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Kia Ceed GT im Test: Der GTI aus Korea

Der GT und die GT-Line sind minimal länger und leicht flacher als der Normal-Ceed.
Der GT/GT-Line ist ganz leicht länger (4,32 Meter) und minimal flacher (1,44 Meter) als der Standard-Ceed.
© Foto: Rocco Swantusch/Autoflotte

Der Kia Ceed ist ein Kompakter gehobener Güte, der es durchaus mit dem Urvater des Segments aufnehmen kann. Preislich mittlerweile auch.


Datum:
08.12.2023
Autor:
Rocco Swantusch/Autoflotte
Lesezeit:
3 min
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Der Kia Ceed ist ein Kompakter gehobener Güte, der es durchaus mit dem Urvater des Segments aufnehmen kann. Preislich mittlerweile auch – wobei der Namensgeber der Golf-Klasse preislich der Alltagsmobilität immer mehr entrückt und zwischen 150 und 245 PS eine riesige Lücke klafft,so dass das Label der bezahlbaren Mobilität doch eher dem Südkoreaner angehängt werden kann. Gerade dann, wenn man den Kia Ceed als GT-Version etwas näher beleuchtet.

Der Kompaktklässler Ceed ist Kias Top-Seller an Fuhrparks. Dessen Verkaufszahlen lagen zwischen Januar und Oktober 2023 deutlich über dem des Sportage. Limousine schlägt also SUV. Das ist bei einem Importeur beileibe nicht selbstverständlich. Ungewöhnlich ist auch die Ausstattung des Ceed. Er rollt, wie erwähnt, als GT zum Test. Der GT/GT-Line ist ganz leicht länger (4,32 Meter) und minimal flacher (1,44 Meter) als der Basis-Ceed. GT ist dabei die sportliche und höchste von derzeit sechs Niveaus. Zum Grundpreis von 35.290 Euro (alle Preise brutto) kamen in unserem Fall das Komfort-Paket (elektrisch verstellbarer Fahrersitz samt Memory, Sitzheizung hinten; 690 Euro) sowie die Metallic-Lackierung (650 Euro) dazu. Macht 36.630 Euro für den Ceed 1.6-T-GDI-7DCT, der standardmäßig mit 18 Zöllern ausgestattet ist.


Kia Ceed (2023)

Der Innenraum ist stimmig gestaltet und optisch wertig. Bildergalerie

Kia Ceed GT: Schneller als die Stromer

Die Leistung relativiert den Preis etwas. Denn der 1,6-Liter-Turbo-Benziner ist mit 204 PS die Speerspitze der „Konventionellen“. Ebenso viel Power besitzen die Kia Elektro-Modelle Niro EV oder e-Soul, deren Spurtvermögen (7,8 respektive 7,9 s) den Ottomotor aber nicht in die Schranken weisen. Ganz im Gegenteil. Mit 7,4 Sekunden ist der sich flach-wegduckende Kompakte den E-SUV gegenüber sogar im Vorteil.      

So ist der Turbo-Benziner ähnlich laufruhig wie ein Stromer und bei der Beschleunigung kann der 265 Newtonmeter (Nm) starke Ceed also durchaus mithalten, auch wenn beim Stromer die Nm-Power sofort abrufbar ist und die Kraftentfaltung beim Ceed die siebenstufige Automatik übernehmen muss. Das kostet Kraft und Zeit, aber auch der Ceed vermittelt durchaus Fahrspaß – was ehrlicherweise auch das Kaufargument für die GT-Fans sein wird.

Am deutlichsten wird der Unterschied in der Stadt sowie beim Kurvenräubern in Serpentinen. Hier dreht die Siebengang-Automatik oft viel zu hoch, was dem GT einen sportlichen Sound verleiht, ohne dass er im Sport-Modus gefahren wird. Den gibt es zum Normal-Modus dazu, wählbar über die Wahltaste in der Mittelkonsole. In diesen Fahrsituationen sind die Lenkrad-Wippen als Gangwähler hilfreich, was aber – je nach Lenkeinschlag – nicht so einfach ist. So kann man leichter aus den Kurven raus beschleunigen und sorgt bei der Abwärtsfahrt für einen weniger geräuschvollen Einsatz der Motorbremse. Laut ist für einige Fahrer halt irgendwie out. Auch wenn die Optik mit dem Doppel-Endrohr etwas anderes suggeriert. Sobald man außerhalb des Stadttempos agiert, ist der Durchzug kräftig.

