Rund 50 Beschäftigte zählt die Häusliche Krankenpflege Blech in Jena, deren Tätigkeiten sich rund um die ambulante Pflege, betreutes Wohnen oder Tagespflege drehen. Viele Teammitglieder absolvieren daher dienstliche Touren zwischen 30 und 50 Kilometern täglich, auf denen sie ihre Klienten versorgen.
Zu diesem Zweck betreibt Inhaber und Geschäftsführer Fabian Blech einen Fuhrpark (17 Pkw und einen Ford Transit), der zu etwa der Hälfte aus Stromern besteht. Häufig ist der Opel Corsa Electric vertreten, gefolgt von Renault Clio und Zoe sowie drei verbliebenen VW e-Up, mit denen die Elektrifizierung 2017 startete.
Da die Fachkräfte ihren Kleinwagen auch dual nutzen dürfen und in diesem Fall den geldwerten Vorteil nach der 1%-Regel versteuern, lässt Blech die freie Wahl bei der Antriebsart. "Die meisten bleiben bei Verbrennern, weil zuhause die Lademöglichkeiten fehlen", so der Geschäftsführer.
Daran ändert auch die vergünstigte Versteuerung des geldwerten Vorteils mit 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises für Stromer nichts. Von der Offerte machten insgesamt acht Mitarbeiterinnen Gebrauch. Ob geleast, finanziert oder gekauft wird, bestimmen stets die aktuellen Aktionen und Konditionen des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (BPA), welcher für die Häusliche Pflege Blech als Mitglied die Bezugsquelle für neue Fahrzeuge ist.
Ein einheitliches Vorgehen gibt es nicht. Als jüngst für drei Kleinwagen die Entscheidung pro Leasing gefallen war, wurde das im Vertrag über eine Laufzeit von jeweils fünf Jahren mit Laufleistungen von 10.000 bis 15.000 Kilometern pro Jahr fixiert.
Anreize des Jobroller-Modells
Fabian Blech und seine Eltern, die als Unternehmensgründer nach mehr als 30 Jahren zum 1. Januar dieses Jahres die volle Verantwortung in seine Hände gelegt haben, waren und sind folglich schon immer aufgeschlossen für Neues in Sachen Mobilität. Als ein Mitarbeiter mit der Idee auf den heutigen Geschäftsführer zukam, einen E-Roller via Gehaltsverzicht zu leasen, hat er daher sofort die Ohren gespitzt. Schließlich hatte er als kaufmännischer Leiter das Dienstfahrrad-leasing bereits 2021 eingeführt, das momentan sieben Angestellte in Anspruch nehmen.
Die anschließende Recherche nach entsprechenden Angeboten für Roller hat ihn auf die Website von Jobroller geleitet. Ein Gespräch mit dem Dienstleister aus Vechta, verschiedene Vergleichsangebote und ein Test des Online-Portals gaben schließlich den Ausschlag dafür, dem Projekt das "Go" zu geben. Das war im September vergangenen Jahres. Die Bestellung folgte auf dem Fuße und nach etwa sechs Wochen war er da: ein Niu NQiX-150.
Erste Nutzererfahrungen
Warum der Einkäufer für die Tagespflege dieses Modell ausgesucht hat und der Geschäftsführer damit einverstanden war, hat unter anderem mit der Präsenz von regionalen Händlern zu tun. "Es war schwierig, einen Anbieter in Jena zu finden, der das Geschäft nicht als unliebsamen Nebenzweig betreibt und nicht entsprechend lange auf Angebote warten ließ", sagt Blech. Im benachbarten Apolda fand man ein agiles Autohaus als Kooperationspartner mit Niu-Rollern. Dorthin geht es künftig auch für die Servicearbeiten, denn der Jobroller ist via Gehaltsverzicht für drei Jahre inklusive Inspektion und Versicherung geleast.
Ansonsten läuft hier alles über den Dienstleister als Vermittler und dessen Online-Portal. Die Leasingrate für das Zweirad mit einem Bruttolistenpreis von zirka 2.600 Euro beläuft sich auf 116 Euro (brutto) monatlich.
Jenseits der Privatfahrten cruist der Mitarbeiter nun mit dem E-Roller etwa 25 Kilometer pro Woche dienstlich, schätzt Blech. Auf den Weg macht er sich beispielsweise auch, um etwa Verordnungen oder Rezepte bei den Hausärzten in der Stadt abzuholen. Zu dem Zweck schwingt sich der Mitarbeiter zwei- bis dreimal pro Woche auf das Zweirad mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h und 2,6 kW Dauerleistung. Blech folgert daraus: "Die ausgewiesene Reichweite bei dieser Variante mit bis zu 70 Kilometern reicht ihm bisher für alle Touren." Geladen wird der herausnehmbare Akku stets zuhause.
Motivation für Kollegen
Den Start der neuen Mobilitätsform haben die Kollegen genau verfolgt. Inzwischen zeigen mehrere Interesse daran. Einige Fachkräfte kamen sogar mit dem Vorschlag auf den Geschäftsführer zu, die E-Roller analog zu den Dienstfahrzeugen für die Pflege einzusetzen. Blech kann das verstehen: "Der Mangel an Parkplätzen in der Stadt ist dafür sicherlich ein Treiber." Die Ausrüstung wäre kein Problem, zumal das Material in einen Rucksack oder einen Korb passt. Aufgrund der bedingten und stets wetterabhängigen Einsatzmöglichkeiten des Zweirads hält er sich noch zurück.
Dennoch will Blech das Dienstrollerleasing via Gehaltsumwandlung für die anderen Mitarbeiter öffnen. Alle Infos dafür hat er intern per Aushang samt QR-Code bekanntgemacht, über den Interessenten auf dem Jobroller-Portal direkt in den Bereich für die Häusliche Pflege Blech gelangen. Zwei Pflegekräfte haben sich bereits Angebote eingeholt. Sie wollen künftig auch jeweils ein Niu-Modell leasen.