Vorabfahrt VW ID Polo GTI: Das Erbe wird ins Elektrozeitalter überführt

30.05.2026 02:38 Uhr | Lesezeit: 2 min
Ausfahrt im VW ID.Polo GTI
© Foto: VW

Der VW ID.Polo GTI tritt lautlos an, schiebt aber mit 226 PS so spontan an, dass Nostalgie schnell zur Nebensache wird. Doch ein Knopfdruck verändert plötzlich die ganze Stimmung im Cockpit …

Noch spannt sich eine rot-weiß-schwarze Tarnfolie mit großen GTI-Lettern über die Karosserie des Serienfahrzeugs, doch schon beim Einsteigen in den VW ID.Polo GTI wird deutlich, dass die Wolfsburger den Spagat zwischen Tradition und Zukunft ernst meinen. Straff konturierte Sitze mit dezenten roten Akzenten zitieren den klassischen Sportsgeist, während das Cockpit klar digital geprägt ist. Witziges Gimmick: Tacho und Drehzahlmesser können auf Wunsch im Stile des Ur-GTI aus den 1970er Jahren dargestellt werden.


VW ID. Polo GTI (2027)

VW ID. Polo GTI Bildergalerie

Ein Druck auf den Startknopf und statt des vertrauten Grollens herrscht Stille – vorerst. Nur ein leises Surren kündigt an, dass hier wohl eine Extraportion Leistung bereitsteht. Ein Druck auf das Fahrpedal und der 166 kW (226 PS) starke ID Polo GTI zeigt sofort seine Stärke: spontanes Ansprechverhalten, präzise Dosierbarkeit und eine Agilität, die man von einem kompakten Elektrofahrzeug dieser Klasse so nicht selbstverständlich erwartet.

Jeder Ampelstart gerät zur Demonstration elektrischer Souveränität, kraftvoll, aber nie wirklich aufdringlich. Die Lenkung präsentiert sich direkt und angenehm straff, ohne Nervosität. Volkswagen scheint hier bewusst den sportlichen Anspruch des GTI nicht dem Komfort geopfert zu haben.

VW ID.Polo GTI iegt satt auf der Straße,

Das Fahrwerk ist gut abgestimmt. Der kleine Elektro-GTI liegt satt auf der Straße, Unebenheiten werden sauber gefiltert, ohne die Rückmeldung zu verwässern. Die Balance ist hervorragend: Leichtfüßig und präzise, aber mit einem Hauch jener Verspieltheit, die man von früheren GTI-Generationen kennt, lässt sich der Polo dirigieren.

Ein beherzter Tritt aufs Strompedal und der Wagen katapultiert sich nahezu lautlos nach vorn. Die lineare Kraftentfaltung wirkt dabei fast ungewohnt im GTI-Kontext, ersetzt aber das klassische Hochdrehen durch eine unmittelbare, jederzeit verfügbare Dynamik. Es ist ein anderer Charakter, aber keiner, der den sportlichen Anspruch verwässert.


VW ID. Polo (2027)

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Und dann ist plötzlich Schluss mit lautlos: Die breite GTI-Sound-Taste, unterhalb des Hupen-Airbag-Balges im Lenkrad, wird gedrückt. Interessant ist dabei die akustische Inszenierung: Volkswagen verzichtet hier auf gekünsteltes Getöse, wie es bei zahlreichen asiatischen Herstellern unangenehm auffällt.

Stattdessen bleibt es bei einem sportlichen Klangbild, das den Fokus klar auf das Fahrerlebnis legt. Eine mutige Entscheidung, die gut zum Gesamtcharakter passt, weil man nun auch akustisch das alte GTI-Gefühl hat. Bei Bedarf geht es in 6,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h.

Dazu werden hochwertige Materialien, eine durchdachte Ergonomie und Assistenzsysteme gereicht, die präsent, aber nicht aufdringlich agieren. Der ID Polo GTI fühlt sich erwachsen an, nicht wie ein Experiment, sondern wie ein konsequent entwickeltes Serienfahrzeug.

Fazit VW ID.Polo GTI

Volkswagen ist es gelungen, den GTI-Gedanken glaubwürdig in die elektrische Zukunft zu übertragen. Dieses Auto ist kein nostalgischer Rückblick, sondern ein klarer Schritt nach vorn, auf Wunsch im Innenraum auch leise, aber immer schnell und überraschend emotional. VW verspricht über 400 Kilometer Reichweite, wenn der GTI der Neuzeit für rund 39.000 Euro Ende des Jahres oder Anfang des nächsten Jahres auf den Markt kommt.

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