Mazda 6e (2027 Facelift): Relevantes Kurz-Update

06.11.2026 11:11 Uhr | Lesezeit: 3 min
Mazda 6e (2027 Facelift): Relevantes Kurz-Update Bildergalerie
Der Mazda 6e ist eine elegante Limousine. Bislang hatte er Defizite beim Fahren. Diese Themen hat Mazda nun nach nur 15 Monaten geändert.
©Foto: Mazda

Nach lediglich 15 Monaten wird der Mazda 6e technisch aufgefrischt. Das war teils nötig, ungewöhnlich ist es dennoch. Gut für alle, die mit dem Kauf bis jetzt gewartet haben.

Nach nur 15 Monaten hat Mazda Hand an den Mazda 6e angelegt. Nicht optisch, wohl aber technisch. Die Änderungen sind ungewöhnlich so kurz nach Marktstart eines Autos. Sie zeigen aber auch, dass man wohl selbst nicht zufrieden war. Außerdem gibt es fortan drei Ausstattungslinien. Homura Plus nennt sich die neue und „dynamisch“ angehauchte.


Mazda 6e (Facelift 2027)

Mazda 6e fahrend auf Kurvenstraße von vorn fotografiert, Mazda in grau lackiert. Bildergalerie

Kritik am Mazda 6e ernst genommen – oder selbst wahrgenommen

Kritikpunkte, auch am Testwagen, den wir früh in 2026 fuhren, betrafen vor allem das entkoppelt wirkende, zappelig-stößige Fahrwerk und die rückmeldungsarme Lenkung. Mängel, die in der Preisklasse aufstoßen. Der Mazda 6e federte widerwillig und die Lenkung vermittelte eher einen „schwebenden“ Fahrbahnkontakt. Beides haben die Mazda-Ingenieure des Oberurseler Europa-Zentrums angepackt. Neue Stoßdämpferkennlinien lassen vor allem auf den ersten Millimetern das Ansprechverhalten komfortabler wirken und die neuen Federraten helfen, das Chassis bei Aufbaubewegungen in Zaum zu halten. Die Federn bestimmen, wie stark sich der Mazda 6e bewegen kann. Die neue Dämpferkennlinie bestimmt, wie schnell und wie lang diese Bewegung stattfindet.

245/45 R19 (einzige Dimension) Pneus sind fürs komfortable Fahren per se nicht die Idealbesetzung, die neue Abstimmung ist aber dennoch gelungen(er). Zwar gehört die Lenkung noch immer nicht zur Creme de la Creme, aber sie stößt auch nicht mehr negativ auf. Auf der spanischen Autobahn bei Tempo 135 liegt der Mazda 6e nun satt, spurtreu und gelassen. Der Heckspoiler fährt automatisch ab 90 km/h aus, und wirkt etwas deplatziert an der sonst so eleganten Limousine.

Innenaufnahme vom Fond nach vorn über die Schulter des Fahrers mit gesamten Cockpit
Beim Fahren macht der Mazda 6e einen echten Sprung nach vorn. Die Sitzposition (unverändert) und das Infotainmentsystem (modifiziert) sind aber auch nach der Überarbeitung weit weg vom Optimum. 
©Foto: Jeffrey van der Vaart

Mazda 6e: noch immer Sprach- und Verständnisprobleme

An der etwas bockigen Sitzposition hat sich nichts geändert. So fühlt man sich nach wie vor nicht perfekt in den Mazda 6e integriert. Man sitzt eher auf ihm. Das können die „originalen“ Mazda-Modelle besser.

Der Mazda 6e ist ein Kooperationsmodell mit Changan. Das ist auch ein Grund, dass sich die verschachtelten Menüs des Infotainmentsystems nicht sofort von selbst erklären. Verbessert wurden laut Mazda die Funktionsbezeichnungen. Doch noch immer sind Umbrüche ungünstig und Übersetzungen fehlerhaft. Spoiler ausfahren lautet nach wie vor „Offen“. Das Rollo des serienmäßigen Glasdachs schließt nicht auf die Sprachbefehle „Rollo schließen“ oder „Jalousie schließen“, wohl aber auf „Sonnenblende schließen“. An den „wahren“ Sonnenblenden verändert das freilich nichts. Die Sprachausgabe schneidet einem hingegen immer mal wieder ein Grinsen ins Gesicht. Weniger lustig: Die Klimaautomatik agiert nicht wie gewohnt. Bei zwei gefahrenen Mazda 6e war die Innenraumtemperatur bei der Einstellung auf 20 Grad zu noch immer zu warm.

