Nach nur 15 Monaten hat Mazda Hand an den Mazda 6e angelegt. Nicht optisch, wohl aber technisch. Die Änderungen sind ungewöhnlich so kurz nach Marktstart eines Autos. Sie zeigen aber auch, dass man wohl selbst nicht zufrieden war. Außerdem gibt es fortan drei Ausstattungslinien. Homura Plus nennt sich die neue und „dynamisch“ angehauchte.
Mazda 6e (Facelift 2027)
Kritik am Mazda 6e ernst genommen – oder selbst wahrgenommen
Kritikpunkte, auch am Testwagen, den wir früh in 2026 fuhren, betrafen vor allem das entkoppelt wirkende, zappelig-stößige Fahrwerk und die rückmeldungsarme Lenkung. Mängel, die in der Preisklasse aufstoßen. Der Mazda 6e federte widerwillig und die Lenkung vermittelte eher einen „schwebenden“ Fahrbahnkontakt. Beides haben die Mazda-Ingenieure des Oberurseler Europa-Zentrums angepackt. Neue Stoßdämpferkennlinien lassen vor allem auf den ersten Millimetern das Ansprechverhalten komfortabler wirken und die neuen Federraten helfen, das Chassis bei Aufbaubewegungen in Zaum zu halten. Die Federn bestimmen, wie stark sich der Mazda 6e bewegen kann. Die neue Dämpferkennlinie bestimmt, wie schnell und wie lang diese Bewegung stattfindet.
245/45 R19 (einzige Dimension) Pneus sind fürs komfortable Fahren per se nicht die Idealbesetzung, die neue Abstimmung ist aber dennoch gelungen(er). Zwar gehört die Lenkung noch immer nicht zur Creme de la Creme, aber sie stößt auch nicht mehr negativ auf. Auf der spanischen Autobahn bei Tempo 135 liegt der Mazda 6e nun satt, spurtreu und gelassen. Der Heckspoiler fährt automatisch ab 90 km/h aus, und wirkt etwas deplatziert an der sonst so eleganten Limousine.
Mazda 6e: noch immer Sprach- und Verständnisprobleme
An der etwas bockigen Sitzposition hat sich nichts geändert. So fühlt man sich nach wie vor nicht perfekt in den Mazda 6e integriert. Man sitzt eher auf ihm. Das können die „originalen“ Mazda-Modelle besser.
Der Mazda 6e ist ein Kooperationsmodell mit Changan. Das ist auch ein Grund, dass sich die verschachtelten Menüs des Infotainmentsystems nicht sofort von selbst erklären. Verbessert wurden laut Mazda die Funktionsbezeichnungen. Doch noch immer sind Umbrüche ungünstig und Übersetzungen fehlerhaft. Spoiler ausfahren lautet nach wie vor „Offen“. Das Rollo des serienmäßigen Glasdachs schließt nicht auf die Sprachbefehle „Rollo schließen“ oder „Jalousie schließen“, wohl aber auf „Sonnenblende schließen“. An den „wahren“ Sonnenblenden verändert das freilich nichts. Die Sprachausgabe schneidet einem hingegen immer mal wieder ein Grinsen ins Gesicht. Weniger lustig: Die Klimaautomatik agiert nicht wie gewohnt. Bei zwei gefahrenen Mazda 6e war die Innenraumtemperatur bei der Einstellung auf 20 Grad zu noch immer zu warm.
Zusätzlich zu den Ausstattungslinien Takumi und Takumi Plus kommt Homura Plus. Sie soll mit schwarzen (außen und innen) und roten Elementen mehr Dynamik vermitteln. Die Materialien sehen fein aus und fassen sich meist auch handschmeichelnd an. Hartplastik in den Griffmulden der Innenverkleidung und das Haptikerlebnis beim Verstellen der Luftausströmer sowie die fettfinderempfindliche Lenkradbedienung trüben den ansonsten guten Eindruck, wenngleich das Dekor der Zierelemente Geschmackssache bleiben wird. Freude bereitet das bei allen Varianten serienmäßig installierte Sony-Soundsystem.
Per se ist der Mazda 6e bereits in der Basisausstattung umfangreich ausstaffiert. Für die meisten Ansprüche könnte also der 47.490 Euro teure Takumi ausreichen. Was es jedoch bei keinem für Geld noch gute Worte gibt, sind beispielsweise eine Vierfach-Lordosenstütze, Beifahrersitzhöhenverstellung und Matrixlicht. In der 50.000-Euro-Preisklasse obligatorische Details, die zum Wohlfühlen und zur Sicherheit beitragen. Extras oder Individualisierungsmöglichkeiten gibt es pro Ausstattungslinie genau sechs: Soul Red (das Mazda-Rot), Machine Grey, Polymetal Grey, Aero Grey, Deep Crystal Blue und Jet Black – das war es (850 bis 1.200 Euro, Weiß ist Standard). Im Zubehörprogramm findet sich eine nachrüstbare elektrisch schwenkbare Anhängerkupplung (1.500 Kilogramm Anhängelast), ein Filzeinsatz für den Frunk und eine einklemmbare Sonnenblende (das ist eine) für das Glasdach, das erst ab der zweiten Ausstattung über das elektrisch bedienbare Rollo verfügt.