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Plug-in-Hybride: Warum die PHEV (k)eine Zukunft haben

VW Passat GTE - klassischer Plug-in-Hybrid-Dienstwagen.
© Foto: Volkswagen AG

In den Flotten waren die Fahrzeuge über Jahre hinweg beliebt als Dienstwagen - in der nahen Zukunft wird wohl nur noch eine Fahrzeugklasse PHEV-relevant sein.


Datum:
19.10.2022
Autor:
Autoflotte/Dataforce
Lesezeit:
3 min
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Auf europäischer Ebene konnten die PHEV in den letzten Jahren stetig wachsen, doch in 2022 scheint nun ein Plateau erreicht zu sein. Der Marktanteil dieses Jahr liegt bis dato bei 8,4 Prozent und trifft somit den Wert in 2021 von 8,4 Prozent.

Diese Entwicklung erscheint auch schlüssig, da PHEV in erster Linie nur eine Brückentechnologie hin zu vollständiger Elektrifizierung darstellen. Aktuell macht die Entwicklung von vollelektrischen Fahrzeugen (BEVs) in den Neuzulassungen deutliche Sprünge und gerät immer mehr in den Fokus der Hersteller und Kunden. Seit Q2 2021 lag der Marktanteil von BEVs jedes Quartal höher als der der PHEV.

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Die Entwicklung muss allerdings auch regional betrachtet werden, da es auch Ausnahmen zur gesamteuropäischen Entwicklung gibt. So können PHEV überall dort noch wachsen, wo derzeitig keine ausreichende Ladeinfrastruktur zur Verfügung steht und erfüllen somit als Brückentechnologie noch voll ihren Zweck. Spanien und Italien, sowie viele Länder in Osteuropa sind als Beispiele zu nennen.


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Flotten als Treiber der PHEV Entwicklung in den letzten Jahren

Besonders gut lief es für PHEV in den letzten Jahren im Flottenmarkt. Dort wurden volumenmäßig etwa doppelt so viele Fahrzeuge zugelassen als im Privatmarkt. Auch der Marktanteil war stellenweise dreifach so hoch.

Daneben gab es für Firmen häufig lukrative Steuervorteile in den einzelnen Ländern, welche eine PHEV Anschaffung noch attraktiver gemacht haben als direkte Kaufprämien. In vielen Ländern hängt die Höhe der Firmenwagensteuer direkt vom CO2 Ausstoß ab, und hier kommen PHEVs nur auf einen Bruchteil eines Verbrenners.

Senkungen der Förderungen machen PHEV unattraktiver

Diese Vorteile sorgten dafür, dass ein höherer Anschaffungspreis von PHEVs gegenüber reinen Verbrennern kompensiert werden konnte. In vielen Ländern werden die Begünstigungen für PHEV nun aber zurückgenommen.

Kürzlich erst hat zum Beispiel das deutsche Wirtschaftsministerium verkündet, dass PHEV ab 2023 nicht mehr förderfähig sein werden. Dasselbe gilt für den drittgrößten Automobilmarkt in Europa, nämlich für Frankreich. Auch dort werden PHEV ab 2023 nicht mehr beim Kauf bezuschusst. Diese Einschnitte werden dafür sorgen, dass PHEV besonders für Firmen unattraktiver werden und an Neuzulassungen verlieren.


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BEVs statt PHEVs

Ein Blick in den Dataforce Model Lifecycle Calendar gibt einen interessanten Ausblick auf die geplante Modell Zukunft der Hersteller. In den Jahren 2023 – 2025 werden insgesamt rund 160 neue BEVs auf den Markt kommen, darunter völlig neue Fahrzeuge oder vollelektrische Varianten laufender Modelle. Bei den PHEVs beläuft sich diese Zahl nur auf rund 50 Stück. Darunter sind bereits zusätzlich Modellwechsel bestehender Generationen mitinbegriffen. Komplett neue PHEV Modelle bleiben also rar.

Das Fehlen an neuen PHEV Modellen wird einen signifikanten Einfluss auf die Neuzulassungen der Kraftstoffart haben. Käufer bevorzugen in der Regel neue Fahrzeuge, die Technologie am Puls der Zeit an Bord haben. All das wird es für PHEV in der Zukunft nicht mehr in ausreichendem Maß geben und das Angebot wird beschränkt sein.

Aus Herstellersicht führt die steigende Nachfrage nach BEVs auch dazu, dass immer weniger PHEVs gebraucht werden, um die CO2 Ziele der EU zu erfüllen. Dazu kommt das Risiko, dass die EU den CO2-Ausstoß der PHEVs neu bewerten könnte, da immer mehr Studien die niedrigen CO2 Werte im Alltag in Frage stellen.


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Plug-in-Hybrid: Reichweite kaum eine Sorge mehr

PHEVs konnten in der Vergangenheit vor allem dadurch überzeugen, dass man bei ihnen keine Sorgen um die Reichweite machen musste. Schaut man aber auf größere Modelle, kommen mittlere bis große BEVs wie z.B. das Tesla Model Y oder der Kia EV 6 mittlerweile auf ähnliche Reichweiten. Ebenfalls werden Ladepausen kürzer und die Infrastruktur an Schnellladern besser.

Damit verlagert sich PHEV zu kleineren Fahrzeugklassen, für die es aktuell noch kaum konkurrenzfähige BEV Alternativen gibt. Hier haben PHEV also noch die Nase vorn. Das wird sich aber voraussichtlich ab 2024/2025 ändern, wenn Hersteller volumenstarke Klein- und Kompaktwagen auf den Markt bringen werden, die konkurrenzfähige Reichweiten haben, wie beispielsweise VW mit dem ID.2. Spätestens dann sind die Tage der PHEVs gezählt.

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