Zusätzlich zu den Ausstattungslinien Takumi und Takumi Plus kommt Homura Plus. Sie soll mit schwarzen (außen und innen) und roten Elementen mehr Dynamik vermitteln. Die Materialien sehen fein aus und fassen sich meist auch handschmeichelnd an. Hartplastik in den Griffmulden der Innenverkleidung und das Haptikerlebnis beim Verstellen der Luftausströmer sowie die fettfinderempfindliche Lenkradbedienung trüben den ansonsten guten Eindruck, wenngleich das Dekor der Zierelemente Geschmackssache bleiben wird. Freude bereitet das bei allen Varianten serienmäßig installierte Sony-Soundsystem.

Per se ist der Mazda 6e bereits in der Basisausstattung umfangreich ausstaffiert. Für die meisten Ansprüche könnte also der 47.490 Euro teure Takumi ausreichen. Was es jedoch bei keinem für Geld noch gute Worte gibt, sind beispielsweise eine Vierfach-Lordosenstütze, Beifahrersitzhöhenverstellung und Matrixlicht. In der 50.000-Euro-Preisklasse obligatorische Details, die zum Wohlfühlen und zur Sicherheit beitragen. Extras oder Individualisierungsmöglichkeiten gibt es pro Ausstattungslinie genau sechs: Soul Red (das Mazda-Rot), Machine Grey, Polymetal Grey, Aero Grey, Deep Crystal Blue und Jet Black – das war es (850 bis 1.200 Euro, Weiß ist Standard). Im Zubehörprogramm findet sich eine nachrüstbare elektrisch schwenkbare Anhängerkupplung (1.500 Kilogramm Anhängelast), ein Filzeinsatz für den Frunk und eine einklemmbare Sonnenblende (das ist eine) für das Glasdach, das erst ab der zweiten Ausstattung über das elektrisch bedienbare Rollo verfügt.


Mazda 6e (78 kWh) Homura Plus

Testwagenpreis: 50.340 € (brutto)
PSM-E-Motor | Hinterradantrieb
190 kW/258 PS | 290 Nm
7,3 s | 175 km/h | 1-Gang-AT
WLTP: 16,1 kWh
Reichweite: 560 km
NMC-Akku: 78 kWh (brutto)
Laden: AC 11 kW | DC 200 kW
Maße: 4.921 x 1.890 x 1.485 mm
Kofferraum: 466 + 72 (Frunk) Liter
Versicherung: KH 18 | TK 24 | VK 28
Service: 1 Jahr/20.000 km
Garantie: 6 Jahre/150.000 km
Akku: 8 Jahre/160.000 km



Neuer Akku, mehr Ladeleistung

Antriebstechnisch hat Mazda auch kurz nach Marktstart nachgebessert. Wunderten sich viele, warum man zwei Akkuversionen anbot, bei denen der größere langsamer geladen werden konnte als der kleinere, hat Mazda nun ausgemistet. Der Antrieb 2027 ist überarbeitet und es gibt nur noch einen. Das ist sinnvoll und die Daten lesen sich segmentpassend. 78 kWh (brutto) speichert der LFP-Akku. Diese können an der Wallbox mit üblichen 11 kW nachgefüllt werden. Auf der Langstrecke hilft die Erhöhung des Lademaximums auf 200 kW mit einer – laut Mazda-Aussagen – sehr gesunden Ladekurve.

Normverbrauch des Mazda 6e hoch

Nach Norm genehmigt sich der Mazda 6e 16,1 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Das machen die direkten Konkurrenten wie Hyundai Ioniq 6 und Mercedes CLA Elektrik deutlich sparsamer. Auf der 200-Kilometer-Runde im urban geprägten Umland von Barcelona kamen wir laut Bordcomputer auf knapp 16 kWh.

Damit das mit dem Laden fortan gut funktioniert und sich Fahrer möglichst wenig Gedanken über die nächste Lademöglichkeit machen müssen, hat Mazda die Ladeplanung optimiert und gibt auch die Info weiter, ob die anvisierte Säule auch frei ist. Das Vorkonditionieren des Akkus muss man unverständlicherweise manuell starten. Neu: Beim Laden und generell beim Parken kann man nun auch Tiere im Mazda 6e lassen. Eine spezielle Funktion hält die Innenraumtemperatur auch bei geschlossenen Fenstern artgerecht. Ein Hinweiszettel am Fenster ist dennoch sinnvoll. Tierliebhaber empören sich sonst schnell und die Folgen können aufwändig werden.

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