jenseits der 600 Kilometer machbar – lag doch der durchschnittliche Verbrauch um die sechs Liter pro 100 Kilometer.

Vieles macht das kleine City-SUV richtig – allerdings: Das gewichtigste Argument gegen den Mitsubishi ASX Plug-in-Hybrid ist der Preis: Denn so angenehm lässig und komfortable sich der Plug-in-Hybrid (von dem es übrigens keine Renault-Captur-Variante gibt) fährt – er ist einfach im Vergleich zu den anderen Motorisierungen (viel) zu teuer.


Mitsubishi ASX (2023)

Mitsubishi ASX (2023) Bildergalerie

42.390 Euro (brutto) rufen die Japaner für das (längst nicht mehr förderfähige) Stecker-SUV aus. Und deshalb kommen die schärfsten Konkurrenten des Mitsubishi ASX vor allem aus den eigenen Reihen: Mitsubishi bietet den ASX in vier weiteren Motorisierungen an: Als Einstiegsmotor mit 91 Turbo-PS, als 140 PS oder 158 PS starken Mildhybriden als Hybriden mit 143 PS. Für die meisten Bedürfnisse dürfte sogar bereits der kleine Mildhybrid ausreichen, der satte 14.000 Euro (!) günstiger daherkommt – und dabei noch bessere Fahrleistungen bietet. Auch beim Verbrauch (alle anderen Motorisierungen liegen ebenfalls bei knapp sechs Litern im Schnitt) dürfte man mit dem Plug-in-Hybriden kaum besser fahren, rechnet man Strom- und Spritkosten zusammen. Als Firmenwagenfahrer winkt beim Plug-in-Hybriden jedoch nach wie vor die 0,5-Prozent-Versteuerung. 

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