Das voll-digitale Kombiinstrument ist übersichtlich und passt sich den beiden Fahr-Modi an.
Wer sich neu ans Steuer des Ceed setzt, findet schnell einen guten Überblick. Das volldigitale Display gibt die wichtigsten Infos wider.
© Foto: Rocco Swantusch/Autoflotte

Kia Ceed GT bietet gut einstellbare Ledersitze

Die Ledersitze sind – dank des Komfort-Pakets – sehr gut einstellbar. Sie passen sich gut der Insassenform an und harmonieren mit der Leder-Veloursleder-Kombination an Bord, die sich mit aufwendigen Nähten und GT-Stickereien stimmig zeigt. Dank der Privacy-Verglasung sind die Scheiben ab der B-Säule dunkel getönt. Damit bei der GT-Fahrweise auch nichts im Kofferraum ins Rutschen kommt, sorgen zwei seitliche Netze sowie vier starke Zurrösen für genug Spannkraft. Im halbierten doppelten Ladeboden können zudem Kleinigkeiten untergebracht werden.

Wer sich neu ans Steuer des Ceed setzt, findet schnell einen guten Überblick – bis auf die breite C-Säule, die aber dennoch nicht stört. Die Bedienung ist einfach, da im Kia mittlerweile fast mehr Knöpfe zu finden sind als im aktuellen Golf. Einer der wichtigsten ist jener, um den Spur-Assistenten zu deaktivieren. Das ist nach dem Drücken des Startknopfes stets der zweite Handgriff an Bord. Die aufmerksame Armada an Helfern ist für den abgelenkten Lenker hilfreich, etwa wenn das Piepsen auf das Weiterfahren des Vordermannes hinweist, aber auch alarmistisch unpassend, wenn im Stau der Parkpiepser vorn ständig Rabatz macht.


Kia Ceed GT- Technische Daten

Preis ab: 35.290 Euro (brutto)
R4 | 1.591 cm3 | 265 Nm
7-G-Doppelkupplung | 150 kW/204 PS
7,4 s | 225 km/h | 6,8 S | 154 g/km
4.325 x 1.800 x 1.442 mm
Kofferraum: 395–1.291 l
Versicherung HK: 14 | TK: 22 | VK: 20
Wartung: 15.000 km/1 Jahr
Garantie: 7 Jahre/150.000 km

 

DAT-Restwert-Prognose
(36 Monate, Auto inklusive Ausstattung)

Kia Ceed 1.6 T-GDI
15.000 km/Jahr: 51,2%
25.000 km/Jahr: 45,0%
40.000 km/Jahr: 37,0%



Kia Ceed GT- guter Verbrauch, fairer Preis

Am Ende der Test-Tour waren es wenig Stau, dafür recht viel Autobahn allerdings mit Tempolimit 130 (Österreich), was einen Durchschnittsverbrauch von schlanken 5,7 Litern brachte. Im gemischten Verkehr war es ein halber Liter mehr. Nun ist der GT aber auch ein Sportsmann, so dass beim dauerhaften Vmax-Fahren der Wert selbstredend nach oben geht. Auf der anderen Seite, wenn wir den Ceed als Poolfahrzeug oder den GT als User-Chooser-Modell sehen, dann spricht er sicherlich jüngeres Klientel an. 

Wem dann 100 PS oder 120 PS reichen, der findet in den beiden 1,0-Liter-Benzinern (ab 24.990 Euro beziehungsweise ab 25.590 Euro) Alternativen. Der 160-PS-Otto mit Handschalter startet bei 26.890 Euro, als Automatik werden 28.490 Euro fällig. Zum Vergleich: Den Basis-Golf als Benziner gibt es mit 110 PS ab 29.275 Euro oder 150 PS ab 32.125 Euro. Den Sprung über 200 PS liefert der legendäre GTI mit 245 PS für satte 40.905 Euro.


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